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Analyse

Europäischer Schweinemarkt mit Problemen

von , am
20.10.2014

Die Schweinemäster stehen im Herbst 2014 ebenso mit dem Rücken zur Wand wie Ferkelerzeuger.

© Mühlhausen/landpixel
Die Schweinemäster stehen im Herbst 2014 ebenso mit dem Rücken zur Wand wie Ferkelerzeuger. Im dritten Quartal sind die Preise für Schlachtschweine und Ferkel in Deutschland auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren abgestürzt. Auch für den Rest des Jahres besteht derzeit wenig Aussicht auf deutlich höhere Preise. Am europäischen Terminmarkt hält man für den November noch eine moderate Preiserholung für möglich, danach gehen die Preiserwartungen angesichts der erwarteten Angebotsentwicklung jedoch wieder deutlich zurück und liegen für den Januar 2015 sogar noch unter den Tiefstpreisen von Oktober 2014. Diese Preis-Erwartung wird zumindest durch die aktuellen Angebotsprogosen der Kommission gestützt. Für das erste Halbjahr 2015 erwartet die EU-Kommission in einer aktuellen Prognose eine weitere Zunahme der Produktion. Auch für den scharfen Preisrückgang im Herbst 2014 dürfte das im dritten Quartal 2014 deutlich gewachsene Angebot an Schlachtschweinen in den wichtigsten europäischen Erzeugerländern die wesentliche Ursache gewesen sein.
 
Großes Angebot, schwieriger Absatz
Die aktuelle Angebotsentwicklung hatte sich bereits mit den Viehzählungsergebnissen vom Mai 2014 angedeutet. Dort waren die Schweinebestände in einer ganzen Reihe wichtiger Erzeugerländer (auch in Deutschland) spürbar gewachsen. Dabei fiel der daraus resultierende Angebotszuwachs am europäischen (und deutschen) Markt für Schlachtschweine offensichtlich größer aus als von der Kommission und anderen Analysten erwartet wurde. Auf der anderen Seite haben sich die Absatzmöglichkeiten von Schweinefleisch in Drittländer durch das seit Februar 2014 bestehende Importstopp Russlands (Afrikanische Schweinepest) verschlechtert. Betroffen war insbesondere auch Deutschland, der größte Produzent und Exporteur der EU. Eine Entlastung der Schweinehalter von der Kostenseite hat indessen der scharfe Rückgang der Preise für Futtermittel (Getreide, Eiweißfutter) ab dem zweiten Halbjahr 2014 gebracht. Den Mästern verschaffen zudem die um etwa 50 Prozent gefallenen Ferkelpreise etwas Luft.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
 
Die ausführliche Analyse zur Situation und weiteren Entwicklung am deutschen und europäischen Schweinemarkt 2014 und 2015 finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift agrarmanager.
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