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Analyse

Kühleres Wetter drückt die Schweinepreise

von , am
17.06.2015

In der dritten Juniwoche drehen die Schweinepreise wieder in Minus.

© Mühlhausen/landpixel
 
In der dritten Juniwoche drehen die Schweinepreise wieder in Minus. Hauptgrund für den relativ deutlichen Preisrückgang ist die witterungsbedingt schwächere Nachfrage nach Grillfleisch. Auch in den nächsten Tagen ist erst einmal kein Grillwetter zu erwarten, so dass der Verkauf im Einzelhandel ins Stocken kommt und die Schlachter versuchen die Schweinepreise zu drücken.
 
Im Vorfeld der Preisfeststellung war deshalb auch wieder einmal von Hauspreisen die Rede, sollten die Schweinepreise nicht an die schwierigere Absatzsituation angepasst werden. Das Angebot an Schweinen ist im Wochenvergleich zwar nicht größer geworden, deckt nun aber offenbar recht gut die schwächere Nachfrage. Zudem sind die Schlachtzahlen Mitte Juni wieder größer als im vorigen Jahr. Am Terminmarkt bleiben die Preiserwartungen für die nächsten Wochen ebenfalls unverändert pessimistisch.
 
VEZG-Preis geht um 4 Cent zurück
In der zweiten Juniwoche (17.06) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (24.06) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 4 Cent auf 1,49 Euro je kg SG gesenkt. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung zwischen 1,45 Euro und 1,53 Euro und war ungewöhnlich groß und macht die sehr schwierige Preisfindung und die sehr differenzierte Markteinschätzung der an der Notierung beteiligten Erzeugergemeinschaften bei deutlich.
 
Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (16.06) hatte man die die Schweine zu einem um 3 Cent niedrigeren Preis mit 1,57 Cent gehandelt. Die Preisspanne lag relativ eng bei 1,56 Euro/kg bis 1,59 Euro/kg. Bei der ISN-Auktion wurden noch 75 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
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Schlachtzahlen stabil, aber größer als 2014
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche nur ganz leicht zu, liegt jedoch wieder deutlich höher als im vorigen Jahr zu diesem Termin. Mit 942.612 geschlachteten Schweinen wurden 0,5 % mehr Tiere abgerechnet als in der Woche davor (937.269). Damit war die aktuelle Schlachtmenge jedoch rund 8,7 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (867.622).
 
In den ersten 24 Wochen des Jahre bis Mitte Juni, war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine rund 2,6 % größer als im letzten Jahr. Die Zahl der geschlachteten Sauen blieb in der aktuellen Woche bis 14. Juni mit 18.207 Tieren nahezu unverändert und liegt damit 23 % höher als in der Woche im letzten Jahr (14.783) zu diesem Termin.
 
Abstand zum Vorjahr bei 21 Cent, Sauen bei 31 Cent
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 14. Juni durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,55 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,52 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 07.06) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit 4 Cent höher. Für E-Schweine wurden 5 Cent höhere Preise ausgezahlt.
 
Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin dennoch 21 Cent niedriger. Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,72 Euro je kg SG auf 1,74 Euro je kg SG um 2 Cent gestiegen und legten bis Juli weiter zu. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 14. Juni mit 1,05 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 1 Cent höheren Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,36) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 31 Cent niedriger.
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Magere Preiserwartungen am Terminmarkt
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Juni bei knapp 1,49 Euro und damit weiterhin unverändert zu vorigen Woche (1,49) und zudem auf dem Niveau des aktuellen VEZG-Preises. Der Juli notierte bei knapp 1,53 Euro und damit ebenfalls unverändert zur vorigen Woche (1,53). Für den Augusttermin erwartet man ebenfalls unveränderte Preise von 1,54 Euro (Vw. 1,54). Der September wird weiterhin nur noch mit 1,52 gehandelt und eben so teuer wie letzte Woche (1,52) und der Oktober bleibt unverändert bei 1,56 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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