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Analyse

Rind: Stabile Marktlage und Preise für 2014 erwartet

von , am
17.01.2014

Anfang Dezember hatte die EU-Kommission einen ersten Ausblick auf den Markt 2014 gegeben.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Jungbullen haben sich in Deutschland zum Jahreswechsel gut behauptet und blieben auch bis Mitte Januar relativ stabil. Dennoch bewegten sich die Bullenpreise mit zuletzt knapp 3,80 Euro/t (Hkl. R3) sehr deutlich unter der Vorjahreslinie (2012) und sind seit November 2013 zudem auch niedriger als im Jahr 2011. Für das Jahr 2014 erwartet die EU-Kommission im einer ersten Prognose im Mittel sowohl für Kühe als auch für Bullen relativ stabile Preise.
 
Zahl der Jungbullen in Deutschland stabil
Nach den vom BMELV veröffentlichten Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe, war die Zahl der geschlachteten Jungbullen in Deutschland im gesamten Jahr 2013 etwa 2,5 % kleiner als 2012 und die Schlachtmenge 2013 blieb (wegen der höheren Schlachtgewichte und offenbar längeren Haltungszeit) nur gut 1,0 % unter dem Wert von 2012. Im Vergleich zum Jahr 2011 war das Angebot am deutschen Markt 2013 allerdings größer. Mit 5,8 % übertrifft die Zahl der geschlachteten Bullen das Ergebnis von vor zwei Jahren (2011) sogar sehr deutlich. Damit relativiert sich natürlich auch der Angebotsrückgang im letzten Jahr. Gleichzeitig spiegelt sich diese Relation auch in den Ergebnissen der letzten Viehzählung vom November 2013 wider. Danach war die Zahl der Jungbullen im November 2013 etwa ähnlich groß wie 2012, jedoch 5 % größer als vor zwei Jahren (2011).
 
Schlachtkuhpreise haben sich stabilisiert
Bei Schlachtkühen haben sich die Preise etwa seit Mitte November bei rund 3,00 Euro/kg (Hkl. R3) stabilisiert und bewegen sich auch Anfang Januar auf diesem Niveau. Dabei ist das Angebot (Schlachtung) an Schachtkühen 2013 deutlich stärker geschrumpft als bei Jungbullen. Im Jahr 2013 wurden in Deutschland nach den vorläufigen Daten des BMELV knapp 7 % weniger Kühe geschlachtet als 2012 und sogar 13 % weniger als vor zwei Jahre (2011). Andererseits zeigt die Viehzählung vom November 2013 einen weiteren Anstieg des Milchkuhbestandes gegenüber Mai 2013 von 1,1 % und im Vergleich zum November 2012 sogar um 1,8 %. Offenbar wurden die Kühe wegen der kräftig gestiegenen Milchpreise (und der schlechteren Schlachterlöse) länger in der Milchproduktion gehalten und später geschlachtet als im Jahr davor.
 
Kommission erwartet stabile Preise für 2014
Anfang Dezember hatte die EU-Kommission einen ersten Ausblick auf den Markt 2014 gegeben. Danach soll die Produktion von Rindfleisch in der EU nach einem dreijährigen fortgesetzten Rückgang im Jahr 2014 erstmals wieder moderat wachsen. Die Produktionsmenge bleibt bezogen auf die Gesamt-EU jedoch weiterhin unter dem Verbrauch. Die Preise für Schlachtrinder liegen nach Einschätzung der EU-Experten mit knapp 3,91 Euro/kg (Vj. 3,94) für männliche Rinder und 3,13 Euro/kg (Vj. 3,16) für Kühe jeweils nur ganz knapp unter den vergleichbaren Vorjahrespreisen. Damit werden für das Gesamtjahr 2014  derzeit relativ stabile Marktverhältnisse erwartet.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass
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