Login
Analyse

Rinder: Weniger Geld für Bullen, mehr für Kühe

von , am
03.04.2014

Die Preise für Jungbullen gaben zum Monatswechsel nach. Gleichzeitig hat die Anzahl der geschlachteten Bullen die dritte Woche hintereinander deutlich zugenommen.

© Susanne Schmich/pixelio
Die Preise für Jungbullen gaben zum Monatswechsel nach. Gleichzeitig hat die Anzahl der geschlachteten Bullen die dritte Woche hintereinander deutlich zugenommen. Andererseits sind die Preise für Schlachtkühe weiter gestiegen. Und dass obwohl auch die Zahl der geschlachteten Kühe zugenommen hat. Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 30. März 3,71 Euro/t (Hkl. R3) gezahlt und damit 2 Ct weniger als in der Vorwoche. Jungbullen der Handelsklasse O3 wurden mit 3,42 Euro/kg notiert und damit sogar 4 Ct preiswerter und für U-3 Bullen wurde mit rund 3,79Euro/kg ebenfalls 2 Ct weniger gezahlt. Gleichzeitig lagen die Bullenpreise (R 3) 24 Ct unter den Preisen des Vorjahres (3,97 Euro) und sind außerdem etwa 10 Ct niedriger als im Jahr 2012 (3,83 Euro).
 
Nochmals mehr Bullen geschlachtet
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 30. März um weitere 4 % auf 23.651 Tiere zu. In den letzten drei Woche ist die Bullenschlachtung damit um 22 % gestiegen. Ursache für diesen Nachfrageschub dürfte sicherlich die Vorbereitung auf das Ostergeschäft durch die Schlachter sein. Ostern ist in diesem Jahr (18.-21 April) etwa drei Wochen später als 2013. Zuvor war die Zahl der geschlachteten Bullen von Mitte Februar bis Mitte März (4 Wochen) zunächst um 15 % zurückgegangen und erst vor drei Wochen wieder deutlich nach oben geschnellt. In den ersten 13 Wochen des laufenden Kalenderjahres war die Zahl der Bullenschlachtungen in Deutschland ähnlich hoch wie 2013.
 
Weitere Preisaufschläge für Kühe
Die Preise für Schlachtkühe (Hkl. R3) sind in der Woche bis zum 30. März mit 3,14 Euro/kg SG (+1 Ct) die 10te Woche in Folge gestiegen und liegen jetzt 13 Ct höher als Ende Januar. Diese Entwicklung deutet auf ein in Relation zur Nachfrage relativ begrenztes Angebot an Schlachtkühen hin. Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Woche bis zum 30. März mit 2,91 Euro/kg ebenfalls 1 Ct mehr gezahlt, während die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) mit 2,22 Euro/kg unverändert blieben. Im Vergleich zu den Preisen aus dem Jahr 2013 (3,42 Euro/kg) sind die derzeitigen Kuhpreise jedoch noch immer 28 Ct niedriger und das Niveau von 2012 (3,28 Euro/kg) wird um 14 Ct verfehlt.
 
Kuh-Schlachtung nimmt ebenfalls zu
Die Zahl der geschlachteten Kühe ist nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 30. März mit 19.775 Tieren fast 5 % größer. In den letzten beiden Wochen hatte die Schlachtung ebenfalls zuggenommen. Seit Mitte März ist die Kuhschlachtung damit um 7 % gestiegen. Zuvor war die Zahl der geschlachteten Kühe von Mitte Februar bis Mitte März (4 Wochen) um etwa 10 % geschrumpft. In den ersten 13 Wochen des laufenden Kalenderjahres 2014 wurden bisher weniger Kühe geschlachtet als 2013.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant