Login
Analyse

Nachfrage hilft Schweinepreisen nach oben

von , am
30.01.2015

Der Grund für die aktuelle Preiserholung liegt jedoch nicht so sehr in einem kleineren Angebot als vielmehr in einer verbesserten Nachfrage.

Greenpeace will die Schweinehaltung in Deutschland verbieten lassen. Ein sogenanntes Rechtsgutachten der Umweltschützer soll dabei helfen. © landpixel
 
Endlich finden die Schweinepreise den Weg nach oben. Der Grund für die aktuelle Preiserholung liegt jedoch nicht so sehr in einem kleineren Angebot als vielmehr in einer verbesserten Nachfrage vom Binnenmarkt und möglicherweise auch in den verbesserten Aussichten im Export. Und das Angebot wird wohl auch in den nächsten Wochen und Monaten kaum kleiner, wenn man einmal auf die aktuellen Prognosen für 2015 schaut. Die EU-Kommission geht auf Basis der Länderdaten für die ersten beiden Quartale 2015 jedenfalls von einem ähnlich großen Angebot wie im Vorjahr aus. Damit wird jedoch die Entwicklung der Preise weiterhin entscheidend von der Entwicklung der Nachfrage bestimmt.
 
Nachfrage zieht an, Export nach Asien
Mittlerweile scheinen die zum Jahreswechsel aufgelaufenen großen Bestände in den Kühlhäusern der Schlachter abgebaut zu sein und die Nachfrage im Einzelhandel zieht etwas an und erlaubt auch moderate Preisaufschläge. Der Export ist ohnehin nicht so schlecht gelaufen wie wegen des Importstopps Russland befürchtet. Nach Asien (und in die USA) wurden die europäischen Ausfuhren 2014 sogar sehr kräftig ausgeweitet. Trotz der aktuellen Erholung, ist das Niveau der Schweinepreise jedoch weiterhin sehr niedrig. Am Terminmarkt sind die Kontraktpreise für den Februar zuletzt gestiegen, während sich die Preise für die hinteren Termine zum Teil sogar nach unten bewegten.
 
VEZG-Preis steigt um 5 Ct
In der letzten Januarwoche (28.01) wurde der bis nächsten Mittwoch (04.02) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 5 Ct auf bei 1,33 Euro/kg SG angehoben. Die Preispanne lag diesmal zwischen 1,31 und 1,34 Euro. Für Schlachtsauen (M) istd er Vereinigungspreis diese Woche um 2 Ct auf 1,03 Euro/kg SG gestiegen. Am Dienstag (27.01) wurden die Schweine auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,38 Ct gehandelt. Damit hat sich der Preis der ISN-Internetbörse gegenüber der letzten Versteigerung nicht verändert. Die Preisspanne auf der Internetschweinbörse lag bei 1,36 Euro/kg bis 1,40 Euro/kg. Bei der aktuellen Auktion wurden 83 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
 
Schlachtung bleibt über 1 Mio. und über Vorjahr
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine lag in der vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 25. Januar weiterhin deutlich über der Marke von 1 Mio. Tieren. Eine Marktentlastung von der Angebotsseite ist damit nicht zu erkennen. Mit insgesamt 1.026.573 geschlachteten Tieren wurden 1,5 % weniger Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (1042.599). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge sogar 6,0 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2014). Die Zahl der geschlachteten Sauen hat sich der aktuellen Woche (bis 25. Januar) allerdings deutlich um 10 % auf 18.724 Tiere abgenommen.
 
Auszahlungspreise leicht gestiegen
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 25. Januar durchschnittlich (wirklich) ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,33 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,29 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 18.01) sind die Auszahlungspreise für S-Schweine um 1 Ct höher. Für E-Schweine blieben die Preise stabil. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin rund 29 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,56 Euro/kg auf 1,59 gestiegen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 25. Januar 2015 mit 1,01 Euro/kg SG und zu unveränderten Preisen abgerechnet.
 
Preiserwartungen für Februar verbessert
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) liegen die Preiserwartungen für den Februar 2005 bei 1,35 Euro/kg SG und damit (nur) 2 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis und 4 Ct höher als in der letzten Woche ( 1,31 Euro/kg). Für den März 2015 sind die Terminmarktpreise im Vergleich zur Vorwoche (1,36 Euro) ganz leicht um 1 Ct auf 1,37 Euro/kg gestiegen. Der Aprilkontrakt notierte bei 1,38 Euro. Für den Mai rechnet man mit einem Preis von 1,43 Euro/kg (Vw:1,44 Euro). Der Juni fällt hingegen wieder auf 1,45 Euro, nachdem der Kurse letzte Woche  noch auf 1,50 Euro/kg SG gestiegen waren.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
Auch interessant