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Analyse

Rind: Europäer haben mehr Rindfleisch exportiert

von , am
08.08.2014

Deutschland exportierte in den ersten 5 Monaten des Jahres 2014 rund 9 % mehr Rindfleisch als 2013 und bleibt damit (deutlich) vor Frankreich und Irland der größte Rindfleisch-Exporteur der EU.

Mittlerweile sind die Schlachtzahlen vor allem bei Bullen deutlich höher. © agrar-press
Der Export von Rindfleisch aus der Europäischen Union hat in den ersten 5 Monaten (Januar bis Mai) des Jahres 2014 um etwa 12 % zugenommen. Dabei sind speziell die Ausfuhren nach Russland, auf den Balkan, in den Libanon und in die Schweiz kräftig gewachsen, während die Exporte in die Türkei weiter kräftig zurückgingen. Deutschland exportierte in den ersten 5 Monaten des Jahres 2014 rund 9 % mehr Rindfleisch als 2013 und bleibt damit (deutlich) vor Frankreich und Irland der größte Rindfleisch-Exporteur der EU. Im Jahr 2013 waren die europäischen Rindfleischexporte um etwa 15 % geschrumpft, wobei die deutschen Ausfuhren 2013 fast stabil geblieben waren (-2 %).
 
Exporte doppelt so hoch wie Importe
In den ersten fünf Monaten des Jahres 2014 haben die Länder der EU rund 12 % mehr Rindfleisch in Drittländer exportiert als 2013. Gleichzeitig blieb die EU weiterhin Nettoexporteur von Rindfleisch. Mit insgesamt 236.000 t (Produktgewicht) übersteigt die bisherige Exportmenge den Umfang der Rindfleischimporte (102.000 t) in der EU um mehr als das Doppelte. Dabei hat der Import im Vorjahresvergleich sogar leicht abgenommen. Deutschland bleibt bislang ebenfalls Nettoexporteur von Rindfleisch. Mit insgesamt 34.879 t (Produktgewicht) übersteigt die bisherige Exportmenge den Umfang der deutschen Rindfleischimporte (15.433 t) um mehr als das Doppelte.
 
Absatz nach Russland kräftig gewachsen
Der wichtigste Exportmarkt für Rindfleisch war in den ersten 5 Monaten des Jahres 2014 erneut Russland. (Vor zwei Jahr lagen die Russen nach der Türkei auf Position zwei der wichtigsten Absatzmärkte). Dabei haben die Ausfuhren nach Russland in den ersten 5 Monaten des aktuellen Jahres sogar um 64 % zugenommen. Der russische Anteil an allen europäischen Exporten lag bei etwa 18 %. Das Anfang August ausgesprochene Einfuhrverbot für europäische Lebensmittel nach Russland hätte für den europäischen (deutschen) Rindfleischexport also erhebliche Folgen. Um etwa 16 % zugenommen haben die Exporte in den Libanon. Damit bleibt der Libanon vor Ghana, Bosnien und der Schweiz der zweitwichtigste Exportmarkt der EU. Der Anteil der Libanesen an allen Exporten liegt bei 11 %.
 
Mehr Rindfleisch auf den Balkan
Deutlich zugenommen hat der europäische Export auf den Balkan. Hier liegt sowohl die Exportmenge nach Kosovo (+61 %) sowie nach Bosnien (+35 %), Mazedonien (+7 %) und Albanien (+5 %) über dem Vorjahrestand. Deutlich kleinere Exporte meldete die Kommission hingegen Richtung Norwegen (-53 %) und nochmals in die Türkei (-70%). Größer sind die Ausfuhrmengen dagegen an die Elfenbeinküste (+38 %) und etwas kleiner nach Ghana (- 7%).
 
Deutschland bleibt größter Exporteur
Größter Rindfleischexporteur der Europäischen Union war in den ersten fünf Monaten 2014 erneut Deutschland. Dabei nahm der deutsche Export gegenüber dem Vorjahr um 9 % zu. Der deutsche Anteil an den europäischen Gesamtexporten lag bei etwa 15 %. Der Anteil der Exporte Frankreichs an den Gesamtausfuhren liegt bei 11 %, Irland kommt auf 10 %, Polen auf 8 %, Spanien auf 7 %, die Niederlande auf 7 % und Österreich liegt bei knapp 6 %. Außer in Spanien haben die Ausfuhrmengen bei allen genannten Exporteuren zugenommen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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