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Analyse

Ferkelpreise fallen auf Fünfjahrestief

von , am
21.08.2015

Die Ferkelpreise sind in Deutschland Mitte August auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2011 gefallen.

 
Die Ferkelpreise sind in Deutschland auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2011 gefallen. Das Niveau der letzten Tiefpreise vom Herbst 2014 wird an den meisten Handelsplätzen unterschritten. Grund für den drastischen Preisverfall bei Ferkeln sind die sehr niedrigen Schweinepreise und die schlechten Aussichten auf eine deutliche Preiserholung bei Schweinen in den nächsten Wochen. Mitte August hat der Druck auf die Schweinepreise sogar wieder zugenommen und die Aussichten auf eine baldige Erholung der Ferkelpreise haben sich damit ebenfalls wieder verschlechtert.
 
In der laufenden Woche geben die Ferkelpreise in den meisten Regionen Deutschlands weiter nach. Auch aus anderen EU-Ländern wie Dänemark und Frankreich werden weiter rückläufige Ferkelpreise gemeldet. In den Niederlanden könnten sich die Notierungen in dieser Woche auf sehr niedrigem Niveau behaupten. Dort haben sich die Ferkelpreise seit Mai allerdings halbiert.
 
Terminmarkt für August abgestürzt
Am Terminmarkt sind die Preiserwartungen für den auslaufenden Augusttermin immer weiter nach unten gegangen und haben sich den niedrigen Kassapreisen angepasst. Für den August notierte man am europäischen Terminmarkt (Eurex) zuletzt nur noch Ferkelpreise von 32,40 Euro und damit in etwa das aktuelle Niveau der Nord-West-Notierung. Mitte Juli lag die Preiserwartung für den August noch bei 44 Euro. Für den Monat September erwartet man in dieser Woche (20.08) am Terminmarkt weiterhin Ferkelpreise von 44 Euro.
 
Für die Monate Oktober bis Januar 2015 liegen die Preiserwartungen am Terminmarkt derzeit ebenfalls bei 44,0 Euro. Angesichts der derzeitigen Entwicklung am Schweinemarkt, ist ein Anstieg der Ferkelpreise auf das genannte Niveau zumindest für den September jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Und für die Zeit danach (ab September) zeigt dann die Preiserwartung am Schweinemarkt schon wieder nach unten und macht kaum Hoffnung auf eine deutliche Erholung der Ferkelpreise.
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Ferkelpreise in Deutschland gehen weiter zurück
In der aktuellen Woche bis zum 23. August (34 KW) geht man bei der Nord-West-Notierung für 25-kg-Ferkel (200er Partien) von knapp behaupteten bis 2 Euro niedrigeren Ferkel-Preisen aus. In der vorigen Woche bis 16. August hatte man Ferkel im Nordwesten zu 1,50 Euro niedrigeren Preisen mit durchschnittlich nur noch 32,50 Euro gehandelt. Für die 8-kg-Systemferkel sind die Preise im Nord-Westen letzte Woche um 0,8 Euro auf 21,50 Euro zurückgegangen.
 
Bei der Ferkelnotierung in Hohenlohe kosteten die 25-Ferkel (100er Gruppe) in der Woche bis zum 16. August 35,20 Euro und damit 2,80 Euro weniger als in der Vorwoche (38,0 Euro). Für die aktuelle Woche bis 23. August erwartet man in Hohenlohe 0,50 Euro niedrigere Preise.
 
Die bayrische Ringgemeinschaft meldete für 28-kg-Ferkel ab Hof für die Woche 16. August 38,20 Euro und damit unveränderte Preise zur Vorwoche (Vw.: 38,20). Für die laufende Woche bis 23. August werden ebenfalls unveränderte Preise erwartet.
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Nachgebende Preise in den Niederlanden und Dänemark
In den Niederlanden könnten sich die Preise in der laufenden Woche bis 23. August behaupten. Die Ferkelnotierung in Utrecht meldet für 25-kg-Ferkel (300er Gruppe) für die Woche bis 16. August Ferkelpreise von 22,5 Euro/Tier. In der Woche davor lagen die Preise noch bei 23,50 Euro und damit 1,0 Euro höher.
 
In Dänemark geben die Ferkelpreise hingegen weiter nach. In der aktuellen Woche bis zum 26. April wurden bei der dänischen Notierung (SPF/Pulje) für 30-kg-Ferkel 36,85 Euro je Ferkel notiert und damit 2,65 Euro weniger als in der Woche zuvor (39,40 Euro) und 4,05 Euro weniger als vor zwei Wochen (40,90). Aus Frankreich meldete man für letzte Woche ebenfalls weiter nachgebende Ferkelpreise.
 
Dr. Olaf Zinke
 
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