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Analyse

Milchkuhbestand stabil, weniger Mastrinder

von , am
30.06.2015

Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder ist von November 2014 bis Mai 2015 nur ganz geringfügig zurückgegangen.

© Marco Barnebeck(Telemarco)/pixelio

Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder ist von November 2014 bis Mai 2015 nur ganz geringfügig zurückgegangen. Der Bestand an Milchkühen ist ebenfalls fast unverändert geblieben. Gleichzeitig ist die Anzahl der männlichen Rinder (Jungbullen) gegenüber der Zählung vom November 2014 leicht zurückgegangenen. Die Anzahl der weiblichen Tiere zwischen einem und zwei Jahren hat hingegen etwas zugenommen.
 
Die Zahl der Rinderhalter ging etwas zurück und auch die Anzahl der Milchkuhalter hat leicht abgenommen. Das zeigen die Ende Juni veröffentlichten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zur letzten Viehzählung im Mai 2015. Danach wurden am 3. Mai 2015 rund 12,65 Mio. Rinder in Deutschland gehalten. Das waren rund 0,7 % weniger Rinder als im November 2014 und nur 0,4 % weniger als im Mai 2014.
 
Milchkuhbestand fast unverändert
In der Maizählung 2014 wurden in Deutschland insgesamt 4,29 Mio. Milchkühe gezählt. Im Vergleich zum November 2014 ist dies ein ganz leichter Rückgang von 0,2% bzw. 9.000 Tieren und gegenüber dem Mai 2014 ist die Anzahl der Milchkühe um 0,6 % oder 25.000 kleiner. Damit bleibt die Zahl der Milchkühe in Deutschland seit etwa zwei Jahren (2013) relativ stabil.
 
Um 0,6 % auf 2,02 Mio. Tiere gewachsen ist von November 2014 bis Mai 2015 die Anzahl der weiblichen Rinder zwischen ein zwei Jahren, die noch nicht abgekalbt hatten (Färsen). Relativ stabil geblieben ist der Bestand an weiblichen Jungrindern bis zu einem Jahr mit 0,72 Mio. Tieren. Dagegen ging der Bestand an weiblichen Zucht- und Nutzrindern über 2 Jahren (noch nicht abgekalbt) um 1,8 % auf 0,72 Mio. Tiere zurück.
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Bestand an Mastrindern geht etwas zurück
Leicht zurückgegangen ist von November 2014 bis Mai 2015 der Bestand an männlichen Rindern zu Mast zwischen 1 und 2 Jahren (Jungbullen). Die Anzahl dieser Tiere lag im Mai 2015 bei 0,99 Mio. Tieren und war damit 2,1 % kleiner als im November 2014. Gegenüber der Maizählung 2014 ist die Anzahl der männlichen Mastrinder um fast 4 % bzw. knapp 39.000 Tiere kleiner.
 
Die Anzahl der männlichen Rinder zwischen 8 Monaten und 1 Jahr war im Mai 2015 mit 0,48 Mio. Tieren ebenfalls 1,7 % kleiner als im November 2014. Gleichzeitig ging die Anzahl der Kälber und Jungrinder zum Schlachten um 4,6 % auf 0,20 Mio. Tieren zurück. Außerdem hat die Zahl der Kälber (männlich und weiblich) bis zu 8 Monaten um 2 % auf 2,65 Mio. Tieren abgenommen, ist damit aber ähnlich groß wie in den letzten beiden Jahren.
 
Kuhbestand in Bayern stabil, in Niedersachsen mehr Kühe
Die Anzahl der Milchkühe hat diesmal nicht in allen Bundesländern in die gleiche Richtung entwickelt. In Bayern blieb die Milchkuhbestand mit 1,22 Mio. Tieren weiterhin nahezu unverändert. Gleichzeitig stehen in Bayern etwa 28 % aller in Deutschland gehaltenen Milchkühe. Gleichzeitig hat die Anzahl der Milchkühe in Niedersachsen im Mai 2015 um 0,8 % auf 0,85 Mio. Tier zugenommen. Damit halten die Landwirte in Niedersachen jetzt knapp 20 % aller deutschen Milchkühe.
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Stabiler Kuhbestand in NRW, weniger Kühe in SH
In NRW haben blieb die Zahl der Milchkühe von November bis Mai 2015 mit 0,42 Mio. Tiere fast (-0,4 %) unverändert. Überraschenderweise um 2,3 % auf 0,0,39 Mio. Tiere zurückgegangen ist nach der aktuellen Zählung der Kuhbestand in Schleswig-Holstein. In Baden-Württemberg ging der Milchkuhbestand um 2,3 % auf 0,34 Mio. Tiere zurück. In den ostdeutschen Ländern nahm die Zahl der Milchkühe zwischen 0,3 % (Sachsen) und 0,9 % (Mecklenburg) zu. Lediglich in Thüringen zählte man 0,2 % weniger Milchkühe. In Hessen ist der Kuhbestand ganz leicht um 0,4 % gewachsen.
 
Bullenbestand in NS und Bayern kleiner, in NRW und BW größer
Bei den männlichen Mastrindern (Jungbullen) zwischen 1 und 2 Jahren wurden im Mai 2015 in Niedersachsen mit insgesamt 0,28 Mio. Tieren rund 3,6 % weniger Bullen gezählt als im November 2014. Damit halten die Landwirte in Niedersachen immer noch 28 % aller Jungbullen in Deutschland. Gleichzeitig die Anzahl der Jungbullen in Bayern im von November bis Mai 2015 um 1,7 % auf 0,21 Mio. Tiere zurück. Aus NRW meldete man hingegen einen 0,7 % größeren Bullenbestand von 0,19 Mio. Tieren.
 
Um 1,7 % gewachsen ist der Bullenbestand zudem in Baden-Württemberg. Dagegen ging die Zahl der Jungbullen in Schleswig-Holstein deutlich um 5,6 % zurück. In den ostdeutschen Ländern nahm die Zahl der Jungbullen vor allem in MV (-7,2 %) und in Thüringen (-5,2 %) deutlich und in Brandenburg (-0,6 %) leicht ab. In Sachsen hat der Bullenbestand hingegen um 1,1 % zugenommen und in Sachsen-Anhalt blieb die Zahl der Bullen stabil.
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Zahl der Betriebe nimmt weiter ab
Die Zahl der Rinderhalter ging in Deutschland ebenso zurück wie Zahl der Milchkuhhalter. So zählte das Statistische Bundesamt im Mai 2015 rund 151,4 Tausend Betriebe mit Rinderhaltung und damit 2,3 % weniger als im November 2014 und ebenfalls 2,3 % weniger als im Mai 2014.
 
Die Anzahl der Betriebe mit Milchkuhhaltung nahm von November2014 bis Mai 2015 um 2,2 % auf 74,76 Tausend ab und ist damit sogar 3,8 % kleiner als vor einem Jahr (Mai 2014). Seit Mai 2013 ist die Anzahl der Rinderhalter um 4,0 % geschrumpft und die Anzahl der Milchkuhalter ist in dieser Zeit sogar um 7,3 % zurückgegangen.
 
Dr. Olaf Zinke
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