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Analyse

Rind/USA: Preisrallye und satte Gewinne

von , am
18.03.2014

In diesem Jahr machen die Rindermäster in den USA satte Gewinne. Grund sind nicht nur die im Vergleich zum letzten Jahr deutlich niedrigeren Futterkosten sondern vor allem die auf immer neue Rekordmarken gestiegenen Preise.

© Margot Kessler/pixelio.de
 
In diesem Jahr machen die Rindermäster in den USA satte Gewinne. Grund sind nicht nur die im Vergleich zum letzten Jahr deutlich niedrigeren Futterkosten sondern vor allem die auf immer neue Rekordmarken gestiegenen Preise. Am Kassamarkt sind die Rinderpreise von Dezember bis Februar um rund 10 % auf neue Rekordmarken gestiegen. Dabei war das Preisniveau schon in den letzten beiden Jahren sehr hoch und spiegelt das immer knapper gewordene Angebot an Rindfleisch in den USA wider. Am Terminmarkt erwartet man den Preisspitze im März und im April und rechnet danach mit nachgebenden Preisen. Ähnlich schätzt auch das USDA die Marktentwicklung in seiner Märzprognose ein, allerdings hat man die Preiserwartungen für alle Termine höher angesetzt als im Vormonat.
 
Produktion auf niedrigstem Stand seit 20 Jahren
Für das Jahr 2014 erwarte das US-Landwirtschaftsministerium USDA das vierte Jahr in Folge einen Rückgang der Rindfleischproduktion. Von 2013 bis 2014 soll die Erzeugung um 4,6 % auf nur noch 11,17 Mio. t schrumpfen. Im Februar war das USDA allerdings noch von einem deutlich stärkeren Rückgang von 5,3 % ausgegangen. Dennoch ist die Produktion seit 2010 um 7,1 % zurückgegangenen und fällt auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 1994. Verantwortlich für den sehr starken Abwärtstrend waren die sehr hohen Futterkosten der letzten Jahre.
 
Mäster machen wieder satte Gewinne
Nach Berechnungen der Iowa State Universität wirtschafteten die US-Rindermäster trotz der hohen Preise im gesamten Jahr 2013 bis zum November mit Verlusten. Erst im Dezember 2013 lagen die Margen für die Mäster dann im grünen Bereich. Verantwortlich für die Besserung der ökonomischen Situation war der scharfe Rückgang der Futterkosten, der von März bis Dezember 2013 rund 22 % betrug. Anfang 2014 haben dann die kräftig gestiegenen Preise, in Verbindung mit den deutlich niedrigeren Futterkosten, die Mäster deutlich in die Gewinnzone gebracht und ihnen so hohe Margen wie zuletzt vor 10 Jahren (2004/2003) beschert.
 
Preiserwartungen weiter nach oben korrigiert
Das 2014 weiter schrumpfende Angebot führt auch zu weiter steigenden Preisen. Die Rinderpreise haben bereits im Februar neue Rekordwerte erreicht und auch das USDA geht in seinem aktuellen Märzreport von einem Jahr mit rekordhohen Preisen aus und hat die Preiserwartung sogar nochmals nach oben korrigiert. Dabei waren die Rinderpreise bereits in den beiden Jahren 2012 und 2013 sehr hoch. Im Durchschnitt des Jahres 2013 lagen die Preise für Mastrinder (Steers/Heifers) durchschnittlich bei 4,38 USD/kg Schlachtgewicht und im Jahr 2012 bei 4,27 USD/kg SG. In den Jahren bis 2010 lagen die Preise überwiegend zwischen 3,00 USD/kg und 3,50 USD/kg und damit deutlich niedriger.
 
Rekordpreise im Februar und März
Für 2014 rechnet das USDA in seiner Märzprognose mit einem weiteren Preisanstieg. Im Schnitt des Jahres könnten die Preise dann bei 4,94 USD/kg SG liegen und damit 13 % höher als 2013 und 11 % höher als 2012. Im Februar hatte das USDA noch einen etwas niedrigeren Preis von 4,73 USD/Kg erwartet. Das Preisniveau der von 2009 und 2010 wird sogar um 41 % bzw. 65 % übertroffen. Im Februar lag der am Kassamarkt erzielte Durchschnittspreis sogar schon bei 5,04 USD/kg und damit erstmals über der 5,00-USD-Marke. Allerdings gehen sowohl die Terminmärkte als auch das USDA bis im weiteren Jahresverlauf von einem moderaten Rückgang der Preise aus.
 
Exporte Anfang 2014 sogar höher
Die Angebotsverknappung und die hohen Binnenmarktpreise führen auch zu einem weiteren Rückgang der Exporte. Das USDA erwarte nach einer Ausfuhrmenge von etwa 1,17 Mio. t im Jahr 2013 für das Jahr 2014 einen Rückgang der Ausfuhren um knapp 6 % auf 1,10 Mio. t. Im Januar 2014 lagen die laufenden Exporte der USA allerdings sogar 5 % höher als im Jahr zuvor. Die wichtigsten Exportmärkte für Rindfleisch aus den USA waren im Anfang 2014: Japan (21 %), Mexiko (18 %), Honkong (17 %), Kanada (16 %), Südkorea (12 %) und mit großem Abstand China (3 %). Nach Russland gab es auch bei Rindfleisch keine Exporte.
 
Importe zum Jahresbeginn niedriger
Trotz des knappen Angebots am Binnenmarkt erwartet das USDA nur einen sehr moderaten Zuwachs bei den Importen. Nach einem Rindfleischimport von 1,0 Mio. t im Jahr 2012 und rund 1,02 Mio. t im Jahr 2013, sollen die Einfuhren 2014 ganz leicht auf 1,04 Mio. t steigen. . Im Januar 2014 lagen die laufenden Importe der USA sogar fast 10 % niedriger als im Jahr zuvor. Importiert wird vor allem aus Australien (30 %), Kanada (23 %), Neuseeland (23 %) und Mexiko (11 %).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass.
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