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Analyse

Angebot drückt auf die Schweinepreise

von , am
13.03.2015

Mitte März nimmt das Angebot am Schweinemarkt weiter zu.

© Mühlhausen/landpixel
 
Mitte März nimmt das Angebot am Schweinemarkt weiter zu. Zwar werden auch mehr Schweine geschlachtet, dennoch drückt das größere Angebot derzeit kräftig auf die Schweinepreise. Auch für das weitere Marktjahr 2015 sind die Aussichten derzeit nicht besonders günstig. Darauf deutet zumindest die aktuelle Angebotsprognose der EU-Kommission vom Frühjahr 2015 hin. Danach soll die Produktion (Bruttoeigenerzeugung) von Schlachtschweinen im Jahr 2015 um rund 1,0 % zunehmen. Vor allem in den mit dem deutschen Schweinemarkt eng vernetzten Ländern mit großen Produktions- und Exportüberschüssen wächst die Produktion auch 2015 und damit wohl auch der Druck auf den deutschen Markt. Am Terminmarkt liegen die Preiserwartungen für den April derzeit nur bei 1,46 Euro und der Juni erreicht gerade einmal 1,50 Euro.
 
VEZG-Preis geht um 3 Ct zurück
In der zweiten Märzwoche (11.03) wurde der bis nächsten Mittwoch (18.03) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 4 Ct auf 1,40 Euro/kg SG gesenkt. Die Preispanne reicht von 1,40 Euro bis 1,43 Euro. Am Dienstag (10.03) wurden die Schweine auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,44 Ct gehandelt. Damit war der Preis der ISN-Internetbörse gegenüber der letzten Versteigerung am Freitag 1 Ct höher. Die Preisspanne der Internetschweinbörse lag zwischen 1,43 Euro/kg und 1,46 Euro/kg. Außerdem konnten bei der aktuellen Auktion alle angebotenen Schweine auch verkauft werden.
 
Schlachtzahlen wachsen weiter
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der vom BLE gemeldeten letzten Abrechnungswoche bis 08. März weiter zu. Mit insgesamt 991.331 geschlachteten Tieren wurden 2,2 % mehr Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (969.442). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge wieder 1,9 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2014). Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der aktuellen Woche (bis 8. März) um 9,5 % auf 20.557 Tiere zu.
 
Auszahlungspreise rückläufig, Sauenpreise stabil
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 08. März durchschnittlich (wirklich) ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,49 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,46 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 01.03) sind die Auszahlungspreise für S-Schweine um 3 Ct niedriger. Für E-Schweine wurden die Preise ebenfalls um 2 Ct gesenkt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 1 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche allerdings von 1,50 Euro/kg auf 1,49 zurückgegangen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 08. März mit 1,09 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu unveränderten Preisen.
 
Terminmarkt bleibt pessimistisch
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den März (am Mittwoch) bei 1,43 Euro/kg SG und damit 3 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis-Niveau und unverändert zur letzten Woche (1,43 Euro/kg). Für den April 2015 liegen die Terminmarktpreise ebenfalls unverändert bei 1,46 Euro und 6 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis eben so hoch wie in der Vorwoche (1,46 Euro). Für den Mai rechnet man nur noch mit einem Preis von 1,45 Euro/kg (Vw:1,45 Euro). Der Juni notiert unverändert bei 1,50 Euro (Vw: 1,50) und der Juli ebenfalls unverändert bei 1,53 Euro. Für den Augusttermin hält man wie schon in der letzten Woche Preise von etwa 1,59 Euro (Vw. 1,58) für möglich.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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