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Analyse

Rind/USA: Produktion auf 20Jahrestief, Rekordpreise

von , am
20.02.2014

Die Rindfleischproduktion in den USA fällt auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren (1994). Gleichzeitig steigen die Rinderpreiseauf neue Rekordwerte.

© Margot Kessler/pixelio.de
 
Die Rindfleischproduktion in den USA geht 2014 das vierte Jahr in Folge deutlich zurück und fällt auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren (1994). Gleichzeitig steigen die Rinderpreise trotz des bereits sehr hohen Niveaus auch 2014 noch einmal kräftig an und erreichen neue Rekordwerte. Davon geht das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) jedenfalls in seiner letzten Marktprognose von Februar aus. Mit gut 5 % könnte der Produktionsrückgang 2014 besonders kräftig ausfallen. Gleichzeitig geht der Export deutlich zurück, während der Import zunimmt. Der Verbrauch solle vor diesem Hintergrund nochmals um mehr als 4 % schrumpfen.
 
Hohe Futterkosten drücken die Produktion
Für das Jahr 2014 erwarte das US-Landwirtschaftsministerium das vierte Jahr in Folge einen Rückgang der Rindfleischproduktion. Von 2013 bis 2014 soll die Erzeugung um 5,3 % auf nur noch11,09 Mio. t schrumpfen. Seit 2010 ist die Produktion um 8,5 % zurückgegangenen und fällt auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 1994. Hauptgrund für den sehr starken Abwärtstrend sind die sehr hohen Futterkosten der letzten Jahre. Nach Berechnungen der Iowa State Universität wirtschafteten die US-Rindermäster trotz der hohen Preise das gesamte Jahr 2013 bis zum November mit Verlusten. Erst im Dezember 2013 lagen die Margen für die Mäster erstmals im Jahr 2013 im grünen Bereich. Verantworlich für die Besserung der ökonomischen Situation ist der scharfe Rückgang der Futterkosten, der von März bis Dezember 2013 rund 22 % betrug. Für 2014 versprechen die steigenden Preise und weiter fallende Kosten erstmals seit langem wieder eine rentable Produktion.
 
Preise erreichen neue Rekordmarken
Die anhaltende Angebotsverknappung hat sowohl für den Außenhandel als auch für den Binnenmarkt Konsequenzen. Die Rinderpreise in den USA könnten nach der Prognose des USDA im Jahr 2014 neue Rekordwerte erreichen. Dabei waren die Preise bereits im Jahr 2012 und 2013 sehr hoch. Im Jahr 2013 lagen die Preise für Mastrinder (Steers/Heifers) durchschnittlich bei 4,38 USD/kg Schlachtgewicht und im Jahr 2012 bei 4,27 USD/kg SG. In den Jahren vor 2010 lagen die Preise meist zwischen 3,00 USD und 3,50 USD/kg und damit deutlich niedriger. Für 2014 rechnet das USDA in seiner Februarprognose mit einem weiteren Preisanstieg. Im Schnitt des Jahres könnten die Preise dann bei 4,73 USD/kg SG liegen und nochmals 8 % höhersein als 2013 und 11 % höher als 2012. Das Preisniveau von 2009 und 2010 wird sogar um 35 % bis 55 % übertroffen.
 
Weniger Exporte, etwas mehr Importe
Die Angebotsverknappung und die hohen Binnenmarktpreise führen auch zu einem weiteren Rückgang der Exporte. Das USDA erwarte nach einer Ausfuhrmenge von etwa 1,17 Mio. t im Jahr 2013 für das Jahr 2014 einen Rückgang der Ausfuhren um knapp 10 % auf 1,06 Mio. t. Die wichtigsten Exportmärkte für Rindfleisch aus den USA waren 2013 Japan (26 %), Kanada (18 %), Mexiko (16 %), Honkong (14 %), Süd-Korea (10 %) und Taiwan. Die Exporte nach Russland lagen nach gutem Vorjahrergebnis 2013 nahe Null. Gleichzeitig nimmt die Importmenge 2014 nochmals etwas zu. Nach einem Rindfleischimport von 1,0 Mio. t im Jahr 2012 und rund 1,02 Mio. t im Jahr 2013, könnten die Einfuhren 2014 auf 1,14 Mio. t steigen. Importiert wird vor allem aus Australien (28 %), Kanada (24 %), Neuseeland (23 %) und Mexiko (11 %). Der Verbrauch nimmt wegen der sehr hohen Binnenmarktpreise weiter ab und geht von 2013 bis 2014 um 4,2 % auf 11,08 Mio. t zurück. Der Pro-Kopf-Verbrauch fällt wegen der hohen Verbraucherpreise auf den niedrigsten Stand seit langem.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass.
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