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Analyse

Preisanstieg bei Kühen nicht zu bremsen, Bullen schwächer

von , am
30.04.2015

Die Bullenpreise gaben Ende April leicht nach. Bei Schlachtkühen steigen die Preise weiter an.

© LWK Niedersachsen
 
Die Bullenpreise gaben Ende April leicht nach. Bei Schlachtkühen steigen die Preise weiter an. Damit sind die Kuhpreise in Deutschland seit Jahresbeginn um 48 Ct oder 17 % gestiegen. Die Bullenpreise gaben vor allem für die besseren Qualitäten (U, R) etwas nach, liegen jedoch sehr deutlich über der Vorjahreslinie und sind etwa so hoch wie vor zwei Jahren. Die EU-Kommission geht in einer aktuellen Prognose davon aus, dass die Kuhpreise in der Europäischen Union im Jahresmittel deutlich höher liegen werden als 2014 und die Bullenpreise das Vorjahresniveau leicht übertreffen. Bislang sieht es jedoch zumindest in Deutschland nach einem sehr deutlich Vorsprung  der Kuhpreise gegenüber dem Vorjahr aus und auch die Bullenpreise übertreffen die Vorjahreslinie weitaus stärker als von der Kommission erwartet wird.
 
Zur aktuellen Produktions- und Preisprognose der EU-Kommission:
EU-Kommission rechnet mit höheren Rinderpreisen
https://agrarmanager.agrarheute.com/s/eukrindermarkt-2015-april
 
Bullenpreise derzeit 5 % höher als 2014
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 26. April ein Preis von 3,76 Euro kg SG (Hkl. R3) gezahlt und damit 2 Ct weniger wie in den vier Wochen zuvor (3,78), jedoch 18 Ct bzw. 5 % mehr wie im letzten Jahr (3,58) zu diesem Termin. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 bekamen die Landwirte zuletzt im Bundesmittel 3,42 Euro/kg ausgezahlt und ebenso viel wie letzte Woche (3,42) und 14 Ct bzw. 4 % mehr als vor einem Jahr (3,28). Die Preise für U3-Bullen gaben in der letzten Woche hingegen um 3 Ct auf 3,82 Euro/kg nach, sind damit jedoch noch 18 Ct höher als vor einem Jahr (3,64). Im vorigen Jahr (2014) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin mit 3,58 Euro unverändert gebelieben und gaben dann bis zur Jahresmitte um weitere 12 Ct bis auf 3,46 Euro kg SG nach.
 
Anstieg der Kuhpreise setzt sich fort
Die Preise für Schlachtkühe sind in der Woche bis 26. April erneut gestiegen. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte 3,32 Euro/kg SG und damit 2 Ct mehr als in der Woche zuvor und 21 Ct bzw. knapp 7 % mehr als vor einem Jahr (3,11). Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der aktuellen Schlachtwoche mit 3,23 Euro/kg 3 Ct höhere Preise ausgezahlt. Für Kühe dieser Kategorie sind die Preise derzeit sogar 34 Ct bzw. 12 % höher als vor einem Jahr (2,89). Gleichzeitig sind die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) um 2 Ct auf 2,48 Euro/kg gestiegen. Damit sind die P2-Preise noch 27 Ct höher als im Jahr 2014 (2,21). Im letzten Jahr (2014) sind die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin mit 3,11 Euro unverändert geblieben, haben jedoch bis zur Jahresmitte noch bis auf 3,20 Euro zugelegt. Dieses Niveau ist bereits jetzt deutlich übertroffen.
 
Kuh-Schlachtung rückläufig, Bullenschlachtung stabil
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 26. April gegenüber der um Vorwoche um rund 1,0 % auf 21.507 Tiere zu. Im Vergleich zu der  um einen Tag verkürzten Schlachtwoche (Ostern) aus dem vorigen Jahr (15.431) war die Schlachtmenge in dieser Woche 39 % größer. Die Zahl der geschlachteten Kühe nahm nach den Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 26. April gegenüber der Vorwoche um 5 % auf 17.001 Tiere ab. Im Vergleich zum vorigen Jahr (14.483) ist die Schlachtmenge bei Kühen 17 % größer. Die offizielle Schlacht-Statistik des BLE weist aktuell für den Zeitraum Januar bis Februar 2015 einen Rückgang der Kuhschlachtung von 0,4 % sowie einen Rückgang der Bullenschlachtung von 1,2 % gegenüber dem Vorjahr aus.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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