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Analyse

Deutsche Schweineschlachtung soll deutlich zurückgehen

von , am
28.05.2015

Ab dem dritten Quartal 2015 (Juli bis September) und vor allem im vierten Quartal (Oktober bis Dezember) soll die Schlachtmenge in Deutschland kleiner ausfallen als 2014.

© Mühlhausen/landpixel

In Deutschland war die Produktion (Schlachtung) und damit auch das Angebot an Schlachtschweinen im ersten und zweiten Quartal 2015 größer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ab dem dritten Quartal 2015 (Juli bis September) und vor allem im vierten Quartal (Oktober bis Dezember) soll die Schlachtmenge in Deutschland dann jedoch kleiner ausfallen als 2014, was die Schweinepreise stützen dürfte. Im ersten Halbjahr 2015 übertraf die Zahl der geschlachteten Schweine in Deutschland jedoch zunächst einmal den Vorjahreswert und drückte die Schweinepreise kräftig nach unten. Das zeigen die Ende Mai aktualisierten Daten der EU-Kommission auf der Grundlage der bis dahin vorliegenden Schlachtdaten aus den EU-Ländern sowie die aktualisierte Produktionsschätzung.
 
Kleinste Schlachtmenge seit 2010 erwartet
Die von der Kommission für das das Jahr 2015 für Deutschland erwartete Gesamtschlachtung liegt bei etwa 5,45 Mio. t Schweinefleisch oder 58,06 Mio. Schlacht-Schweinen. Damit würde die Produktionsmenge aus dem Vorjahr von 5,51 Mio. t oder 58,74 Mio. Schweinen immerhin um 1,2 % verfehlt. Gleichzeitig wäre dies die bislang kleinste deutsche Produktionsmenge seit dem Jahr 2010. Allerdings lag und liegt die Schlachtung in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 recht deutlich über den Vorjahreswerten. Der von der Kommission erwartete Rückgang der Schlachtung soll sich erst ab Juli vollziehen und in den letzten drei Monaten des Jahres 2015 sogar bei mehr als 4 % liegen. Ob diese Prognose aber eintrifft, hängt auch von der Marktentwicklung in unseren Nachbarländern ab, denn rund 20 % der jährlich in Deutschland geschlachteten Schweine kommen als Ferkel bzw. Schlachtschweine aus Dänemark und den Niederlanden.
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Im ersten Halbjahr mehr Schweine geschlachtet
Im ersten Quartal 2015 (Januar bis März) betrug die Zuwachs der Schlachtung in Deutschland 1,1 % auf 14,75 Mio. Schweine. Den stärksten Vorsprung gegenüber dem Vorjahr gab es im Januar 2015 mit 2,1 % und im Februar rutschte die Schlachtmenge sogar leicht unter das Vorjahresergebnis. Für das zweite Quartal 2015 (April bis Juni) erwartet die Kommission für Deutschland einen Produktionszuwachs (Schlachtung) von 1,8 % auf 14,1 Mio. Schweine.
 
Kräftiger Rückgang im zweiten Halbjahr erwartet
Die derzeitigen Aussichten für das dritte Quartal 2015 (Juli bis September) versprechen für Deutschland dann eine Marktanlastung. Derzeit rechnet die Kommission mit einem relativ deutlichen Rückgang der Schlachtung um 2,1 % auf 14,29 Mio. Schweine. Am kräftigsten soll die Produktion dann jedoch in dem aus saisonalen Gründen besonders umsatzstarken 4ten Quartal schrumpfen. Für die letzten drei Monate des Jahres 2015 geht die Kommission derzeit von einem sehr kräftigen Rückgang der Schlachtung um 4,4 % auf 14,71 Mio. t aus.
 
Europäisches Angebot bleibt jedoch hoch
Europaweit bleibt  dass Angebot jedoch auch im dritten und vor allem vierten Quartal hoch. Das könnte die Entwicklung in Deutschland noch maßgeblich beeinflussen. Für Dänemark rechnet man für das vierte Quartal 2015sogar mit einem Anstieg der Schlachtung um 3,7 % und der Produktionszuwachs für die Niederlande liegt im dritten und vierten Quartal zwischen 0,7 und 0,9 %. Am stärksten wächst die Produktion jedoch bei dem nach Deutschland beim zweitgrößten europäischen Schweineproduzenten Spanien mit mehr als 5,0 %. Europaweit geht die Kommission für das dritte Quartal 2015 nur von einem sehr leichten Produktionsrückgang von -0,4 % und für das letzte Quartal sogar nur von 0,1 % aus. Damit werden jedoch auch die Möglichkeiten einer deutlichen Erholung der Schweinepreise in der zweiten Jahreshälfte begrenzt.
 
Zur  Entwicklung  der Produktion in der Europäischen Union:
Europäische Schweine-Produktion bleibt sehr hoch 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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