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Analyse

Rind: Markt und Preise relativ stabil

von , am
14.02.2014

Die Preise für Jungbullen (und Schlachtkühe) haben sich in Deutschland von Januar bis Februar gut behauptet.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Jungbullen (und Schlachtkühe) haben sich in Deutschland von Januar bis Februar gut behauptet. Allerdings bewegen sich die Bullenpreise mit zuletzt knapp 3,80 Euro/t (Hkl. R3) gut 30 Ct unter den sehr hohen Vorjahrespreisen (2013) und waren etwa so hoch wie im Jahr 2012. (Für Jungbullen der Handelsklasse O3 wurden zuletzt etwa 3,50 Euro/kg bis 3,55Euro/kg gezahlt und U-3 Bullen wurden mit rund 3,85 Euro/kg gehandelt). Die Zahl der geschlachteten Jungbullen in Deutschland war im Januar 2014 nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe etwas größer als 2013.
 
Angebot an Schlachtkühen bleibt begrenzt
Bei Schlachtkühen (HKL. R3) haben sich die Preise in den ersten Wochen des Jahres 2014 über der Marke von 3,00 Euro/kg (Hkl. R3) gehalten. (Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurden zuletzt etwa 2,75 Euro/kg bis 2,80 Euro/kg gezahlt). Im Vergleich zum Jahr 2013 sind die Kuhpreise damit rund 35 Ct niedriger und auch das Niveau von 2012 wird um etwa 10 Ct verfehlt. Anderseits ist das Angebot (Schlachtung) an Schachtkühen Anfang 2014 ähnlich klein wie im letzten Jahr als die Schlachtung deutlich zurückging. Verantwortlich für das begrenzte Kuhangebot sind die hohen Milchpreise und die damit verbundenen längeren Haltungszeiten für Milchkühe.
 
Preise auf dem Niveau von 2013 erwartet
Die EU-Kommission geht in einem ersten Ausblick davon aus, dass die Produktion von Rindfleisch in der EU nach einem dreijährigen fortgesetzten Rückgang im Jahr 2014 erstmals wieder moderat zunimmt. Gleichzeitig bleibt der europäische Rindfleischverbrauch relativ stabil und übersteigt nach Einschätzung der Kommission die Produktion um knapp 4 %. Die Preise für Schlachtrinder werden nach Einschätzung der EU-Experten im Jahr 2014 für Jungbullen und für Kühe jeweils nur ganz knapp unter den vergleichbaren Vorjahrespreisen liegen. Insgesamt werden für das Gesamtjahr 2014 von der Kommission damit relativ stabile Marktverhältnisse erwartet. Die ersten Wochen des neuen Jahres 2014 bestätigen diese Erwartung.
 
Export geht zurück, Import nimmt zu
Der Export von Rindfleisch in Drittländer wird nach Einschätzung der Kommission allerding 2014 weiter zurückgehen, während der Import (vor allem aus Brasilien) nochmals zunimmt. Bereits Im zurückliegenden Jahr 2013 exportieren die Länder der EU rund 12 % weniger Rindfleisch in Drittländer als 2012 und im Vergleich zum Jahr 2011 beträgt der Rückgang sogar rund 30 %. Wichtigster Exportmarkt war für die Europäer auch 2013 Russland, vor der Schweiz, dem Libanon und Algerien. Die Türkei, der größte Importeur des Jahres 2012) spielt beim Export kaum noch eine Rolle. Auch die Einfuhren des wichtigsten Importeurs Russland im Laufe des Jahres um 27 % zurückgegangen. Nach den Daten der Kommission waren die EU-Länder auch 2013 (das vierte Jahr in Folge) noch Nettoimporteur von Rindfleisch.
 
Deutsche Exporte zu 85 % in andere EU-Länder
Deutschland war nach den bislang vorliegenden Daten der EU-Kommission im Jahr 2013 vor Frankreich, Polen und den Niederlanden der größte Drittlandsexporteur der EU. Nach den Informationen des Statistischen Bundesamtes gingen zuletzt knapp 15 % aller deutschen Rindfleischausfuhren in Drittländern und 85 % in andere EU-Staaten. Größter Absatzmarkt außerhalb der EU war für Deutschland zuletzt Norwegen, vor Russland und der Schweiz. In die Niederlande, nach Frankreich und nach Italien verkauften die Deutschen jeweils mehr Rindfleisch als in alle Drittländer zusammen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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