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Analyse

Rinder: Schlachtzahlen nehmen zu, Preise behaupten sich

von , am
08.07.2014

Zum Monatswechsel hat die Rinderschlachtung in Deutschland kräftig zugenommen.

© landpixel
 
Zum Monatswechsel hat die Rinderschlachtung in Deutschland kräftig zugenommen. Offenbar kann der Rindfleischmarkt auch von den etwas besseren Absatzmöglichkeiten im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft profitieren. Dabei nahm in der letzten Juniwoche sowohl die Anzahl der geschlachteten Bullen als auch die Kuhschlachtung in Deutschland kräftig zu. Gleichzeitig haben sich die Bullenpreise auf dem zuletzt erreichten deutlich ermäßigten Niveau behauptet bzw. konnten für bessere Qualitäten (U) und im unteren Qualitätssegment (P) leicht zulegen. Bei Kühen sind die Preise im oberen Qualitätsbereich (R) ebenfalls gestiegen und blieben für Verarbeitungsware (P) unverändert, während die Preise im mittleren Qualitätssegment (O) leicht nachgaben.
 
Bullenpreise behaupteten sich
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 29. Juni ein Preis von 3,46 Euro/t (Hkl. R3) gezahlt und damit eben so viel wie in der letzten Woche. Allerdings ist das auch der bisherige Jahrestiefstand. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 wurden 3,18 Euro/kg gezahlt und damit 1 Ct mehr wie letzte Woche und für U-3 Bullen legten die Preise ebenfalls um 1 Ct auf mit 3,54 Euro/kg zu. Damit haben sich die Auszahlungspreise für Jungbullen zum Monatswechsel behauptet (R3) oder legten sogar wieder leicht zu. Gleichzeitig sind Bullenpreise (R 3) jetzt 13 Ct niedriger als im letzten Jahr (3,59 Euro) und sogar 33 Ct niedriger als im Jahr 2012 (3,79 Euro). Im letzten Jahr (2013) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,62 Euro auf 3,59 Euro zurückgegangen und auch in den ersten beiden Juliwochen (2013) setzte sich der Preisrückgang fort.
 
Bullenschlachtung nimmt wieder zu
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 29. Juni um 12 % auf 20.229 Tiere zu. Ähnlich viele Tiere wurden zuletzt Anfang Juni geschlachtet. In den ersten 26 Wochen (Januar bis Juni) des laufenden Kalenderjahres 2014 übertreffen die Schlachtzahlen die vergleichbare Schlachtmenge aus dem Vorjahr nur noch ganz knapp. Derzeit beträgt der Vorsprung bei den Schlachtzahlen gerade noch 1 %. Das BLE hat für die ersten vier Monate des laufenden Kalenderjahres (Januar und April) einen Zuwachs der Schlachtmenge bei Bullen von gut 4 % ermittelt.
 
Preise für Kühe uneinheitlich
Die Preise für Schlachtkühe haben sich in der Woche bis zum 29. Juni nicht einheitlich entwickelt. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Erzeuger 3,20 Euro/kg SG und damit nochmals 1 Ct mehr als in der Vorwoche. Das ist der höchste Preis in dieser Kategorie (R3) in diesem Jahr (2014). Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Schlachtwoche bis zum 29. Juni mit 299 Euro/kg hingegen 2 Ct niedrigere Preise ausgezahlt. Demgegenüber blieben die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsware) mit 2,30 Euro/kg unverändert. Im Vergleich zu den Preisen (R3) aus dem Vorjahr (3,45 Euro/kg), sind die derzeitigen Kuhpreise 25 Ct niedriger und das Niveau von 2012 (3,47 Euro/kg) wird um 27 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) sind die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,43 Euro/kg auf 3,45 Euro gestiegen und blieben danach unverändert .
 
Kuh-Schlachtung wächst kräftig
Die Zahl der geschlachteten Kühe hat nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 29. Juni um 14 % auf 19.316 Tiere zugenommen. Das ist die größte Zahl geschlachteter Kühe seit Anfang April. In den ersten 26 Wochen (Januar bis Juni) des laufenden Kalenderjahres liegen die Schlachtzahlen (trotz größeren Kuhbestandes) unter der vergleichbaren Schlachtmenge aus dem Vorjahr. Derzeit beträgt der Rückstand bei den Schlachtzahlen gegenüber 2013 etwa 4 %. Das BLE hat für die ersten vier Monate des aktuellen Kalenderjahres (Januar und April) einen Rückgang der Schlachtmenge bei Kühen von knapp 1 % ausgewiesen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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