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Analyse

Abwärtsspirale bei den Schweinepreisen

von , am
25.06.2015

In der letzten Juniwoche kamen die Schweinepreise massiv unter Druck.

© Mühlhausen/landpixel
 
In der letzten Juniwoche kamen die Schweinepreise massiv unter Druck. Hauptgrund für den drastischen Preissturz war das weiterhin ausbleibende Grillwetter. Damit kam auch der Absatz der Schlachter Richtung Einzelhandel ins Stocken und die Preise für die nicht abgerufene Grillware gerieten ins Rutschen. Etliche Schlachter reagierten auf diese Entwicklung mit Hauspreisen und setzten damit auch die Abwärtsspirale der Schweinepreise in Bewegung.
 
Zwar sind die Schlachtzahlen derzeit nicht ungewöhnlich hoch, jedoch liegen sie trotzdem deutlich über den vergleichbaren Werten aus dem Vorjahr. Nach den Mitte Juni von der EU-Kommission aktualisierten Schlachtdaten aus den EU-Ländern, übersteigt die Schweineschlachtung 2015 zudem in allen vier Quartalen die Vorjahreswerte sehr deutlich. Im Gesamtjahr könnten danach sogar mehr Schweine geschlachtet werden als zur letzten Produktionsspitze im Jahr 2011. Diese Entwicklung erklärt auch (trotz der besser als 2014 laufenden Drittlands-Exporte) den enormen Druck auf die Schweinepreise.
 
VEZG-Preis fällt um 9 Cent auf 1,40 Euro
In der letzten Juniwoche (24.06) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (01.07) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 9 Cent auf 1,40 Euro je kg SG gesenkt. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung zwischen 1,40 Euro und 1,45 Euro. Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (23.06) hatte man die die Schweine zu einem um 3 Cent niedrigeren Preis mit 1,44 Cent gehandelt. Die Preisspanne lag zwischen 1,42 Euro/kg und 1,46 Euro/kg. Bei der Auktion wurden allerdings nur 52 % der angebotenen Schweine auch verkauft. Bereits am vorigen Freitag (19.06) war der Preis auf der ISN-Auktion allerdings drastisch um 10 Cent auf 1,47 Euro/kg eingebrochen und hatte die aktuelle Entwicklung vorweggenommen.
 
Schlachtzahlen weiterhin höher als 2014
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche ganz leicht zu, liegt weiterhin höher als im vorigen Jahr zu diesem Termin. Mit 949.222 geschlachteten Schweinen wurden 0,7 % mehr Tiere abgerechnet als in der Woche davor (942.612). Damit war die aktuelle Schlachtmenge jedoch 3,1 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (920.591). In den ersten 25 Wochen des Jahre bis Ende Juni, war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine rund 2,6 % größer als im letzten Jahr. Die Zahl der geschlachteten Sauen blieb in der aktuellen Woche bis 21. Juni mit 1817.199 Tieren 5,6 % kleiner als in der vorigen Woche, liegt damit jedoch 6,8 % höher als im letzten Jahr (16.100) zu diesem Termin.
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Abstand zum Vorjahr wird immer größer
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 21. Juni durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,54 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,50 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 14.06) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit 1 Cent niedriger. Für E-Schweine wurden 2 Cent niedrigere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin dennoch 23 Cent niedriger (und der Abstand dürfte sich mit den fallenden Preisen weiter vergrößern).
 
Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,74 Euro je kg SG auf 1,175 Euro je kg SG um 1 Cent gestiegen und legten bis Mitte Juli weiter zu. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 21. Juni mit 1,05 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu unveränderten Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,32) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 27 Cent niedriger.
 
Rückläufige Preiserwartungen am Terminmarkt
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Juli bei 1,50 Euro und damit 3 Cent niedriger als in der vorigen Woche (1,53). Der August notierte bei knapp 1,54 Euro und damit 1 Cent höher als in der vorigen Woche (1,53). Der September wurde mit 1,50 Euro gehandelt und damit 2 Cent niedriger wie letzte Woche (1,52) und der Oktober bleibt unverändert bei 1,56 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
Aktuelle Analyse
Schwein: Produktion übertrifft alle Erwartungen
Das Schweineangebot in der Europäischen Union ist im Jahr 2015 offenbar erheblich größer als bislang gedacht.
 
https://agrarmanager.agrarheute.com/schweineeumarktjuni15
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