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Analyse

Chinas Schweineproduktion wächst wieder

von , am
29.09.2015

China ist der weltweit größte Produzent und Verbraucher von Schweinefleisch.

© Mühlhausen/landpixel
 
China ist der weltweit größte Produzent und Verbraucher von Schweinefleisch. Gleichzeitig ist das Reich der Mitte seit dem russische Importstopp 2014 der wichtigste Exportmarkt für Schweinefleisch aus der Europäischen Union, mit einem Anteil an allen europäischen Ausfuhren von etwa einem Drittel. Im internationalen Vergleich ist China im Jahr 2015 nach Japan und knapp hinter Mexiko der drittgrößte Importeur von Schweinefleisch. Anders als zunächst erwartet, wird die Einfuhr im kommenden Jahr (2016) jedoch nur noch wenig wachsen.
 
Grund für die Marktstabilisierung sind die wieder wachsenden Bestände an Zuchtsauen und Ferkeln, ausgelöst durch steigende Schweinepreise und sinkende Futterkosten sowie durch eine verbesserte Genetik. Letzteres schlägt sich auch in deutlich höheren Schlachtgewichten nieder. Zwar ist die derzeit für 2016 erwartete Produktion noch immer etwas niedriger als 2015, jedoch geht es mit der Produktion der Chinesen wohl weiter aufwärts. Das lässt zumindest ein aktueller Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) zur Marktentwicklung in China erwarteten.
 
Sauenbestände nehmen wieder zu
Der chinesische Schweinebestand hatte noch 2015 um 1,8 % auf etwa 466 Mio. Tiere abgenommen. Gleichzeitig war die Zahl der Zuchtsauen um fast 11 % auf 44,7 Mio. Tiere geschrumpft. Für 2016 geht das USDA vor dem Hintergrund der staatlichen Förderung der Sauenhaltung, der steigenden Schweinepreise sowie niedrigeren Futterkosten von einer Zunahme des Sauenbestandes um 1,7 % auf 45,5 Mio. Tiere aus sowie von einer weiteren Verbesserung der Produktivität.
 
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Allerdings ist der für 2016 erwartete Sauenbestand noch deutlich kleiner als die Zahl der Sauen im Jahr 2014 (50,0 Mio. Sauen). Für das Jahr 2015 geht das USDA derzeit von einer Produktionsmenge von etwa 56,4 Mio. t Schweinefleisch aus. Im Jahr 2014 hatten die chinesischen Farmer 56,7 Mio. t Schweinefleisch produziert. Für 2016 rechen die USDA-Analysten derzeit allenfalls noch mit einem leichten Produktionsrückgang von 0,7 % auf 57,2 Mio. t.
 
Importe wachsen nur noch langsam
Die wieder wachsenden Bestände und die Trendumkehr bei der Produktion verringern auch den chinesischen Importbedarf. Die chinesische Einfuhrmenge für das Gesamtjahr 2015 wurde vom USDA immerhin auf 800.000 t geschätzt, nachdem man zunächst noch Einfuhren 1,0 Mio. t für möglich gehalten hatte.
 
Für das Jahr 2016 geht das USDA jetzt nur noch von einer geringfügig größeren Importmenge von etwa  830.000 t Mio. t aus. Mit Abstand wichtigster Lieferant der Chinesen sind derzeit die europäischen Länder, nachdem die US-Importe wegen des Nachweises des in China verbotenen Wachstumsförderers Ractopamine bei der Fütterung der US-Schweine drastisch eingebrochen waren.
 
Export schrumpft kräftig
Der chinesiche Export von Schweinefleisch ist 2015 sehr kräftig von 276.000 t auf 180.000 t zurückgegangen. Zunächst waren die US-Analysten noch von 200.000 t Exporten ausgegangen. Für 2016 rechnet man mit einem weiteren Rückgang der chinesischen Ausfuhren auf  nur noch 150.000 t. Unter den wichtigsten Exporteuren von Schweineflescih belegt China im Jahr 2015  dennoch nach der EU, den USA, Kanada und Brasilien den 5ten Platz.
 
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Europäische Exporte 2015 kräftig gewachsen
Für die Länder der EU war China bereits im Jahr 2014 der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt. Die Ausfuhren nahmen im Vergleich zum Jahr 2013 um rund 7 % auf etwa  711.000 t zu. Seit dem Jahr 2011 ist die Ausfuhrmenge nach China damit um 318.000 t oder 80 % gewachsen.
 
In den ersten 6 Monaten des Jahres 2016 lag die Ausfuhrmenge nach China bei 456.000 t und war 38 % größer als im Jahr zuvor und machte zudem ein Drittel aller Drittlandesporte aus. Eine Stagnation oder sogar ein Rückgang der Importmenge würde (vor allem vor dem Hintergrund des anahalten russischen Importsops) entsprechend negativ am EU-Binnenmarkt bemerkbar machen.
 
Dr. Olaf Zinke
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