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Analyse

Rinder: Bullenpreise fallen auf neues Jahrestief

von , am
05.06.2014

Die Preise für Jungbullen gaben in Deutschland in der letzten Woche erneut deutlich nach und markieren damit ein neues Jahrestief.Für Schlachtkühe haben sich die Preise hingegen letzte Woche auf dem bisherigen Niveau behauptet.

Inzwischen wurden die von Rinderherpes betroffenen Landkreise in Bayern bekannt gegeben. © Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Jungbullen gaben in Deutschland in der letzten Woche erneut deutlich nach und markieren damit ein neues Jahrestief. Gleichzeitig hat die Anzahl der geschlachteten Bullen (auch wegen des fehlenden Schlachtages) um etwa ein Viertel abgenommen. Für Schlachtkühe haben sich die Preise hingegen letzte Woche auf dem bisherigen Niveau behauptet. Die Anzahl der geschlachteten Kühe ging trotz des fehlenden Schlachttages nur sehr moderat zurück.
 
Bullenpreise markieren neues Jahrestief
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 01. Juni ein Preis von 3,50 Euro/t (Hkl. R3) gezahlt und damit 4 Ct weniger als in der letzten Woche. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 wurden 3,20 Euro/kg gezahlt und damit ebenfalls 4 Ct weniger als letzte Woche und für U-3 Bullen gingen die Preise mit 3,55 Euro/kg sogar um 5 Ct zurück. Damit geben die Auszahlungspreise für Jungbullen nach einer Phase mit stabilen Preisen die zweite Woche in Folge deutlich nach. Gleichzeitig sind Bullenpreise (R 3) jetzt 7 Ct niedriger als im letzten Jahr (3,57 Euro) und außerdem 25 Ct niedriger als im Jahr 2012 (3,75 Euro). Im letzten Jahr (2013) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,55 Euro auf 3,57 Euro gestiegen.
 
Bullenschlachtung bricht ein
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen ging nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 01. Juni erst um 21 % auf 17.759 Tiere zurück. Ein Grund für den Rückgang dürfte der fehlende Schlachttag sein (Himmelfahrt). Angesichts der im Vergleich relativ stabilen Kuhschlachtung dürfte die Nachfrage der Schlachter nach Bullen jedoch ohnehin verhalten sein. In den ersten 22 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 übertreffen Schlachtzahlen die Schlachtmenge aus dem Vorjahr. Derzeit beträgt der Vorsprung bei den Schlachtzahlen knapp 5 %. Das BLE hat für die ersten drei Monate des laufenden Kalenderjahres (Januar und März) einen Zuwachs der Schlachtmenge bei Bullen von knapp 7 % ausgewiesen.
 
Preise für Kühe halten sich
Die Preise für Schlachtkühe haben sich in der Woche bis zum 01. Juni nicht verändert. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Erzeuger 3,16 Euro/kg SG und damit eben so viel wie in der Vorwoche. Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Schlachtwoche bis zum 01 Juni mit 2,95 Euro/kg ebenfalls unveränderte Preise ausgezahlt und die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsware) blieben mit 2,39 Euro/kg gleichfalls unverändert. Im Vergleich zu den Preisen (R3) aus dem Vorjahr (3,37 Euro/kg), sind die derzeitigen Kuhpreise 21 Ct niedriger und das Niveau von 2012 (3,40 Euro/kg) wird um 24 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) legten die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,35 Euro/kg auf 3,37 Euro zu.
 
Kuh-Schlachtung fast stabil
Die Zahl der geschlachteten Kühe ist nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 01. Juni (trotz eines fehlenden Schlachttages) mit 14.364 Tieren nur sehr moderat um 4 % zurückgegangen. In der Vorwoche (bis 25. Mai) betrug der Rückgang allerdings 19 %! Deshalb ist dies auch die niedrigste Wochenschlachtung seit Anfang April. In den ersten 22 Wochen liegen die Schlachtzahlen des laufenden Kalenderjahres 2014 unter der Schlachtmenge aus dem Vorjahr. Derzeit beträgt der Rückstand bei den Schlachtzahlen gegenüber 2013 knapp 5 %. Das BLE hat für die ersten drei Monate des aktuellen Kalenderjahres (Januar und März) noch einen Zuwachs der Schlachtmenge bei Kühen von 1 % ausgewiesen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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