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Analyse

Rinder: Bullenpreise noch mit Luft nach oben

von , am
18.09.2014

Mitte September klettern die Preise für Jungbullen weiter kräftig nach oben.Bei Schlachtkühen geben die Preise Mitte September weiter nach.

© Frédéric Prochasson/Fotolia
 
Mitte September klettern die Preise für Jungbullen weiter kräftig nach oben. Auch im letzten Jahr (2013) sind die Bullenpreise mit kurzen Unterbrechungen bis zum Jahresende gestiegen. Gleichzeitig bleiben die Schlachtzahlen hoch und lassen auf eine unverändert starke Nachfrage der deutschen und auch europäischen Schlachtindustrie schließen. Vom Rindfleischexport in Drittländer dürften nach einem sehr erfolgreichen ersten Halbjahr 2014 in der zweiten Jahreshälfte indessen keine positiven Signale kommen, denn der wegbrechende Export nach Russland wird dem europäischen Markt als Absatzmöglichkeit fehlen. Bei Schlachtkühen geben die Preise Mitte September weiter nach. Die Schlachtzahlen nehmen bei Kühen allerdings etwas ab, bleiben jedoch hoch. Mit dem beginnenden Weideabtrieb (und den fallenden Milchpreisen) ist eigentlich auch lein deutlicher Rückgang des Schlachtkuhangebotes zu erwarteten.
 
Bullenpreise klettern weiter nach oben
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 14. September ein Preis von 3,53 Euro/t (Hkl. R3) gezahlt und damit 2 Ct mehr als in der Woche zuvor. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 wurden 3,22 Euro/kg gezahlt und damit 2 Ct mehr wie letzte Woche. Und für U-3-Bullen waren die Preise mit 3,61 Euro/kg sogar 3 Ct/kg SG höher. Damit folgen die Auszahlungspreise für Jungbullen weiterhin dem saisonalen Trend nach oben. Gleichzeitig sind Bullenpreise (R 3) derzeit 13 Ct niedriger als im letzten Jahr (3,66 Euro) und sogar 43 Ct niedriger als im Jahr 2012 (3,96 Euro). Im letzten Jahr (2013) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,63 Euro auf 3,66 Euro/kg gestiegen und haben diesen Anstieg (mit kurzen Unterbrechungen) bis zum Jahresende fortgesetzt.
 
Bullenschlachtung bleibt sehr hoch
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 14. September nochmals leicht um 1,0 % auf 22.086 zu. Da ist die größte wöchentliche Anzahl an geschlachteten Jungbullen seit Ende Mai. In den ersten 37 Wochen (Januar bis 14. September) des laufenden Kalenderjahres 2014 verfehlen die vorläufigen gewerblichen Schlachtungen die vergleichbare Schlachtmenge aus dem Vorjahr (2013) etwas. Das BLE hatte für die ersten sechs Monate des laufenden Kalenderjahres (Januar und Juni) offiziell einen Zuwachs der Schlachtmenge bei Bullen von gut 3,3 % ermittelt.
 
Preise für Kühe nur noch knapp über Jahrestief
Die Preise für Schlachtkühe haben in der Woche bis zum 14. September ein weiteres mal nachgegeben. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte jetzt nur noch 3,02 Euro/kg SG und damit 2 Ct weniger der Vorwoche. Sei Mitte Juli haben die Preise für R3-Kühe damit um 18 Ct nachgegeben und sind nicht mehr weit vom bisherigen Jahrestief im Januar (3,01) entfernt. Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Schlachtwoche bis zum 14. September mit 2,76 Euro/kg ebenfalls 2 Ct niedrigere Preise ausgezahlt. Gleichzeitig gaben die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) um 1 Ct auf 2,10 Euro/kg nach. Im Vergleich zu den Preisen (R3) aus dem Vorjahr (3,23 Euro/kg), sind die derzeitigen Kuhpreise 20 Ct niedriger und das Niveau von 2012 (3,57 Euro/kg) wird um 53 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) sind die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin mit 3,23 Euro/kg SG unverändert geblieben.
 
Kuhschlachtung geht etwas zurück, bliebt jedoch hoch
Die Zahl der geschlachteten Kühe nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 14. September um 5,0 % auf 20.933 Tiere ab, bleibt damit jedoch weiter auf sehr hohem Niveau. In den ersten 37 Wochen des laufenden Kalenderjahres (Januar bis 31. August) liegen die vorläufigen gewerblichen Schlachtungen weiterhin etwas unter der vergleichbaren Schlachtmenge aus dem Vorjahr. Das BLE hat für die ersten sechs Monate des aktuellen Kalenderjahres (Januar und Juni) offiziell eine Zunahme Kuhschlachtung von knapp 1,1 % ausgewiesen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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