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Analyse

Deutlich weniger Schweine zum Jahresende?

von , am
09.09.2015

Im vierten Quartal (Oktober bis Dezember), soll die Schlachtmenge in Deutschland spürbar kleiner ausfallen als 2014

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Zahl der geschlachteten Schweine war in Deutschland im ersten Halbjahr 2015 erheblich größer als 2014. Im dritten Quartal 2015 (Juli bis September), vor allem jedoch im vierten Quartal (Oktober bis Dezember, soll die Schlachtmenge in Deutschland jedoch spürbar kleiner ausfallen als 2014. Die Folge wäre, dass im Gesamtjahr 2015 in Deutschland geringfügig weniger Schweine geschlachtet würden als 2014. Das erwartet zumindest die EU-Kommission, auf der Grundlage der aktualisierten Schlachtdaten.
 
Der deutsche Produktionsrückgang wäre allerdings eine Ausnahme unter den großen europäischen Schweineproduzenten. Lediglich in Italien geht die Zahl der geschlachteten Schweine 2015 zurück und in Frankreich stagniert die Schlachtung auf hohem Niveau. Dagegen wächst die Zahl der geschlachteten Schweine in Dänemark, den Niederlanden, Polen und vor allem in Spanien kräftig. Außerdem lag die auch deutsche Schlachtung bis August deutlich über den Vorjahreswerten und drückte auf die Preise.
 
Schlachtung seit vier Jahren relativ stabil
Die von der Kommission für das das Jahr 2015 für Deutschland erwartete Gesamtschlachtung liegt bei 58,33 Mio. Schlacht-Schweinen. Damit würde die Produktionsmenge aus dem Vorjahr von 58,73 Mio. Schweinen um 0,7 % verfehlt. Gleichzeitig wäre dies die bislang kleinste deutsche Produktionsmenge seit dem Jahr 2012 mit 58,3 Mio. Schweinen.
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Allerdings sind die Veränderungen der deutschen Schachtzahlen in den letzten 4 Jahren im Vergleich zu den Jahren davor sehr gering. Von 2012 bis 2015 wurden jährlich zwischen 58,2 Mio. und 58,7 Mio. Schweinen geschlachtet. Von 2007 bis 2011 stieg die deutsche Schlachtung von 53,3 Mio. auf 59,2 Mio. und damit um 5,9 Mio. Schweine bzw. 11 %. Der größte Teil dieses Zuwachses dürfte indessen aus unseren Nachbarländern Niederlande und Dänemark stammen.
 
Bis August mehr Schweine geschlachtet als 2014
Bis Mitte August lag die Anzahl der von den deutschen Schlachtunternehmen geschlachteten Schweine noch immer über den Vorjahreswerten. Erst danach rutschte die Wochenschlachtung unter den Vorjahreswert. Die Anzahl der Von Januar bis Anfang September geschlachteten Schweine ist jedoch noch 2,2 % größer als im Vorjahr. Der von der Kommission erwartete Rückgang der Schlachtung sollte jedoch bereits im Juli beginnen und dann immer stärker werden.
 
In den letzten drei Monaten des Jahres 2015 soll die Vorjahresschlachtung dann sogar um mehr als 4 % verfehlt werden. Ob diese Prognose aber eintrifft, hängt auch von der Marktentwicklung in unseren Nachbarländern ab, denn rund 20 % der jährlich in Deutschland geschlachteten Schweine kommen als Ferkel zur Weitermast bzw. Schlachtschweine aus Dänemark und den Niederlanden.
 
Deutlich weniger Schweine zum Jahresende?
Im ersten Quartal 2015 (Januar bis März) betrug die Zuwachs der Schlachtung in Deutschland 2,9 % auf 14,98 Mio. Schweine. Für das zweite Quartal 2015 (April bis Juni) meldet die Kommission für Deutschland einen Produktionswachstum (Schlachtung) von 1,8 % auf 14,36 Mio. Schweine. In den letzten Hochrechnungen für das dritte Quartal 2015 (Juli bis September) erwartete die Kommission für Deutschland bereits eine spürbare Marktanlastung. Dort rechneten die Kommissionsexperten mit einem relativ deutlichen Rückgang der Schlachtung um 2,1 % auf 14,29 Mio. Schweine.
{BILD:642801:png}Unter Bezugnahme auf die der laufenden Wochenschlachtungen dürfte dieser Rückgang jedoch deutlich kleiner ausfallen, denn die deutschen Schlachtzahlen waren erst ab September etwas kleiner als 2014.
 
Am kräftigsten soll die deutsche Produktion nach Meinung der Kommission jedoch in dem aus saisonalen Gründen besonders umsatzstarken 4ten Quartal schrumpfen. Für die letzten drei Monate des Jahres 2015 geht die Kommission derzeit von einem sehr kräftigen Rückgang der Schlachtung um 4,4 % auf 14,71 Mio. t aus. Das wären immerhin 0,68 Mio. Schweine weniger als im vorigen Jahr im vierten Quartal geschlachtet wurden und würde den deutschen Markt wohl spürbar entlasten.  
 
Europäische Produktion bleibt hoch
Europaweit bleibt das Angebot jedoch auch im dritten und vor allem vierten Quartal hoch. Das könnte die Entwicklung in Deutschland maßgeblich beeinflussen. Für Dänemark rechnet man für das vierte Quartal 2015 mit einem Anstieg der Schlachtung um 3,7 % und Produktionszuwachs für die Niederlande liegt im dritten und vierten Quartal zwischen 0,7 % und 0,9 %. Am stärksten wächst die Produktion jedoch bei dem nach Deutschland zweitgrößten europäischen Schweineproduzenten Spanien, mit etwa 5,0 % in den beiden letzten Quartalen 2015.
 
In Polen liegt die Schlachtung in den beiden letzten Quartalen etwa auf dem Niveau des Vorjahres und in Frankreich soll die Schlachtung zum Jahresende leicht zwischen 0,6 % und 0,8 % schrumpfen. Europaweit geht die Kommission für das dritte Quartal 2015 von einem Anstieg der Produktion um 1,5 % aus und für das letzte Quartal sogar von 1,7 % aus. Damit werden jedoch auch die Möglichkeiten einer deutlichen Erholung der Schweinepreise in der zweiten Jahreshälfte begrenzt.
 
Dr. Olaf Zinke
 
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