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Analyse

Mehr Milchkühe und stabile Bullenbestände

von , am
08.01.2014

Der Rinderbestand in Deutschland hat im Jahresverlauf 2013 zugenommen. Hauptgrund ist der Bestandszuwachs bei Milchkühen.

Milchkrise: Die Auszahlung von 70 Prozent der Direktzahlungen und 85 Prozent der ELER-Mittel zur Förderung des ländlichen Raums soll auf den 16. Oktober 2015 vorgezogen werden. © Marco Barnebeck(Telemarco)/pixelio.de
 
Der Rinderbestand in Deutschland hat im Jahresverlauf 2013 zugenommen. Hauptgrund ist der Bestandszuwachs bei Milchkühen. Außerdem blieb auch die Anzahl der männlichen Rinder zur Mast (Jungbullen) im Jahresverlauf 2013 stabil und ist gegenüber November 2012 sogar deutlich gewachsen. Das zeigen die Ende Dezember veröffentlichten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zur letzten Viehzählung im November 2013. Danach wurden am 3. November 2013 rund 12,86 Mio. Rinder in Deutschland gehalten. Das waren 0,8 % mehr als im Mai 2013 und sogar 1,4 % mehr als im November 2012. Gleichzeitig ist dies der größte Rinderbstand seit drei Jahren (November 2010).
 
Milchkuhbestand wächst weiter
In der Novemberzählung 2013 wurden in Deutschland insgesamt 4,27 Mio. Milchkühe gezählt. Im Vergleich zum Mai letzten Jahres ist dies ein weiterer Zuwachs von 1,1 % bzw. 45.000 Tieren und gegenüber dem November 2012 ist die Anzahl der Milchkühe um 1,8 % oder 77.000 gewachsen. Damit hat die Zahl der Milchkühe in Deutschland seit drei Jahren (Nov. 2010) stetig zugenommen. Um 2,4 % auf 0,73 Mio. Tiere gewachsen ist von Mai bis November 2013 außerdem die Anzahl der weiblichen Rinder über zwei Jahren, die noch nicht abgekalbt hatten (Färsen). Ähnlich hoch war das Wachstum mit 3,2 % bei den Jungrindern bis zu einem Jahr.
 
Bestand an Mastrindern größer als im Vorjahr
Fast nicht verändert hat sich von Mai bis November 2013 die Zahl der männlichen Rinder zur Mast zwischen 1 und 2 Jahren (Jungbullen). Ihre Zahl bewegte sich im November 2013 (wie schon im Mai) stabil bei rund 1,03 Mio. Tieren. Gegenüber der Novemberzählung 2012 ist die Anzahl der männlichen Mastrinder hingegen um fast 5 % bzw. rund 50.000 Tiere größer. Die Anzahl der Kälber und Jungrinder zum Schlachten war im November 2013 mit 0,21 Mio. Tieren geringfügig größer als im Mai 2013, jedoch etwas kleiner als 12 Monate zuvor. Auch die Zahl der Kälber bis zu 8 Monaten hat sich 2013 mit rund 2,67 Mio. Tieren nicht verändert und ist zudem ähnlich groß wie in den letzten beiden Jahren.
 
Kuhbestand in Bayern stabil, in Niedersachsen größer
Die Anzahl der Milchkühe hat nicht in allen Bundesländern zugenommen. In Bayern blieb die Milchkuhbestand mit 1,22 Mio. Tieren im Verlauf des letzten Jahres fast unverändert. Gleichzeitig stehen in Bayern fast 39 % aller in Deutschland gehaltenen Milchkühe. In den letzten beiden Jahren ist die Anzahl der Kühe in Bayern jedoch um 1,5 % zurückgegangen. Demgegenüber hat die Anzahl der Milchkühe in Niedersachsen um 2,3 % auf 0,84 Mio. Tier zugenommen. Seit November 2011 ist die Anzahl der Kühe in Niedersachsen sogar um 6 % gewachsen. Damit halten die Landwirte in Niedersachen jetzt knapp 20 % aller deutschen Milchkühe.
 
Mehr Milchkühe in NRW und in Schleswig-Holstein
Auch in NRW stockten die Landwirte die Zahl der Milchkühe von Mai bis November 2013 um 1,8 % auf 0,42 Mio. Tiere auf. Während der letzten beiden Jahre beträgt der Zuwachs sogar gut 4 %. Am kräftigsten gewachsen ist der Milchkuhbestand mit 3,5 % auf 0,4 Mio. Tiere in Schleswig-Holstein. Von November 2011 bis November 2013 nahm der Kuhbestand in SH sogar um 5,5 % oder 21.000 Tiere zu. Dagegen wurden aus Baden-Württemberg mit 0,34 Mio. Kühen für das letzte Jahr keine Bestandsänderungen gemeldet. In den ostdeutschen Ländern nahm die Zahl der Milchkühe im letzten Jahr zwischen 0,1 % ( Sachsen) und 0,9 % (Brandenburg) meist leicht zu. Lediglich in Sachsen-Anhalt ging der Kuhbestand marginal zurück (-0,3 %) bzw. blieb stabil.
 
Bullenbestand in Niedersachsen größer, in Bayern kleiner
Bei den männlichen Mastrindern (Jungbullen) zwischen 1 und 2 Jahren wurden im November 2013 in Niedersachsen mit insgesamt 0,3 Mio. Tieren rund 2,8 % mehr Tiere gezählt als im Mai 2013. Damit halten die Landwirte in Niedersachen jetzt rund 29 % aller Jungbullen. Dagegen schrumpfte die Anzahl der Jungbullen in Bayern von Mai bis November 2013 um 4 % auf 0,21 Mio. Tiere und auch aus NRW meldete man einen  Rückgang des Bullenbestandes um 1,6 % auf 0,19 Mio. Tiere. Der Anteil Bayerns am gesamten deutschen Jungbullenbestand liegt jetzt bei 21 % und der Anteil der Landwirte aus NRW bei knapp 19 %. Mehr Jungbullen wurden außerdem in Mecklenburg-Vorpommern (2,7 %) und Hessen (2,2 %) gehalten. Weniger Bullen zählte man hingegen in Baden-Württemberg (-1,7 %) und auch in Schleswig-Holstein (-0,5 %).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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