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Analyse

Nachfrage und Angebot helfen Schweinepreisen

von , am
12.06.2015

In der zweiten Juniwoche setzt sich der Anstieg Schweinepreise fort

© Mühlhausen/landpixel
 
In der zweiten Juniwoche setzt sich der Anstieg Schweinepreise fort. Hauptgrund für den Preisanstieg ist die witterungsbedingt unverändert rege Nachfrage nach Grillfleisch. Aber auch dass Schweinenagebot war zuletzt nicht mehr so drückend und rutschte in der letzten Abrechnungswoche sogar erstmals seit langem wieder unter den vergleichbaren Wert aus dem Vorjahr. Damit werden die Schweinepreise jetzt auch von der Angebotsseite gestützt.
 
Allerdings liegen die Schweinepreise trotz der jüngsten Erholung weiterhin sehr deutlich unter den Preisen des vorigen Jahres und auch niedriger als in den vier Jahren davor. Am Terminmarkt scheint man zudem nicht so recht an eine nachhaltige Preiserholung zu glauben. Dort liegen die Kontrakt-Preise für den Juni jetzt sogar unter dem aktuellen VEZG-Preis und der Juli notiert gerade einmal auf dem aktuellen Preis-Niveau. Allerdings ist die Aussagekraft der Terminmarktpreise wegen der sehr dünnen Umsätze (leider) auch erheblich eingeschränkt.
 
VEZG-Preis steigt um 5 Cent
In der zweiten Juniwoche (10.06) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (17.06) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 5 Cent auf 1,53 Euro je kg SG angehoben. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung zwischen 1,51 Euro und 1,55 Euro und zeigt wieder eine etwas größere Differenz der beteiligten Erzeugergemeinschaften bei der Einschätzung der Marktlage. Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (09.06) hatte man die die Schweine zu einem um 1,0 Cent höheren Preis mit 1,58 Cent gehandelt. Die Preisspanne lag bei 1,56 Euro/kg bis 1,60 Euro/kg. Bei der aktuellen ISN-Auktion wurden immerhin 94 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
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Schlachtzahlen rutschen unter Vorjahr
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche trotz des in einigen Bundesländern geltenden Feiertages zu, blieb jedoch kleiner als im letzten Jahr zu diesem Termin. Mit 937.269 geschlachteten Schweinen wurden 7,5 % mehr Tiere abgerechnet als in der Woche davor (872.249). Trotz des Anstiegs war die aktuelle Schlachtmenge jedoch knapp 5 % kleiner als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (985.993). In den ersten 23 Wochen des Jahre bis Ende Mai, lag die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine jedoch rund 2,3 % über dem Vorjahreswert. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der aktuellen Woche bis 07. Juni um 11 % auf 18.207 Tiere zu und liegt damit jedoch 5 % niedriger als in der Woche im letzten Jahr (19.084) zu diesem Termin.
 
Abstand der Schweinepreise zum Vorjahr bleibt hoch
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 07. Juni durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,51 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,47 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 31.05) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit 1 Cent höher. Für E-Schweine wurden ebenfalls 1 Cent höhere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 23 Cent niedriger.
Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,71 Euro je kg SG auf 1,72 Euro je kg SG um 1 Cent gestiegen und legten auch in den nächsten Wochen (bis Juli) weiter zu.
Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 07. Juni mit 1,04 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 1 Cent höheren Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,34) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 30 Cent niedriger.
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Magere Preiserwartungen am Terminmarkt
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Juni (trotz des Anstiegs am Kassamarkt) bei knapp 1,49 Euro und unverändert zu vorigen Woche (1,49) und zudem 4 Cent unter dem Niveau des aktuellen VEZG-Preises. Der Juli notierte bei knapp 1,53 Euro und damit ebenfalls unverändert zur vorigen Woche (1,53) und etwa auf dem aktuellen Niveau der Kassapreise. Für den Augusttermin erwartet man ebenfalls unveränderte Preise von 1,54 Euro (Vw. 1,54). Der September wird  hingegen nur noch mit 1,52 gehandelt und damit 2 Cent niedriger als letzte Woche (1,54) und der Oktober bleibt bei 1,56 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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