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Analyse

Noch keine höheren Preise für Schweine

von , am
26.03.2015

Viele Schweinemäster hatten vor Ostern doch noch auf einen Anstieg der Schweinepreise gehofft.

© Mühlhausen/landpixel
 
Viele Schweinemäster hatten vor Ostern doch noch auf einen Anstieg der Schweinepreise gehofft. Auch im vorigen Jahr hatte es Ende März noch eine kräftige Preiserholung gegeben. Aber dafür hätte die Grillfleischnachfrage vor den Osterfeiertagen wohl noch etwas stärker anziehen müssen. Aber danach sieht es derzeit leider nicht aus. Die Wetteraussichten für die kommende Woche sind jedenfalls sowohl im Norden als auch im Süden Deutschlands nicht gerade frühlingshaft mit viel Regen und eher kühlen Temperaturen.
 
Deutscher Export läuft gut, Nachbarn mit Problemen
Hinzu kommt ganz offensichtlich dass das Angebot unverändert groß bleibt, wie die Schlachtzahlen der aktuellen Woche von mehr als 1 Mio. Schweinen ebenso unterstreichen wie die letzten Angebotsprogosen der EU-Kommission. Hoffnung macht indessen der überraschend starke Export der Deutschen zum Jahresbeginn. Gleichzeitig könne unsere Nachbaren (Dänemark und die Niederlande) deutlich weniger Schweinefleisch in Drittländer verkaufen und diese Ware könnte zusätzlich auf den deutschen Markt drängen.
 
Schwein: Deutsche Exporte stabil, Einbruch bei den Dänen
 
VEZG-Preis unverändert, mit „positiver“ Spanne
In der vierten Märzwoche (25.03) wurde der bis nächsten Mittwoch (01.04) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine bei 1,40 Euro/kg SG erneut unverändert gelassen. Die Preispanne lag zwischen 1,40 und 1,43 Euro/kg SG und lässt durchaus den zuletzt doch zu beobachtenden Aufwärtstrend am Markt erkennen. Bei der ISN- Internetversteigerung am Dienstag (24.03 wurden die Schweine mit 1,46 Ct ebenfalls zu unveränderten Preisen gehandelt. Die Preisspanne war jedoch relativ groß und lag zwischen 1,43 Euro/kg und 1,47 Euro/kg. Allerdings wurden bei der Auktion nur 52 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
 
Schlachtzahlen bleiben über der 1.-Mio.-Marke
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine ging in der vom BLE gemeldeten letzten Abrechnungswoche bis 22. März zwar leicht zurück, blieb jedoch über der Marke von 1. Mio. Schweinen. Mit 1.002.576 geschlachteten Schweinen wurden 1,7 % weniger Tiere abgerechnet wie in der Woche zuvor (1.015.627). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge jedoch 4,7 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (957.828). Die Zahl der geschlachteten Sauen ging in der aktuellen Woche (bis 22. März)  um knapp 5 % auf 18.509 Tiere zurück, liegt damit jedoch noch 3,3 % höher als im letzten Jahr (17.911) zu diesem Termin
 
Auszahlungspreise für Schweine und Sauen rückläufig
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 23. März durchschnittlich (wirklich) ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,45 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,41 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 18.03) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit um 2 Ct niedriger. Für E-Schweine wurden ebenfalls 2 Ct niedrigere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 17 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche allerdings von 1,55 Euro/kg auf 1,60 gestiegen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 23. März mit 1,06 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 1 Ct niedrigeren Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,39) sind die Sauenpreise derzeit sogar 33 Ct (!!) niedriger.
 
Terminmarkt bewegt sich nicht
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den April (am Mittwoch) bei 1,46 Euro/kg SG und damit weiterhin 6 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis und unverändert zur letzten Woche (1,46 Euro/kg). Für den Mai rechnet man derzeit mit weiterhin mit einem Preis von 1,48 Euro/kg (Vw:1,48 Euro). Der Juni notiert ebenfalls unverändert bei knapp 1,50 Euro (Vw: 1,50) und der Juli ebenfalls unverändert bei 1,53 Euro. Für den Augusttermin hält man wie schon in der letzten Woche Preise von knapp 1,59 Euro (Vw. 1,59) für möglich.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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