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Analyse

Druck am Schweinemarkt nimmt wieder zu

von , am
16.10.2015

Mitte Oktober können sich die Schweinepreise weiter behaupten. Die wöchentliche Schweineschlachtung hat jedoch sehr kräftig zugenommen.

© Massonforstock/fotolia
 
Mitte Oktober können sich die Schweinepreise weiter behaupten. Die wöchentliche Schweineschlachtung hat jedoch sehr kräftig um knapp 7 Prozent auf mehr als 1 Mio. Schweine zugenommen. Damit ist auch der Druck auf die Schweinepreise wieder größer. Sollte das Angebot noch weiter wachsen, werden die Schlachter wohl versuchen die Preise wieder nach unten zu drücken. Bislang stützt jedoch auch die jahreszeitgemäß relativ rege Nachfrage die Preise.
 
Im vorigen Jahr verlief die Entwicklung der wöchentlichen Schweine-Schlachtungen ähnlich wie in diesem Jahr. Nach einem deutlichen Rückgang der Schlachtmenge Anfang Oktober, lag die Schweineschlachtung in den übrigen Oktoberwochen über 1,0 Mio. Tieren. Dennoch blieben die Schweinepreise von Mitte Oktober bis Ende November 2014 relativ stabil. Danach gaben die Kurse dann jedoch im Dezember noch einmal kräftig auf den tiefsten Stand des Jahres nach. Allerdings ist die wöchentliche Schlachtmenge von Ende November bis Ende Dezember auch die höchste des Jahres.
 
VEZG-Preis bleibt erneut unverändert
In der zweiten Oktoberwoche (14.10) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (21.10) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert mit 1,42 Euro je kg SG notiert. Die Preispanne lag zwischen 1,42 und 1,44 Euro. Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (13.10) waren die Schweinepreise mit 1,47 Cent ebenfalls unverändert geblieben. Die Preisspanne lag bei 1,45 bis 1,48 Euro. Am vorigen Freitag (09.10) war der Preis auf der ISN-Auktion bereits unverändert bei 1,47 Euro geblieben.
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Schlachtung steigt wieder über 1 Mio. Schweine
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 11. Oktober kräftig zu. Mit 1.016.662 Schweinen wurden 6,6 % mehr Tiere geschlachtet als in der Woche zuvor (953.738 ). Dennoch war die aktuelle Schlachtmenge jedoch 2,6 % kleiner als die Schlachtung der vergleichbaren Vorjahreswoche (1.043.836).
 
In den ersten 41 Wochen des Jahre bis Mitte Oktober, war die Zahl der insgesamt in Deutschland geschlachteten Schweine knapp 2,0 % größer als im vorigen Jahr. Die Zahl der geschlachteten Sauen war in der aktuellen Woche bis 11. Oktober mit 19.816 Tieren 6,6 % größer als als in der vorigen Woche (18.578) und 3,5 % kleiner als die Sauen-Schlachtung im vorigen Jahr (20.528) zu diesem Termin.
 
Schweinepreise jetzt höher als 2014
Der von den Schlachtunternehmen in der letzten Abrechnungswoche bis zum 11. Oktober durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,47 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,43 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 04.10) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine in der unverändert. Für E-Schweine wurden ebenfalls unveränderte Preise ausgezahlt.
 
Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin jetzt 2 Cent höher. Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,46 Euro je kg SG auf nur noch 1,43 Euro gefallen. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 11. Oktober mit 1,08 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu unveränderten Preisen (1,08). Im Vergleich zum letzten Jahr (1,16) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 8 Cent niedriger.
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Terminmarkt erwartet keine Preiserholung mehr
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den auslaufenden Oktoberkontrakt am Donnerstag (15.10) bei knapp 1,43 Euro. Das waren 2 Cent niedrigere Preise als in der Vorwoche (1,45) sowie 1 Cent mehr als der aktuelle Kassapreis (VEZG).
 
Der Novembertermin wurde mit knapp 1,41 Euro gehandelt und damit unverändert zur vorigen Woche (1,41) und 1 Cent unter dem derzeitigen Kassapreis. Der Dezember wurde am Terminmarkt mit knapp 1,38 Euro notiert und damit ebenso hoch wie vorige Woche (1,38). Für den Januar 2016 lagen die Kontraktpreise weiterhin bei knapp 1,41 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke
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