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Analyse

Grillwetter zieht Schweinepreise nach oben

von , am
16.04.2015

Mitte April bewegen sich die Schweinepreise weiter nach oben.

Mit der zusätzlichen Abrechnung nach AutoFOM-MFA hofft die Westfleich auf mehr Schweine in Gelsenkrichen. © Mühlhausen/landpixel
 
Mitte April bewegen sich die Schweinepreise weiter nach oben. Ursache ist die vor dem Hintergrund der steigenden Temperaturen kräftig anziehende Grillfleischnachfrage. In der Folge kommt es zu einem sehr kräftigen Nachfrageschub nach Grillware im Einzelhandel und die Schlachter müssen mehr Geld für die verfügbaren Schweine ausgeben. Allerdings ist das Angebot nach den Osterfeiertagen nicht unbedingt klein, wie die aktuellen Schlachtzahlen deutlich machen. In der um einen Tag verkürzten Nachosterwoche ist die Schlachtmenge jedenfalls höher als in der vergleichbaren Vorosterwoche. Einige Schlachter haben deshalb auch mit Hauspreisen gedroht. Dies dürfte angesichts des zügigen Abverkaufs der Schweine jedoch schwer durchzusetzten sein. Eine deutliche Abkühlung der Temperaturen und schlechteres Wetter könnte den Aufschwung jedoch auch schnell wieder ausbremsen. Der Terminmarkt hat deshalb auf den jüngsten Aufschwung nicht reagiert und die Preiserwartungen für die nächsten Monate bleiben (zunächst) einmal unverändert.
 
VEZG-Preis steigt, sehr große Spanne
In der dritten Aprilwoche (15.04) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (22.04) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 5 Ct auf 1,50 Euro/kg SG angehoben. Damit sind die Schweinepreise seit dem Monatsanfang um 10 Ct gestiegen. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung zwischen 1,45 Euro und 1,52 Euro/kg SG. Dabei deutet die sehr große Spanne von 7 Ct auch auf eine recht uneinheitliche Einschätzung der Marktlage durch die beteiligten Erzeugergemeinschaften an. Bei der ISN-Internetversteigerung am Dienstag (14.04) wurden die Schweine mit 1,55 Ct und zu 2 Ct höheren Preisen gehandelt. Die Preisspanne war mit 1,55 Euro/kg bis 1,57 Euro/kg deutlich enger als bei der VEZG-Preisfindung. Gleichzeitig wurden bei der ISN-Auktion immerhin 84 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
 
Schlachtzahlen nehmen nach Ostern zu
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 12. April wieder zu. Mit 898.418 geschlachteten Schweinen wurden in der um einen Schlachttag verkürzten Nachosterwoche 2,0 % mehr Tiere abgerechnet als ebenfalls um einen Tag kürzeren Woche vor Ostern (880.981). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 10,7 % kleiner als in der nicht im einen Schlachttag verkürzten Vorjahreswoche (1.002.584). Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der aktuellen Woche bis 12. April um knapp 6,4 % auf 18.156 Tiere zu, liegt damit jedoch noch 1,4 % niedriger als im letzten Jahr (18.412) zu diesem Termin.
 
Auszahlungspreise für Schweine und Sauen steigen
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 12. April durchschnittlich (wirklich) ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,48 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,44 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 05.04) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine 3 Ct höher. Für E-Schweine wurden ebenfalls 3 ct höhere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 18 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,61 Euro/kg auf 1,64 gestiegen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 12. April mit 1,08 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 2 Ct höheren Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,31) sind die Sauenpreise derzeit 23 Ct niedriger.
 
Terminmarkt reagiert verhalten
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Mai (am Mittwoch) bei 1,50 Euro/kg SG und damit auf dem Niveau des aktuellen VEZG-Preises und unverändert zur letzten Woche (1,50 Euro/kg). Der Juni notiert ebenfalls unverändert bei 1,52 Euro (Vw: 1,52) und der Juli liegt bei 1,55 Euro. Für den Augusttermin hält man derzeit Preise von knapp 1,59 Euro (Vw. 1,59) für möglich.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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