Login
Analyse

Rinder: Mehr Kühe als Bullen geschlachtet, Preise gegenläufig

von , am
07.08.2014

Anfang August konnten sich die Bullenpreise leicht erholen, während die Preise für Schlachtkühe (außer für Verarbeitungsqualitäten) weiter nachgaben.

© Dieter Poschmann/pixelio
Anfang August entwickeln sich Schlachtzahlen und Preise bei Bullen und Kühen in unterschiedliche Richtungen. Während die Bullenschlachtung mittlerweile die fünfte Woche in Folge zurückgeht, nahm die Zahl der geschlachteten Kühe Anfang August deutlich zu. Außerdem wurden in der Abrechnungswoche bis 03. August 5 % mehr Kühe geschlachtet als Bullen. Gleichzeitig konnten sich die Bullenpreise leicht erholen, während die Preise für Schlachtkühe (außer für Verarbeitungsqualitäten) weiter nachgaben. Damit pendeln die Preise für Jungbullen bereits seit Anfang Juni seitwärts, während die Preise für Schlachtkühe etwa seit Mitte Juli deutlich nachgegeben haben.
 
Bullenpreise seit Juli fast unverändert
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 03. August ein Preis von 3,47 Euro/t (Hkl. R3) gezahlt und damit 1 Ct mehr wie in der Woche zuvor und eben so viel wie vor zwei Wochen. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 wurden 3,20 Euro/kg gezahlt und damit 2 Ct mehr als letzte Woche und für U-3 Bullen legten die Preise um 1 Ct auf 3,54 Euro/kg zu. Damit haben sich die Auszahlungspreise für Jungbullen sei Mitte Juni kaum verändert. Gleichzeitig sind Bullenpreise (R 3) derzeit 11 Ct niedriger als im letzten Jahr (3,58 Euro) und 39 Ct niedriger als im Jahr 2012 (3,86 Euro). Im letzten Jahr (2013) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,57 Euro auf 3,58 Euro gestiegen und in den nächsten Wochen (2013) setzte sich der Preisanstieg kontinuierlich fort.
 
Bullenschlachtung geht weiter zurück
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 03. August um 1 % auf 18.448 Tiere ab. Damit wurden die fünfte Woche in Folge (Anfang Juli) weniger Bullen geschlachtet. In den ersten 31 Wochen (Januar bis Anfang August) des laufenden Kalenderjahres 2014 übertreffen die Schlachtzahlen die vergleichbare Schlachtmenge aus dem Vorjahr (2013) relativ geringfügig. Derzeit beträgt der Vorsprung bei den Schlachtzahlen etwas weniger als 2 %. Das BLE hatte für die ersten fünf Monate des laufenden Kalenderjahres (Januar und Mai) offiziell einen Zuwachs der Schlachtmenge bei Bullen von gut 5 % ermittelt.
 
Preise für Kühe geben erneut nach
Die Preise für Schlachtkühe haben in der Woche bis zum 03. August nicht einheitlich entwickelt, jedoch für die meisten Kategorien nachgegeben. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Erzeuger 3,12 Euro/kg SG und damit 3 Ct weniger der Vorwoche. Sei Mitte Juli haben die Preise für R3-Kühe damit um 8 Ct nachgegeben. Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Schlachtwoche bis zum 03. August mit 2,89 Euro/kg 1 Ct niedrigere Preise ausgezahlt. Hier beträgt der Preisrückgang sei Mitte Juli sogar 11 Ct. Anderseits legten die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) um 1 Ct auf 2,25 Euro/kg zu. Im Vergleich zu den Preisen (R3) aus dem Vorjahr (3,36 Euro/kg), sind die derzeitigen Kuhpreise 24 Ct niedriger und das Niveau von 2012 (3,54 Euro/kg) wird um 42 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) sind die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,42 Euro/kg SG auf 3,36 Euro/kg zurückgegangen und auch in den nächsten drei Wochen sind die Preise weiter deutlich gefallen.
 
Mehr Kühe als Bullen geschlachtet
Die Zahl der geschlachteten Kühe hat nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 03. August um gut 5 % auf 19.412 Tiere zugenommen. Damit wurden Anfang August auch 5 % mehr Kühe als Bullen geschlachtet. In den ersten 31 Wochen des laufenden Kalenderjahres (Januar bis Anfang August) liegen die Schlachtzahlen unter der vergleichbaren Schlachtmenge aus dem Vorjahr. Derzeit beträgt der Rückstand bei den Schlachtzahlen gegenüber 2013 gut 4 %. Das BLE hat für die ersten fünf Monate des aktuellen Kalenderjahres (Januar und Mai) einen Rückgang der Schlachtmenge bei Kühen von knapp 1 % ausgewiesen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant