Login
Analyse

Preisrallye bei Schlachtrindern geht weiter

von , am
26.02.2015

Die Preisrallye bei Schlachtrindern geht weiter und nimmt Ende Februar sogar noch einmal Fahrt auf.

© LWK Niedersachsen
 
Die Preisrallye bei Schlachtrindern geht weiter und nimmt Ende Februar sogar noch einmal Fahrt auf. Dabei steigen die Bullenpreise auf den höchsten Stand seit Anfang April 2013. Die Kuhpreise machten in der letzten Woche sogar einen noch kräftigeren Preissprung als die Bullen und liegen jetzt fast auf dem (hohen) Vorjahresniveau. Grund für den Preisanstieg bei Schlachtkühen ist offenbar ein sehr knappes und sogar weiter rückläufiges Angebot. Das Angebot an Bullen hat mit den steigenden Preisen zwar leicht zugenommen, deckt jedoch offenbar nicht die Nachfrage der Schlachter, so dass die Preise ebenfalls weiter steigen. Dabei ist das bevorstehende Osterfest offenbar nur ein Grund für den ( auch saisonal üblichen) Nachfrageschub. Ein weitere Grund für den sehr kräftigen Preisanstieg hierzulande dürfte die im letzten Jahr drastisch geschrumpfte Produktion in Italien  und die daraus entstandenen deutlich verbesserten Absatzmöglichkeiten für qualitativ hochwertiges Bullenfleisch sein.
 
Bullenpreise auf höchsten Stand seit April 2013
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 22. Februar ein Preis von 3,93 Euro kg SG (Hkl. R3) gezahlt und damit 4 Ct mehr als vorige Woche (3,89) und sogar 17 Ct (!!) mehr als im letzten Jahr (3,76). Höhere Preise wurden für Jungbullen zuletzt Anfang April 2013 gezahlt also vor rund 2 Jahren. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 bekamen die Landwirte zuletzt im Bundesmittel 3,57 Euro/kg ausgezahlt und damit nochmals 6 Ct mehr als letzte Woche (3,51) und 7 Ct mehr als vor einem Jahr (3,50). Die Preise für U-3-Bullen haben in der letzten Woche um 4 Ct auf 3,99 Euro/kg zugelegt und sind damit 14 Ct höher als vor einem Jahr (3,85). Im vorigen Jahr (2014) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,78 Euro auf 3,76 Euro zurückgegangen und gaben von Ende März bis zur Jahresmitte weiter deutlich nach.
 
Kuhpreise machen kräftigen Sprung nach oben
Die Preise für Schlachtkühe haben in der Woche bis 22. Februar erneut einen sehr kräftigen Sprung gemacht. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte letzte Woche 3,03 Euro/kg SG und damit 5 Ct mehr als in der Woche zuvor und nur noch 3 Ct weniger als vor einem Jahr (3,06). Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Schlachtwoche bis zum 22. Februar mit 2,93 Euro/kg (wie auch schon in der letzten Woche) 10 Ct höhere Preise ausgezahlt. Für diese besonders gefragte Kategorie sind die Preise jetzt sogar 11 Ct höher als vor einem Jahr (2,82). Gleichzeitig sind die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) nochmals um 9 Ct auf 2,18 Euro/kg gestiegen. Damit sind die P2-Preise noch 5 Ct höher als Jahr 2014 (2,13). Im letzten Jahr (2014) waren die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin mit 3,05 Euro/kg auf 3,06 gestiegen und haben bis zur Jahresmitte weiter kräftig zugelegt.
 
Kuhschlachtung schrumpft, Bullenschlachtung etwas größer
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 22. Februar gegenüber der Vorwoche nochmal leicht um 4 % auf 21.098 Tiere zu. Im Vergleich zum vorigen Jahr (21.785) ist die Schlachtmenge 3 % kleiner. Die Zahl der geschlachteten Kühe hat nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 22. Februar gegenüber der Vorwoche hingegen nochmals um knapp 5 % auf 17.721 Tiere abgenommen. Im Vergleich zum vorigen Jahr (19.583) ist die Schlachtmenge fast 10 % kleiner.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
{BILD:629647:png} 
 
 
{BILD:629648:png}
 
Auch interessant