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Analyse

Russischer Fleischriese plant Wachstumssprung

von , am
21.07.2015

Russlands größter Fleischerzeuger, die börsennotierte Cherkizovo-Gruppe, will seine Kapazität zur Schweinefleischproduktion um 70 Prozent auf 300.000 Tonnen Lebendgewicht steigern.

© Werkbild
Wie das Unternehmen bekannt gab, hat die russische Sberbank CIB für das Projekt eine Kreditfinanzierung über 14,4 Milliarden Rbl (232,7 Millionen Euro) zugesagt. Die Laufzeit beträgt zwölf Jahre. Die gesamten Investitionskosten belaufen sich auf 19,2 Milliarden Rbl (310,3 Millionen Euro). Vorgesehen ist, in den Regionen Woronesh und Lipetsk Stallungen für 46.000 Sauen zu errichten, um jährlich zusätzlich 145.000 Tonnen Schweine in Lebendgewicht zu erzeugen. Damit würde Cherkizovo seine Position als Russlands größter Fleischerzeuger festigen und seine gesamte Fleischverarbeitung auf mehr als 1 Million Tonnen jährlich erhöhen.
 
Das Projekt ist in vier Phasen aufgeteilt. Die erste Bauphase hat bereits begonnen mit einer Sauenanlage in der Region Woronesh etwa 500 km südlich von Moskau. Eine erste Mastanlage soll Ende 2015 in Betrieb gehen. Ebenfalls in Bau befindet sich in der Region eine Mischfuttermühle mit einer jährlichen Kapazität von 500.000 Tonnen.
 
Die Finanzierungszusage der mehrheitlich in Staatsbesitz befindlichen Sberbank muss im Zusammenhang gesehen werden mit dem russischen Einfuhrverbot für Lebensmittel aus der Europäischen Union. Sie folgt dem politischen Willen Moskaus, die Importabhängigkeit vor allem bei Erzeugnissen tierischen Ursprungs zu verringern.
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