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Analyse

Preisanstieg bei Schweinen kommt zum Stillstand

von , am
26.02.2015

Der Preisanstieg am Schweinemarkt kommt Ende Februar zum Stillstand.

© Massonforstock/fotolia
 
Der Preisanstieg am Schweinemarkt kommt Ende Februar zum Stillstand. Offenbar lassen sich die höheren Schweinepreise nicht beim Weiterkauf der Fleischteile durchsetzen. Gleichzeitig nimmt das Angebot an Schlachtschweinen allmählich wieder zu, auch wenn die Schlachtung in der vorigen Abrechnungswoche auf den tiefsten Stand des laufenden Jahres absackte und damit noch einmal den kräftigen Preisanstieg der letzten Woche erklärt. Allerdings es auch bis zu den Osterfeiertagen nicht mehr allzu lange und die Schlachter dürften sich allmählich auf den saisonal üblichen Nachfrageschub zu Grillsaison vorbereiten und verstärkt entsprechende Ware vorproduzieren und in den Kühlhäusern einlagern.
 
Ob der Markt hingegen von der möglichweise doch noch eingeführten privaten Lagerhaltung profitiert ist eher fraglich, denn irgendwann muss die Ware auch auf den Markt zurück und stört dann die mögliche Preiserholung. Am Terminmarkt rechnet man für den März jedenfalls nicht mehr mit einem weiteren Preisanstieg, denn die Terminmarkpreise liegen noch unter dem aktuellen VEZG-Preis. Dennoch steigen die Preiserwartungen für die folgenden Termine (April bis August) kontinuierlich bis auf 1,60 Euro/kg SG an.
 
VEZG-Preis unverändert bei 1,47 Euro
In der letzten Februarwoche (25.02) wurde der bis nächsten Mittwoch (04.03) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert bei 1,47 Euro/kg SG belassen. Eine Preispanne gab es diesmal nicht. Am Dienstag (24.02) wurden die Schweine auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,50 Ct gehandelt. Damit war der Preis der ISN-Internetbörse gegenüber der letzten Versteigerung am Freitag um 2 Ct und zurückgegangen. Die Preisspanne der Internetschweinbörse lag zwischen 1,49 Euro/kg und 1,51 Euro/kg. Bei der aktuellen ISN-Auktion konnten zudem nur 54 % (!!) der angebotenen Schweine auch verkauft werden.
 
Schlachtzahlen Mitte Februar auf Jahrestief
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine ging in der vom BLE gemeldeten letzten Abrechnungswoche bis 22. Februar nochmals zurück. Gleichzeitig war die bislang kleinste Wochenschlachtung im aktuellen Kalenderjahr. Mit insgesamt 940.397 geschlachteten Tieren wurden 2,0 % weniger Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (959.197). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge etwa 1,9 % kleiner als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2014). Die Zahl der geschlachteten Sauen ging in der aktuellen Woche (bis 22. Februar) um 5,4 % auf 18.274 Tiere zurück.
 
Auszahlungspreise gestiegen, Sauenpreise ebenfalls höher
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 22. Februar durchschnittlich (wirklich) ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,48 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,45 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 15.02) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine um 6 Ct höher. Für E-Schweine wurden die Preise ebenfalls um 6 Ct angehoben. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin jedoch immer noch 7 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche allerdings von 1,54 Euro/kg auf 1,53 zurückgegangen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 22. Februar 2015 mit 1,07 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 4 Ct höheren Preisen.
 
Terminmarkt sieht den März unverändert
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den März (am Mittwoch) bei 1,43 Euro/kg SG und damit 5 Ct unter dem aktuellen VEZG-Preis und unverändert zur letzten Woche (1,43 Euro/kg). Für den April 2015 liegen die Terminmarktpreise bei 1,46 Euro und damit ebenfalls 1 Ct unter dem aktuellen VEZG-Preis und 2 Ct höher als in der Vorwoche (1,44 Euro). Für den Mai rechnet man derzeit mit einem Preis von 1,48 Euro/kg (Vw:1,48 Euro). Der Juni notierte am Mittwoch bei 1,50 Euro (Vw: 1,50) und nur der Juli unverändert bei 1,53 Euro. Für den Augusttermin hält man Preise von etwa 1,60 Euro für möglich.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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