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Analyse

Scharfe Preiskorrektur bei Schweinen

von , am
30.04.2015

Trotz des Preisrückgangs in der Vorwoche war der Druck auf die Schweinepreise auch in der laufenden Woche sehr groß.

© Christine Braune/pixelio
 
Trotz des Preisrückgangs in der Vorwoche war der Druck auf die Schweinepreise auch in der laufenden Woche sehr groß. Dabei ist offenbar vor allem die relativ schwache Nachfrage (insbesondere nach Grillfleisch) im Einzelhandel für die weitere sehr scharfe Preiskorrektur verantwortlich, denn das Angebot an Schweinen war zuletzt sogar leicht rückläufig. Allerdings fehlt in der aktuellen Woche ein Schlachttag (1. Mai), so dass die schlachtreifen Schweine in kürzerer Zeit vermarktet werden müssen und sich allein dadurch zusätzlicher Druck aufbaut.
 
Grillwetter lässt weiter auf sich warten
Für die erste Maiwoche sind die Wetterprognosen derzeit zwar etwas besser, aber echtes Grillwetter ist jedoch weiterhin nicht in Aussicht. Außerdem stehen im Mai weitere Feiertage an, die ohne eine stärkere Belebung der Grillfleischnachfrage für anhaltenden Druck auf die Preise sorgen könnten. Einige Schlachter hatten bereits vor der aktuellen VEZG-Notierung angekündigt, nur noch Hauspreise zu zahlen, sollten die Schweinpreise nicht nach unten angepasst werden.
 
VEZG-Preis bricht ein, enge Spanne
Kurz vor dem Monatswechsel (29.04) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (05.05) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 7 Ct auf 1,40 Euro/kg SG gesenkt. Die Preispanne lag bei der aktuellen Notierung deutlich enger als zuletzt zwischen 1,40 Euro und 1,43 Euro/kg SG. Bei der ISN- Internetversteigerung am Dienstag (28.04) wurden die Schweine mit 1,44 Ct zu 6 Ct niedrigeren Preisen gehandelt. Die Preisspanne war mit 1,44 Euro/kg bis 1,45 Euro/kg ebenfalls sehr eng. Gleichzeitig wurden bei der ISN-Auktion nur 53 % der angebotenen Schweine auch verkauft.
 
Schlachtzahlen gehen sogar leicht zurück
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 26. April leicht ab. Mit 970.995 geschlachteten Schweinen wurden 1,1% weniger Tiere abgerechnet als in der Vorwoche (982.333). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge jedoch gut 9 % größer als in der um einen Schlachttag (Ostern) verkürzten Vorjahreswoche (888.303). Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der aktuellen Woche bis 26. April sehr deutlich um 12 % auf 18.177 Tiere ab und liegt damit sogar noch 1,3 % niedriger als in der einen Tag kürzeren Wocheaus dem  letzten Jahr (18.417) zu diesem Termin.
 
Auszahlungspreise sind 11 Ct niedriger als 2014
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 26. April durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,53 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirte 1,49 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 19.04) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine damit 1 Ct höher. Für E-Schweine wurden ebenfalls 1 Ct höhere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 11 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2014) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,63 Euro/kg auf 1,62 zurückgegangen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 26. April mit 1,09 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu unveränderten Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,41) sind die Sauenpreise derzeit 32 Ct niedriger.
 
Terminmarktpreis für Mai 10 Cent über VEZG-Preis
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Mai (am Mittwoch) bei 1,50 Euro/kg SG und damit 10 Ct über dem Niveau des aktuellen VEZG-Preises und unverändert zur letzten Woche (1,50 Euro/kg). Der Juni notiert 7 Ct niedriger als vorige Woche bei  nur noch 1,48 Euro (Vw: 1,55) und der Juli liegt unverändert bei 1,55 Euro (Vw: 1,55) . Für den Augusttermin erwartet man jetzt 2 Ct niedrigere Preise von 1,57 Euro (Vw. 1,59).
 
Dr. Olaf Zinke
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