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Analyse

Schwein: Angebot begrenzt Preiserholung

von , am
16.01.2014

Ursache für den ziemlich pessimistischen Ausblick, dürfte die derzeitige Angebots- (Schlachtung) und Bestandsentwicklung sei

© Massonforstock/fotolia
 
Von Dezember bis Januar sind die Schweinepreise in Deutschland kräftig gefallen und rutschten um 18 Cent auf 1,52 Euro. Ein Grund für den Preisrückgang dürfte das saisonal typische ungünstige Verhältnis von Angebot und Nachfrage zum Jahreswechsel gewesen sein. Danach fallen die Preise im Januar üblicherweise auf den tiefsten Stand des Jahres. Bis Februar erwartet man am Terminmarkt derzeit jedoch nur eine überraschend moderate Preiserholung bis auf etwa 1,63 Euro/t. Bis April geht man dann von ähnlichen niedrigen Preisen aus und erst danach sollen Kurse bis zur Jahresmitte möglichweise auf etwa 1,75 Euro steigen. Trifft diese Prognose zu, würden die Schweinepreise 2014 deutlich unter den jeweils etwa zur Jahresmitte erreichten Spitzenpreisen der letzten beiden Jahre (jeweils 1,95 Euro) bleiben.
 
Schlachtung 2013 auf Rekordniveau
Ursache für diesen ziemlich pessimistischen Ausblick, dürfte die derzeitige Angebots- (Schlachtung) und Bestandsentwicklung sei. Nach den wöchentlich abgerechneten vorläufigen Schlachtzahlen der meldepflichtigen Schlachtbetriebe durch das BMELV, wurden im zurückliegenden Kalenderjahr 2013 in Deutschland rund 3,5 % mehr Schweine geschachtet als im Jahr zuvor und sogar gut 10 % (!!!) mehr Schweine als vor zwei Jahren. Im Zeitraum von September bis Dezember 2013 übertraf die Zahl der geschlachteten Schweine den vergleichbaren Vorjahreswert sogar um 4 % bis 5 %. Die EU-Kommission hatte Mitte November für das letzte Quartal 2013 hingegen einen recht deutlichen Angebotsrückgang erwartet.
 
Angebot wird wohl nicht viel kleiner
Auch im neuen Jahr 2014 sieht es derzeit nicht unbedingt nach einer deutlichen Veränderung der Angebotssituation in Deutschland aus, wenn man einmal die Ergebnisse der letzten Viehzählung von November 2013 zu Grunde legt. Nach diesen Zählungsergebnissen war der Schweinebestand in Deutschland im November 2013 bereits wieder 1,3 % größer als im Mai und nur knapp 1 % kleiner als im November 2012. Dabei hat sich Zahl der in Deutschland gehaltenen Zuchtsauen im Jahresverlauf 2013 stabilisiert und die Zahl der Mastschweine, der Ferkel und der Jungschweine hat sogar zugenommen.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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