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Analyse

Rekordschlachtung hält Schweinepreise unten

von , am
17.10.2014

Zwar haben die Schweinepreise diese Woche ihr niedriges Niveau behauptet, Anzeichen für eine mögliche Preiserholung gibt es jedoch nicht.

© Mühlhausen/landpixel
 
Zwar haben die Schweinepreise diese Woche ihr niedriges Niveau behauptet, Anzeichen für eine mögliche Preiserholung gibt es jedoch nicht. Zumindest von der Angebotsseite ist weiterhin keine Entlastung zu erkennen. Vielmehr kletterte die Zahl der geschlachteten Schweine Mitte Oktober sogar auf den höchsten Wert in diesem Jahr. Vorausgegangen war eine feiertagsbedingt um einen Tag verkürzte Schlachtwoche. Das offensichtlich weiterhin sehr umfangreiche Angebot an Schweinen erklärt auch den Versuch einiger Schlachtunternehmen, den schon sehr niedrigen Schweinepreis mit noch niedrigeren Hauspreisen zu unterlaufen.
 
Bessere Nachfrage würde helfen
Vor dem Hintergrund des unverändert großen Angebots ist eine Preiserholung eigentlich nur durch eine spürbare Nachfragebelebung möglich. Hier könnte ein kräftiger Rückgang der Verbraucherpreise (angesichts der gefallenen Erzeugerpreise) durchaus Impulse beim Konsum bringen. Die Zahl der geschlachteten Schweine (Angebot) übertrifft Mitte Oktober die zehnte Woche in Folge die hohen Vorjahreswerte. Damit sind die Möglichkeiten für eine deutliche Preiserholung weiterhin sehr begrenzt. Dennoch liegen die Preiserwartungen am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) für den November derzeit rund 12 Ct über dem aktuellen Marktpreis. Für die folgenden Monate sind die Preiserwartungen jedoch deutlich pessimistischer.
 
Schweinepreise behaupteten sich
An diesem Mittwoch (15.10) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (22.10) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine mit 1,40 Euro/kg SG nicht verändert. Erneut wurde für diese Woche für den VEZG-Preis keine Preispanne angegeben. Damit befinden sich die Schweinepreise in Deutschland weiterhin auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2011. Am Dienstag (14.10) hatten sich die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN mit 1,43 Euro ebenfalls nicht verändert. Damit liegt der Preis der ISN-Internetbörse weiterhin 3 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Die Preise bei der Internetschweinbörse bewegten sich in einer Spanne von 1,42 Euro/kg bis 1,43 Euro/kg.
 
Schlachtung erreicht neuen Rekordwert (für 2014)
Die Zahl der geschlachteten Schweine kletterte Mitte Oktober auf den höchsten Wert in diesem Jahr. Mit insgesamt 1043.836 geschlachteten Schweinen wurden zudem 17 Prozent mehr Schweine abgerechnet als in der (um einen Schlachttag kürzen) Vorwoche (894.461). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 3,3 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche. Damit übertreffen die Schlachtzahlen jetzt die zehnte Woche in Folge die Vorjahreswerte. In der Summe der ersten 41 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 12. Oktober) ist die Zahl der insgesamt geschlachteten Schweine weiterhin etwas größer als 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 12. Oktober) um 35 % auf 20.528 Tiere zu.
 
Preise für Schlachtsauen fallen ebenfalls weiter
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 12. Oktober durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,41 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,45 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 05.10) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine und für E-Schweine damit 3 Ct niedriger. Gegenüber dem Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin (12. Oktober) rund 34 Ct niedriger und das Niveau von 2012 wurde um 51 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche mit 1,77 Euro/kg unverändert. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 12. Oktober 2014 mit 1,16 Euro/kg SG zu 4 Ct niedrigeren Preise abgerechnet.
 
Terminmarkt erwartet im November Preiserholung
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) haben sich die Kontraktpreise für Schlachtschweine diese Woche nicht weiter verändert. Damit liegen die Kontraktpreise für den November weiterhin deutlich über den derzeitigen Auszahlungspreisen. Am Mittwoch (15.10) wurde der Novemberkontrakt am Terminmarkt mit 1,52 Euro/kg SG notiert und damit eben so teuer wie in der Vorwoche (1,52), jedoch rund 12 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Der Dezember wurde mit 1,40 Euro gehandelt und damit ebenfalls so teuer wie letzte Woche (1,40 Euro). Für Januar erwartet man am Terminmarkt Schweinepreise von 1,37 Euro/kg und damit das gleiche Niveau wie letzte Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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