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Analyse

Schlechte Aussichten für Schweinepreise

von , am
20.11.2014

Am Schweinemarkt bleibt erst einmal alles beim Alten. Ein sehr großes Angebot wird zu unverändert sehr niedrigen Preisen ohne erkennbare Probleme vom Markt aufgenommen.

In Mecklenburg-Vorpommerm sollen konventionelle Mastschweine als Bioschweine verkauft worden sein. © Mühlhausen/landpixel
Am Schweinemarkt bleibt erst einmal alles beim Alten. Ein sehr großes Angebot wird zu unverändert sehr niedrigen Preisen ohne erkennbare Probleme vom Markt aufgenommen. Eine Preiserholung wird  jedoch zumindest am Terminmarkt nicht mehr erwartet. Im Gegenteil: Die Preiserwartungen für die nächsten Wochen und Monate zeigen nach unten und Anfang 2015 liegen die Preiserwartungen sogar deutlich unter dem aktuellen Marktpreis. Eine spürbare Angebotsentlastung wird derzeit ebenso wenig erwartet, wie eine deutliche Steigerung der Absatzmöglichkeiten am europäischen Binnenmarkt oder beim Export in Drittländer. Auch in der letzten Abrechnungswoche übertraf die Zahl der geschlachteten Schweine die Marke von 1 Mio. Tieren. Gleichzeitig bewegt sich die Wochenschlachtung über den Werten aus dem Vorjahr.
 
VEZG-Preis die sechste Woche unverändert
An diesem Mittwoch (19.11) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (26.11) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine die sechste Woche in Folge mit 1,40 Euro/kg SG notiert. Die Preisspanne der abgegebenen Preismeldungen bewegt sich ebenfalls unverändert zwischen 1,40 Euro und 1,43 Euro/kg SG. So niedrig waren die Schweinepreise in Deutschland zuletzt im Februar 2011. Am Dienstag (18.11) hatten die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN sogar um 2 Ct auf 1,43 Ct nachgegeben. Damit liegt der Preis der ISN-Internetbörse 3 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Die Preise bei der Internetschweinbörse bewegten sich in einer Spanne von 1,41 Euro/kg bis 1,45 Euro/kg. Der Vereinigungspreis für Schlachtsauen wurde Ende der letzten Woche (13.11) unverändert mit 1,15 Euro/kg SG notiert, in einer ebenfalls unveränderten Spanne von 1,15 Euro bis 1,18 Euro.
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Erneut mehr als 1-Mio. Schweine geschlachtet
Die Zahl der geschlachteten Schweine lag in der letzten Abrechnungswoche wieder über der 1-Mio.-Marke. Mit insgesamt 1.026.460 geschlachteten Tieren wurden ähnlich viele Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (1.021.639). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 7,2 % (!!) größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (2013). Damit übertreffen die Schlachtzahlen jetzt die fünfzehnte Woche in Folge die vergleichbaren Vorjahreswerte. In der Summe der ersten 46 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 16. November) ist die Zahl der insgesamt geschlachteten Schweine jetzt knapp 1 % größer als 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen blieb in der letzten Woche (bis 16. November) 19.174 Tieren unverändert.
 
Auszahlungspreise für Schweine stabil
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 16. November durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,45 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E wurden den Landwirten 1,41 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 09.11) blieben die Auszahlungspreise für S-Schweine und für E-Schweine damit unverändert. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin (16. November) rund 24 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2013) blieben die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche mit 1,67 Euro/kg unverändert. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 16. November 2014 mit 1,20 Euro/kg SG zu 1 Ct höheren Preisen abgerechnet.
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Terminmarkt geht von weiterem Preisrückgang aus
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) liegen die Kontraktpreise für Schlachtschweine für die nächsten Monaten durchweg unter dem aktuellen Marktpreis. Die Preiserwartungen für die ersten Monate des Jahres 2015 gehen sogar von einem deutlichen Preisrückgang aus. Am Mittwoch (19.11) wurde der Novemberkontrakt am Terminmarkt mit 1,36 Euro/kg SG notiert und damit auf dem gleichen Niveau wie in der Vorwoche (1,36) sowie 4 Ct unter dem aktuellen VEZG-Preis. Der Dezember wurde mit knapp 1,38 Euro gehandelt und damit 1 Ct niedriger wie letzte Woche (1,39 Euro). Für den Januar 2015 erwartet man weiterhin nur noch Schweinepreise von 1,32 Euro/kg und auch für den Februar 2015 (1,32) geht man von von einem ähnlich niedrigen Niveau aus.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
 
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