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Analyse

Konsolidierung am Schweinmarkt

von , am
01.07.2015

Greenpeace will die Schweinehaltung in Deutschland verbieten lassen. Ein sogenanntes Rechtsgutachten der Umweltschützer soll dabei helfen. © landpixel
 
Zum Monatswechsel zeigen sich Angebot und Nachfrage am deutschen Schweinemarkt relativ ausgeglichen. Die Schweinepreise pendeln jedenfalls auf dem sehr niedrigen Niveau seitwärts und auch das lange erwartete (sehr) warme Wetter kann der Nachfrage zunächst einmal keine Impulse geben. Die bevorstehende Hitzewelle könnte jedoch (wie ähnlichen Situationen in den letzten Jahren gezeigt haben) das Wachstum der Schweine verlangsamen und damit das Angebot zeitweise reduzieren. Zumindest die letzten Daten der EU-Kommission (Schlachtung, Produktion) und des Statistischen Bundesamtes (Schlachtung, Viehzählung) haben gezeigt, dass das Schweine-Angebot auf absehbare Zeit große bleiben wird.
 
VEZG-Preis bleibt unverändert
In der ersten Juliwoche (01.07) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (08.07) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine mit 1,40 Euro je kg SG nicht verändert. Eine Preispanne gab es bei der aktuellen Notierung nicht. Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (30.06) hatte man die die Schweine ebenfalls zu einem unveränderten Preis von 1,44 Cent gehandelt.
 
Die Preisspanne lag zwischen 1,43 Euro/kg und 1,45 Euro/kg. Bei der Auktion wurden allerdings nur 45 % der angebotenen Schweine auch verkauft. Am vorigen Freitag (26.06) war der Preis auf der ISN-Auktion mit 1,44 Euro ebenfalls schon unverändert geblieben.
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Schlachtzahlen weiterhin höher als 2014
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 28. Juni leicht ab, liegt jedoch unverändert deutlich über den Schlachtmengen aus dem Vorjahr. Mit 940.382 geschlachteten Schweinen wurden knapp 1,0 % weniger Tiere abgerechnet als in der Woche davor (949.222). Damit war die aktuelle Schlachtmenge jedoch 5 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (895171).
 
In den ersten 26 Wochen des Jahre bis Ende Juni, war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine rund 2,7 % größer als im letzten Jahr. Die Zahl der geschlachteten Sauen war in der aktuellen Woche bis 28. Juni mit 17.355 Tieren 1,0 % größer als in der vorigen Woche und liegt 1,1 % niedriger als im letzten Jahr (17.579) zu diesem Termin.
 
Abstand zum Vorjahr wird immer größer
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 28. Juni durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,49 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,44 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 21.06) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit 5 Cent niedriger. Für E-Schweine wurden 6 Cent niedrigere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 33 Cent niedriger.
 
Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,75 Euro je kg SG auf 1,79 Euro je kg SG um 4 Cent gestiegen. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 28. Juni mit 1,00 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 5 Cent niedrigeren Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,39) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 39 Cent niedriger.
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Terminmarkt erwartet Anstieg von 10 Cent
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Juli bei 1,50 Euro und damit unverändert zur vorigen Woche (1,53) und 10 Cent über dem aktuellen VEZG-Preis. Der August notierte bei knapp 1,53 Euro und damit 1 Cent niedriger als in der vorigen Woche (1,54). Der September wurde mit 1,50 Euro gehandelt und eben so teuer wie letzte Woche (1,50) und der Oktober geht um 3 Cent zurück auf 1,53 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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