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Analyse

Rekordschlachtung und neues Preistief bei Schweinen

von , am
05.12.2014

Der Angebotsdruck am Schweinemarkt nimmt weiter zu. Zum Monatswechsel kletterten die Schlachtzahlen auf den höchsten Stand des Jahres und drückten die Schweinepreise weiter nach unten.

In Mecklenburg-Vorpommerm sollen konventionelle Mastschweine als Bioschweine verkauft worden sein. © Mühlhausen/landpixel
Der Angebotsdruck am Schweinemarkt nimmt weiter zu. Zum Monatswechsel kletterten die Schlachtzahlen auf den höchsten Stand des Jahres und drückten die Schweinepreise weiter nach unten. Mittlerweile befinden sich die Schweinepreise auf dem niedrigsten Stand seit Januar 2011. Eine Entlastung von der Angebotsseite ist zudem in den nächsten Wochen nicht zu erwarten, wie ein Blick auf den saisonal üblichen Verlauf von Produktion und Schlachtung verdeutlicht. Im letzten Jahr (2013) erreichten die Schlachtzahlen erst Mitte Dezember (kurz vor den Feiertagen) ihren höchsten Stand und so ähnlich war es auch in den beiden Jahren davor. Sollt es dieses Jahr eben so kommen, dürfte der Druck auf die Preise auch im Dezember nicht abnehmen. Und auch nach dem Jahreswechsel bleibt der Druck auf die Preise groß, wie die derzeitigen Preis-Erwartungen am Terminmarkt zeigt und auch der saisonal übliche Verlauf der Schweinepreise. Diese erreichen eigentlich im Januar ihren tiefsten Stand. Im nächsten Jahr liegt der erwartete Preistiefpunkt sogar erst im Februar und März und erst danach rechnet man mit einer (moderaten) Preiserholung.
 
VEZG-Preis fällt tiefsten Stand seit Januar 2011
An diesem Mittwoch (03.12) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (10.12) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um weitere 4 Ct auf 1,32 Euro/kg SG nach unten gesetzt. Die relativ große Preisspanne der abgegebenen Preismeldungen bewegte sich zwischen 1,30 Euro und 1,36 Euro/kg SG und zeigt auch die vorhandenen Unterschiede in der Markteinschätzung der beteiligten Erzeugergemeinschaften. Niedrigere Schweinepreise gab es in Deutschland zuletzt im Januar 2011. Am Dienstag (02.12) hatten die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN ebenfalls um 4 Ct auf 1,34 Ct nachgegeben. Allerdings konnten nur zwei Drittel der auf der Auktion angebotenen Schweine auch verkauft werden. Die Preisspanne auf der Internetschweinbörse war relativ eng bei 1,34 Euro/kg bis 1,35 Euro/kg. Der Vereinigungspreis für Schlachtsauen wurde Ende der letzten Woche (27.11) 4 Ct niedriger mit 1,11 Euro/kg SG notiert, in einer Preis-Spanne von 1,10 Euro bis 1,15 Euro.
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Schlachtzahlen auf Rekordstand
Die Zahl der geschlachteten Schweine nahm in der letzten Abrechnungswoche noch einmal deutlich auf den höchsten Stand des Jahres zu. Mit insgesamt 1.067.890 geschlachteten Tieren wurden nochmals 2,8 Prozent mehr Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (1.038.390). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 8,8 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013). Damit übertreffen die Schlachtzahlen jetzt die 17te Woche in Folge die vergleichbaren Vorjahreswerte. In der Summe der ersten 48 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 30. November) ist die Zahl der insgesamt geschlachteten Schweine jetzt 1 Prozent größer als 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 30. November) um 11 Prozent auf 18.068 Tiere deutlich ab.
 
Auszahlungspreise geben deutlich nach
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 30. November durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,42 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,38 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 23.11) gingen die Auszahlungspreise für S-Schweine damit um 2 Ct zurück. Für E-Schweine gingen die Preise um 3 Ct zurück. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin (30. November)  31 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2013) legten die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche um 4 Ct auf 1,71 Euro/kg zu, gaben danach jedoch wieder nach. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 30. November 2014 mit 1,19 Euro/kg SG zu unveränderten Preisen abgerechnet.
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Terminmarkt erwartet erst im Frühjahr Preiserholung
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) liegen die Kontraktpreise für Schlachtschweine für den Dezembertermin geringfügig über dem Niveau des aktuellen VEZG-Preises. Die Preiserwartungen für den Januar 2015 liegen auf dem aktuellen Niveau und die Preise für Februar und März 2015 sogar noch leicht darunter. Erst für den April rechnet man derzeit mit einer moderaten Preiserholung. Am Donnerstag (04.12) wurde der Dezemberkontrakt am Terminmarkt mit 1,34 Euro/kg SG notiert und damit 1 Ct niedriger als letzte Woche (1,35 Euro). Für den Januar 2015 erwartet man derzeit Schweinepreise von 1,32 Euro/kg und damit ein ähnliches Niveau wie in der letzten Woche (1,32). Für den Februar und den März 2015 bleiben die Preiserwartungen diese Woche unverändert bei 1,31 Ct/kg.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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