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Analyse

Preise für Schlachtrinder europaweit gefallen

von , am
24.10.2014

Die Preise für Jungbullen und für Schlachtkühe sind in der Europäischen Union im Herbst 2014 deutlich niedriger als vor einem Jahr.

Die Bullenpreise haben sich in den letzten Wochen erholt. © Mühlhausen/landpixel
Die Preise für Jungbullen und für Schlachtkühe sind in der Europäischen Union im Herbst 2014 deutlich niedriger als vor einem Jahr. Dies ist in allen für den deutschen Rindfleischabsatz wichtigen EU-Ländern der Fall, wie die Daten der EU-Kommission zeigen. Bei Bullen hatten sich die Preise im September lediglich in Deutschland etwas von ihren vorausgegangenen Jahrestiefs erholt. Demgegenüber konnten sich die Bullenpreise in Frankreich, Dänemark und den Niederlanden im September nur knapp behaupten. In Italien gaben die Preise für Bullen im September sogar deutlich nach. Bei Schlachtkühen ging es mit den Preisen in allen europäischen Ländern deutlich nach unten und auch für den Oktober zeichnet sich ein weiterer kräftiger Preisrückgang ab. In Deutschland fielen die Schlachtkuhpreise im Oktober sogar auf den tiefsten Stand seit April 2011.
 
Bullenpreise in Deutschland deutlich unter Vorjahr
Die Jungbullenpreise in Deutschland sind vor dem Hintergrund des Produktionswachstums in den ersten Monaten des Jahres 2014 bis Juni um 34 Ct zurückgegangen. Bis Ende August blieb das Preisniveau dann relativ stabil und im September folgte eine  Preiserholung von 10 Ct. Ende Oktober kam entgegen dem sonst üblichen saisonalen Trend dann jedoch erneut Preisdruck auf. Im September lagen die deutschen Bullenpreise nach den Daten der EU-Kommission durchschnittlich bei 3,61 Euro/kg SG (Hkl. R3,) und waren damit 11 Ct niedriger als im Jahr zuvor und 24 Ct niedriger als zum Jahresbeginn.
 
Bullenpreise in den Niederlanden relativ stabil
In den Niederlanden sind die Bullenpreise bis zur Jahresmitte 2014 zunächst um 28 Ct auf 3,52 Euro/kg SG gestiegen. Danach ging es jedoch ebenfalls um 13 Ct auf 3,38 Euro/kg nach unten. Seitdem sind die Bullenpreise in den Niederlanden relativ stabil und lagen im September bei 3,37 Euro/kg SG. Nach den Daten der EU-Kommission waren die niederländischen Preise damit 12 Ct niedriger als im Jahr zuvor und 14 Ct höher als zum Jahresbeginn. In Frankreich lagen die Bullenpreise im September im Landesmittel bei 3,67 Euro/kg. Das waren 10 Ct weniger als im letzten Jahr und 24 Ct weniger als zum Jahresbeginn.
 
Dänemark mit höheren Bullenpreisen als Frankreich
In Dänemark blieben die Bullenpreise in den ersten 6 Monaten des Jahres hingegen auf relativ hohem Niveau stabil und gaben dann bis September um etwa 16 Ct auf 3,81 Euro/kg SG nach. Das sind immer noch höhere Bullenpreise (R3) als in Frankreich, Deutschland und sogar als in Italien. Aber auch die dänischen Bullenpreise sind etwa 15 Ct niedriger als vor einem Jahr. In Italien haben die Preise für Jungbullen von Januar bis Juli sehr kräftig um 34 Ct nachgegeben. Im August gab es dann eine Preiserholung, die jedoch im September schon wieder zurückgenommen wurde. Im September lagen die Bullenpreise in Italien bei 3,73 Euro/kg SG (R3) und waren damit 21 Ct niedriger als letztes Jahr.
 
Schlachtkuhpreise europaweit stark unter Druck
Deutlicher stärker unter Druck als bei Bullen stehen jedoch die Preise bei Schlachtkühen. Dabei die Kuhpreise noch in der ersten Jahreshälfte 2014 (etwa bis Mais/juni) in allen maßgeblichen EU-Ländern kräftig gestiegen. In der zweiten Jahreshälfte sind die Preise jedoch in den meisten Ländern auf den niedrigen Stand vom Jahresanfang oder sogar darunter zurückgefallen. Im Oktober setzt sich der Preisrückgang europaweit sogar mit noch höherem Tempo fort. In Deutschland markierten die Schlachtkuhpreise Mitte Oktober sogar den tiefsten Stand seit April 2011 also seit drei Jahren.
 
Kuhpreise in Frankreich und Dänemark am stärksten gefallen
Nach den Daten der EU-Kommission war die Schlachtkuhpreise in Deutschland im September 24 Ct niedriger als im letzten Jahr. In Frankreich war das Preisniveau 31 Ct niedriger als 12 Monate zuvor, in Dänemark betrug der Abstand zum Vorjahr 36 Ct, in den Niederlanden 23 Ct und in Polen 11 Ct. Das absolute Niveau der Schlachtkuhpreise (Hkl. O3) war im September in Frankreich mit 3,43 Euro/kg SG mit Abstand am höchsten und lag deutlich höher als etwa Deutschland und Dänemark mit jeweils 2,89 Euro/kg SG und in den Niederlanden mit 2,63 Euro. In Polen kosteten Schlachtkühe (O3) sogar nur 2,53 Euro/kg. Polen ist derzeit nach den Niederlanden und Österreich und noch vor Frankreich und Dänemark der drittwichtigste Lieferant von Rindfleisch für den deutschen Markt.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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