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Analyse

Keine Entspannung am Schweinemarkt

von , am
12.12.2014

Eine Entspannung der Angebotssituation ist am Schweinmarkt weiterhin nicht zu erkennen.

© Mühlhausen/landpixel
Eine Entspannung der Angebotssituation ist am Schweinmarkt weiterhin nicht zu erkennen. Auch in der letzten Schlachtwoche drängten wieder mehr als 1 Mio. Schweine auf den Markt und ließen keinerlei Aufwärtsbewegung bei den Preisen zu. Da die nächste Woche die letzte volle Schlachtwoche vor den Feiertagen ist, könnte sich der Angebotsdruck sogar noch einmal erhöhen. Sowohl im letzten Jahr (2013) als auch vor zwei Jahren (2012) erreichte die Schweineschlachtung in dieser Woche den mit Abstand höchsten Wert des Jahres und die Preise gerieten noch einmal unter Druck. Das ist angesichts des bereits sehr niedrigen Niveaus in diesem Jahr jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Nach den Feiertagen zum Jahresbeginn 2015 könnte das unverändert große Angebot die Preise jedoch sogar weiter drücken. Das erwarte man derzeit zumindest am europäischen Terminmarkt (Eurex), wo die erwarteten Schweinepreise für den Januar 2015 nur noch bei 1,30 Euro/kg SG liegen.
 
VEZG-Preis auf niedrigem Niveau behauptet
An Mittwoch (10.12) dieser Woche wurde der bis zum nächsten Mittwoch (17.12) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine nicht verändert und blieb bei 1,32 Euro/kg SG stehen. Eine Preisspanne gab es diesmal nicht, was auch den großen Druck auf den Markt und den geringen Handlungsspielraum der Erzeugergemeinschaften zum Ausdruck bringt. Am Dienstag (09.12) hatten sich die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,35 Ct nicht verändert. Damit liegt der Preis der ISN-Internetbörse 3 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Diesmal konnten 84 % der auf der Auktion angebotenen Schweine auch verkauft werden. Die Preisspanne auf der Internetschweinbörse war relativ eng bei 1,34 Euro/kg bis 1,36 Euro/kg. Der Vereinigungspreis für Schlachtsauen wurde Ende der letzten Woche (05.12) 6 Ct niedriger mit 1,13 Euro/kg SG notiert, ohne Preis-Spanne.
 
Schlachtzahlen weiter auf Rekordstand
Die Zahl der geschlachteten Schweine blieb in der Abrechnungswoche bis 07. Dezember auf dem höchsten Stand des Jahres. Mit insgesamt 1.070.944 geschlachteten Tieren wurden etwa so viele Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (1.067.890). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 2,9 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013). Damit übertreffen die Schlachtzahlen jetzt die 18te Woche in Folge die vergleichbaren Vorjahreswerte. In der Summe der ersten 49 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 07. Dezember) ist die Zahl der insgesamt geschlachteten Schweine jetzt 1 Prozent größer als 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 07. Dezember) um 5 Prozent auf 19.015 Tiere zu.
 
Sauenpreise brechen ein
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 07. Dezember durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,39 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,35 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 30.11) gingen die Auszahlungspreise für S-Schweine damit um 3 Ct zurück. Für E-Schweine wurden die Preise ebenfalls um 3 Ct gesenkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin (07. Dezember) rund 34 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2013) blieben die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche mit 1,71 Euro/kg stabil, gaben danach jedoch deutlich nach. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 07. Dezember 2014 mit 1,13 Euro/kg SG zu 6 Ct niedrigeren Preisen abgerechnet.
 
Schwache Preisaussichten zum Jahresbeginn 2015
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) liegen die Preiserwartungen für den Januar 2015 geringfügig unter dem Niveau dem aktuellen Schweinepreise (VEZG). Auch die Preiserwartungen für Februar und März 2015 liegen derzeit auf einem ähnlich niedrigen Niveau. Erst für den April rechnet man derzeit mit einer moderaten Preiserholung. Für den Januar 2015 erwartet man derzeit Schweinepreise von 1,30 Euro/kg und damit nochmals 2 Ct weniger als letzte Woche (1,32) und auch 2 Ct weniger als der aktuellen Marktpreis. Für den Februar und den März 2015 bleiben die Preiserwartungen diese Woche unverändert bei 1,31 Ct/kg und für den April bei rund 1,35 Euro. Erst im Mai rechnet man derzeit mit einem Anstieg der Preise auf 1,50 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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