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Analyse

Größeres Schweineangebot drückt auf die Preise

von , am
20.08.2015

Die Schweinepreise kommen Mitte August wieder unter Druck anstatt wie erwartet allmählich zu steigen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Schweinepreise kommen Mitte August wieder unter Druck anstatt wie erwartet allmählich zu steigen. Hauptgrund ist das Mitte August wieder deutlich zunehmende Angebot an Schlachtschweinen. Dabei hatten die meisten Beobachter wegen der anhaltenden Hitze eigentlich mit einem langsameren Wachstum der Schweine und deshalb auch einem eher kleineren Angebot gerechnet. In der zurückliegenden Schlachtwoche nah die Schweineschlachtung jedenfalls um 5 % zu und erreichte den höchsten Wert seit 13 Wochen also seit Mitte Mai. Ohne eine spürbare Belebung der Nachfrage mit dem Ferienende in einigen Bundesländern könnte sich der derzeitige Preisdruck sogar noch verstärken
 
VEZG-Preis geht um 1 Cent zurück
In der dritten Augustwoche (20.08) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (27.08) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 1 Cent auf 1,36 Euro je kg SG nach unten gesetzt. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung relativ eng zwischen 1,36 und 1,37 Euro je kg SG.
 
Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (19.08) hatte man die Schweine noch zu einem unverändertem Preis mit 1,45 Cent gehandelt. Die Preisspanne lag zwischen 1,38 Euro/kg und 1,43 Euro/kg. Bei der Auktion wurden immerhin 96 % der angebotenen Schweine auch verkauft. Am vorigen Freitag (14.08) war der Preis auf der ISN-Auktion noch um 1 Cent auf 1,45 Euro gestiegen.
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Schlachtzahlen steigen kräftig
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 16. August deutlich zu und lag auf dem höchsten Stan seit 13 Wochen (Mitte Mai). Mit 957.866 geschlachteten Schweinen wurden 4,9 % mehr Tiere abgerechnet als in der Woche davor (912.784). Damit war die aktuelle Schlachtmenge 0,8 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (950.944).
 
In den ersten 33 Wochen des Jahre bis Mitte August, war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine etwa 2,5 % größer als im letzten Jahr. Die Zahl der geschlachteten Sauen war in der aktuellen Woche bis 16. August mit 16.508 Tieren 4,7 % größer als in der vorigen Woche (15.763) und 7,5 % kleiner als die Sauen-Schlachtung im vorigen Jahr (17.842) zu diesem Termin.
 
Schweinepreise 27 Cent niedriger als 2014
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 16. August durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,41 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,37 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 09.08) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit 2 Cent niedriger. Für E-Schweine wurden ebenfalls 2 Cent weniger ausgezahlt.
 
Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 27 Cent niedriger. Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,66 Euro je kg SG unverändert geblieben. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 16. August mit 0,97 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu unveränderten Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,33) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 36 Cent niedriger.
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Terminmarkt mit schwachem Ausblick
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den auslaufenden Augustkontrakt am Donnerstag (20.08) bei 1,37 Euro und damit auf gleichem Niveau wie der aktuelle Kassapreis (VEZG). Der Septembertermin wurde mit 1,46 Euro gehandelt und damit 9 Cent über den derzeitigen Kassapreisen. Der Oktobertermin steht hingegen nur noch bei 1,42 Cent je kg und der November bei 1,41 Euro. Für den Dezember werden bereits wieder Preise unterhalb von 1,40 erwartet.
 
Dr. Olaf Zinke
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