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Analyse

Preise für Schlachtrinder steigen kräftig

von , am
13.02.2015

Die Preise für Jungbullen und Schlachtkühe ziehen Mitte Februar kräftig an.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Jungbullen und Schlachtkühe ziehen Mitte Februar kräftig an. Dabei geht das Angebot sowohl bei Bullen als auch bei Kühen zurück und die Schlachtunternehmen müssen mehr Geld ausgeben um Schlachtrinder zu bekommen. Gleichzeitig sind die Preise für Bullen im oberen und mittleren Qualitätsbereich (U und R) derzeit höher als im letzten Jahr. Ein Grund für diese Entwicklung dürfte die im letzten Jahr drastisch geschrumpfte Produktion in Italien und die daraus entstandenen deutlich verbesserten Absatzmöglichkeiten für qualitativ hochwertiges Bullenfleisch sein. Auch in Frankreich ist die Produktion von Bullenfleisch 2014 zurückgegangen. Demgegenüber sind die Preise für O-Bullen zwar ebenfalls gestiegen, dennoch liegen die Preise für diese Qualtäten niedriger als vor einem Jahr. Bei Kühen steigen die Preise mit dem rückläufigen Angebot zwar ebenfalls kräftig. Hier ist das derzeitige Preisniveau trotz der steigenden Preise jedoch in allen Qualitätssegmenten noch immer niedriger als 2014.
 
Bullenpreise legen kräftig zu
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 08. Februar ein Preis von 3,84 Euro kg SG (Hkl. R3) gezahlt und damit 4 Ct mehr als vorige Woche (3,87) und 5 Ct mehr als im letzten Jahr (3,86). Für Jungbullen der Handelsklasse O3 bekamen die Landwirte im Bundesmittel 3,45 Euro/kg ausgezahlt und damit 4 Ct mehr wie letzte Woche (3,41) und 7 Ct weniger als vor einem Jahr (3,53). Die Preise für U-3-Bullen haben in der letzten Woche um 4 Ct auf 3,91 Euro/kg zugelegt und sind damit 5 Ct höher als vor einem Jahr (3,86). Im vorigen Jahr (2014) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,76 Euro/kg auf 3,78 Euro gestiegen und haben dieses Niveau dann etwa bis Ende März gehalten. Danach ging es jedoch bis zur Jahresmitte deutlich nach unten.
 
Kuhpreise klettern weiter nach oben
Die Preise für Schlachtkühe haben in der Woche bis 08. Februar kräftig zugelegt. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte letzte Woche 2,92 Euro/kg SG und damit 4 Ct mehr als in der Woche zuvor, jedoch 13 Ct weniger als vor einem Jahr (3,05). Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Schlachtwoche bis zum 08. Februar mit 2,73 Euro/kg 6 Ct höhere Preise ausgezahlt als letzte Woche. Für diese Kategorien sind die Preise 6 Ct niedriger als vor einem Jahr (2,79). Gleichzeitig sind die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) um 7 Ct auf 2,01 Euro/kg gestiegen. Damit sind die Preise immer noch 17 Ct niedriger als Jahr 2014 (2,18). Im letzten Jahr (2014) waren die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin um 2 Ct auf 3,05 Euro/kg gestiegen und hatten bis zu Jahresmitte weiter kräftig zugelegt..
 
Schlachtzahlen (Angebot) nehmen weiter ab
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 08. Februar gegenüber der Vorwoche um 4 % auf 18.701 Tiere ab. Im Vergleich zum vorigen Jahr (20.773) ist die Schlachtmenge 10 % kleiner. Die Zahl der geschlachteten Kühe hat nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 08. Februar gegenüber der Vorwoche um knapp 8 % auf 19.105 Tiere abgenommen. Im Vergleich zum vorigen Jahr (20.324) ist die Schlachtmenge um 6 % kleiner. Nach den aktuellen Daten der des statistischen Bundesamtes war die Bullenschlachtung in Deutschland im Jahr 2014 mit 1,42 Mio. Tieren  1,0 % größer als 2013 (1,41 Mio.). Die Zahl der geschlachteten Kühe war 2014 in Deutschland mit 1,27 Mio. Tieren rund 4,4 % größer als 2013 (1,22 Mio). Die Zahl der geschlachteten Färsen war mit 0,47 Mio. ähnlich groß wie 2013 und die Rinderschlachtung insgesamt lag mit rund 3,55 Mio. Tieren etwa 1,9 % über der Vorjahresmarke.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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