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Analyse

Milchkuhbestand fast stabil, etwas weniger Bullen

von , am
23.12.2014

Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder ist von Mai 2014 bis November 2014 fast unverändert geblieben.

Milchkrise: Die Auszahlung von 70 Prozent der Direktzahlungen und 85 Prozent der ELER-Mittel zur Förderung des ländlichen Raums soll auf den 16. Oktober 2015 vorgezogen werden. © Marco Barnebeck(Telemarco)/pixelio.de
Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder ist von Mai 2014 bis November 2014 fast unverändert geblieben. Unter anderem blieb der Bestand an Milchkühen (trotz der fallenden Milchpreise) nahezu stabil. Gleichzeitig ging die Anzahl der männlichen Rinder (Jungbullen) leicht zurück, während die Anzahl der weiblichen Tiere zwischen ein und zwei Jahren unverändert blieb. Das zeigen die Ende Dezember 2014 veröffentlichten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zur letzten Viehzählung im November 2014. Danach wurden am 3. November 2014 rund 12,74 Mio. Rinder in Deutschland gehalten. Das sind 0,3 % oder 40.000 mehr als im Mai 2014 und 0,4 % mehr wie im November 2013. Gleichzeitig ist dies der größte Rinderbstand seit November 2010.
 
Milchkuhbestand fast stabil, Färsen unverändert
In der Novemberzählung 2014 wurden in Deutschland insgesamt 4,3 Mio. Milchkühe gezählt. Im Vergleich zum Mai 2014 ist dies nur ein ganz geringer Rückgang von 0,4 % bzw. 16.000 Tieren und gegenüber dem November 2013 ist die Anzahl der Milchkühe sogar um 0,7 % oder 28.000 größer. Dennoch hat die Zahl der Milchkühe in Deutschland zum ersten Mal seit vier Jahren (Nov. 2010) wieder etwas abgenommen. Mit 1,84 Mio. Tieren unverändert geblieben ist von Mai 2014 bis November 2014 die Anzahl der weiblichen Rinder zwischen ein und  zwei Jahren, die noch nicht abgekalbt haben (Färsen). Kräftig um 2,5 % auf 0,73 Mio. Tieren gewachsen ist hingegen der Bestand an weiblichen Jungrindern bis zu einem Jahr und bei den weiblichen Zucht-und Nutzrindern über 2 Jahren (noch nicht abgekalbt) nahm der Bestand um 0,8 % auf 0,73 Mio. Tiere zu.
 
Etwas weniger männliche Mastrinder
Abgenommen hat von Mai 2014 bis November 2014 der Bestand an männlichen Rindern zu Mast zwischen 1 und 2 Jahren (Jungbullen). Die Anzahl dieser Tiere lag im November 2014 bei rund 1,0 Mio. Tieren und war damit gegenüber Mai 2014 um 1,8 % oder 18.000 Bullen kleiner. Gegenüber der Novemberzählung 2013 ist die Anzahl der männlichen Mastrinder hingegen um 2 % bzw. knapp 20.000 Tiere kleiner. Die Anzahl der männlichen Rinder zwischen 8 Monaten und 1 Jahr war im November 2014 mit 0,48 Mio. Tieren ebenfalls um 1,9 % kleiner als im Mais 2014. Dagegen nahm die Anzahl der Kälber und Jungrinder zum Schlachten um 5,5 % auf 0,21 Mio. Tieren zu. Gleichzeitig ist die Zahl der Kälber bis zu 8 Monaten mit rund 2,7 Mio. Tieren 1,0 % größer als im Mai und auch der größte Kälber-Bestand seit drei Jahren.
 
Kuhbestand in Bayern und Niedersachsen etwas kleiner
Die Anzahl der Milchkühe hat in fast allen Bundesländern leicht abgenommen. In Bayern ging der Milchkuhbestand ganz leicht um 0,6 % auf knapp 1,22 Mio. Tiere zurück. Gleichzeitig stehen in Bayern 28 % aller in Deutschland gehaltenen Milchkühe. In Niedersachsen hat die Anzahl der Milchkühe von Mai bis November 2014 um 0,5 % auf knapp 0,85 Mio. Tier abgenommen. Damit halten die Landwirte in Niedersachen jetzt knapp 20 % aller deutschen Milchkühe.
 
Weniger Milchkühe NRW, etwas mehr in Schleswig-Holstein
Auch in NRW stockten die Landwirte die Zahl der Milchkühe von Mai bis November 2014 ganz leicht um 0,5 % auf 0,42 Mio. Tiere ab. Um 0,9 % auf knapp 0,35 Mio. Tiere zurückgegangen ist der Milchkuhbestand in Baden-Württemberg. Leicht um 0,9 % auf 0,4 Mio. Tiere zugenommen hat nach der aktuellen Zählung der Kuhbestand in Schleswig-Holstein. In den ostdeutschen Ländern nahm die Zahl der Milchkühe in Sachsen (+0,4 %) und Thüringen (+0,6 %) leicht zu und ging in Mecklenburg-Vp (-0,3 %) und Brandenburg (-0,7 %) ebenso leicht zurück und blieb in Sachsen-Anhalt (-0,1 %) unverändert. In Hessen hat der Kuhbestand um 1,0 % abgenommen.
 
Bullenbestand in NS, Bayern und NRW kleiner
Bei den männlichen Mastrindern (Jungbullen) zwischen 1 und 2 Jahren wurden im November 2014 in Niedersachsen mit 0,29 Mio. Tieren rund 1,0 % weniger Bullen gezählt als im Mai 2014. Damit halten die Landwirte in Niedersachen knapp 29 % aller Jungbullen in Deutschland. In Bayern ging die Anzahl der Jungbullen von Mai bis November 2014 um 2,3 % auf 0,21 Mio. Tiere zurück. Damit stehen knapp 21 % aller Jungbullen in Bayern. Aus NRW meldete man einen um 0,6 % kleineren Bullenbestand von 0,19 Mio. Tieren. Um 3,2 % zurückgegangen ist der Bullenbestand in Baden-Württemberg und in Schleswig-Holstein nahm die Zahl der Jungbullen sogar um 5,3 % ab. In den ostdeutschen Ländern nahm die Zahl der Jungbullen in Brandenburg (-4,9 %) und Mecklenburg-Vp. (-1,0 %) ab und in Sachsen (+3,3 %) Thüringen (+4,6 %) und Sachsen-Anhalt (+3,3 %) zu. In Hessen hat der Bullenbestand um 1,6 % abgenommen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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