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Analyse

Bodenbildung bei den Schweinepreisen

von , am
09.10.2014

Anfang Oktober finden die Schweinepreise nach dem Absturz der letzten Wochen offenbar einen neuen Boden.

© Mühlhausen/landpixel
Anfang Oktober finden die Schweinepreise nach dem Absturz der letzten Wochen offenbar einen neuen Boden. Dabei scheint sich der Markt allerdings nicht so sehr auf Grund eines deutlich kleineren Angebotes zu stabilisieren als vielmehr infolge einer verbesserten Nachfrage. Nicht nur für die Schlachtindustrie haben die gefallenen Preise nämlich die Margen verbessert sondern auch der Einzelhandel und die Verbraucher reagieren auf deutlich niedrigere Preise üblicherweise mit einer gewissen Ausweitung des Konsums. Das Angebot bleibt hingegen auch in der verkürzten Schlachtwoche groß und übersteigt unverändert die Schlachtmenge aus dem Vorjahr. Damit übertreffen die Schlachtzahlen auch die neunte Woche in Folge die bereits sehr hohen Vorjahreswerte Da beliebt für die Schweinepreise erst einmal wenig Luft nach oben. Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) liegen die Preiserwartungen für die Monate Oktober und November weiter deutlich über dem aktuellen Marktpreis.
 
Schweinepreise weiterhin auf Dreijahrestief
An diesem Mittwoch (08.10) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (15.10) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine mit 1,40 Euro/kg SG nicht weiter verändert. Außerdem wurde für diese Woche für den VEZG-Preis keine Preispanne angegeben. Damit befinden sich die Schweinepreise in Deutschland weiterhin auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2011 also seit dreieinhalb Jahren. Am Dienstag (07.10) hatten die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN bereits um 1 Ct bei 1,43 Euro nachgegeben. Damit liegt der Preis der ISN-Internetbörse derzeit 3 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Die Preise bei der Internetschweinbörse bewegten sich in einer Spanne von 1,41 Euro/kg bis 1,44 Euro/kg.
 
Schlachtung weiterhin höher als 2013
Die Zahl der geschlachteten Schweine ging in feiertagsbedingt verkürzten Schlachtwoche bis zum 05. Oktober zurück, lag jedoch weiterhin über der vergleichbaren Schlachtwert aus dem Vorjahr (2013 . Mit insgesamt 894.461 geschlachteten Schweinen wurden 12 Prozent weniger Schweine abgerechnet als in der Woche zuvor (1.016.270). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge jedoch 2,4 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche. Damit übertreffen die Schlachtzahlen jetzt die neunte Woche in Folge die bereits sehr hohen Vorjahreswerte. In der Summe der ersten 40 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 05. Oktober) ist die Zahl der insgesamt geschlachteten Schweine etwas größer als die Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 05. Oktober) um 18 % auf 15.159 Tiere ab.
 
Auszahlungspreise 33 Ct niedriger als 2013
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 05. Oktober durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,44 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,48 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 28.09) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine und für E-Schweine damit nochmals 5 Ct niedriger. Gegenüber dem Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin (05. Oktober) rund 33 Ct niedriger und das Niveau von 2012 wurde um 49 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,78 Euro auf 1,77 Euro/kg zurückgegangen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 05. Oktober 2014 mit 1,20 Euro/kg SG zu 3 Ct niedrigeren Preise abgerechnet.
 
Terminmarkt für die hinteren Termine sehr pessimistisch
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) haben sich die Kontraktpreise für Schlachtschweine für die vorderen Termine kaum verändert. Für die hinteren Termine gingen die Kurse jedoch weiter deutlich zurück. Damit liegen die Kontraktpreise für den auslaufenden Oktober und für den November unverändert deutlich über den derzeitigen Auszahlungspreisen. Am Mittwoch (08.10) wurde der Oktoberkontrakt am Terminmarkt mit knapp 1,55 notiert und damit eben so teuer wie in der Vorwoche (1,55), jedoch rund 15 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Der Novembertermin beendete den Handel am Mittwoch bei 1,52 Euro/kg SG und damit 5 Ct unter dem Niveau der Vorwoche (1,57 Euro). Der Dezember wurde nur noch mit 1,40 Euro gehandelt und damit 13 Ct preiswerter als letzte Woche (1,53 Euro). Im Januar erwartet man am Terminmarkt nur noch Schweinepreise von 1,37 Euro/kg und damit 3 Ct niedrigere Kurse als in der Vorwoche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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