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Analyse

Schwein: Angebot drückt auf die Preise

von , am
11.09.2014

Die Zahl der geschlachteten Schweine hat im September ebenso zugenommen wie der Druck auf die Schweinepreise

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Zahl der geschlachteten Schweine hat im September ebenso zugenommen wie der Druck auf die Schweinepreise. Die fünfte Woche in Folge übertreffen die Schlachtzahlen mittlerweile die sehr hohen Vorjahreswerte. Und in den den nächsten Wochen wird das Angebot an Schweinen aus saisonalen Gründen weiter wachsen. Die Aufnahmefähigkeit des Marktes bleibt jedoch begrenzt. Auch der deutsche Export trägt nicht zur Marktentlastung bei. Die deutsche Ausfuhrmenge in Drittländer ist jedenfalls 17 % kleiner als 2013. Vor diesem Hintergrund sind die Schweinepreise Mitte September erneut unter Druck geraten und auf das Niveau von April zurückgefallen. Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) geht man derzeit für die nächsten Monate nur von geringen Preisveränderungen aus.
 
Schweinepreise geben deutlich nach
Am Mittwoch (10.09) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (17.09) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine um 5 Ct auf 1,60 Euro/kg SG gesenkt. Es wurde eine Preispanne von 1,60 bis 1,64 Euro/kg SG genannt. Die relativ große Spanne zeigt, dass die Einschätzung zu Marktsituation nicht einheitlich war. zur Am Dienstag (09.09) hatten die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN bereits um 2 Ct auf 1,66 Euro nachgegeben und bewegen sich damit 6 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Die Preis-Spanne lag zwischen 1,64 Euro/kg und 1,68 Euro/kg.
 
Schlachtung (Angebot) wächst immer weiter
Die Zahl der geschlachteten Schweine nahm in der letzten Schlachtwoche bis 07. September weiter  zu und erreicht damit auf den höchsten Stand seit Mitte April. Mit insgesamt 984.244 geschlachteten Schweinen wurden 2,4 % mehr Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (961.396). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 3 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche. Damit übertreffen die Schlachtzahlen die fünfte Woche in Folge die sehr hohen Vorjahreswerte. In der Summe der ersten 36 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 07. September) ist die Zahl der insgesamt geschlachteten Schweine jetzt so groß wie die Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 07. September) um 7,0 % auf 17.220 Tiere ab.
 
Schweinepreise jetzt 25 Ct unter Vorjahr
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 07. September durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,65 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,70 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 31.08) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine 1 Ct höher und für E-Schweine unverändert. Gegenüber dem Vorjahr waren die Schweinepreise zum letzten Abrechnungstermin (07. September) rund 25 Ct niedriger und das Niveau von 2012 wurde ebenfalls um 25 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,95 Euro bis auf 1,93 Euro/kg zurückgegangen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 07. September 2014 mit 1,32 Euro/kg SG zu unveränderten Preise abgerechnet.
 
Terminmarkt erwartet wenig Preisveränderung
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) haben sich die Kontraktpreise für Schlachtschweine im Vergleich zur Vorwoche nur wenig verändert nachdem die Notierungen (und damit die Preiserwartungen) bereits vor zwei Wochen deutlich zurückgegangen waren. Am Donnerstag (11.09) wurde der Septemberkontrakt am Terminmarkt mit knapp 1,62 notiert und damit 1 Ct niedriger als in der Vorwoche (1,66) und rund 2 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Der Oktobertermin beendete den Handel am Donnerstag bei 1,60 Euro/kg SG und damit auf dem Niveau der Vorwoche (1,60 Euro) und auch der November wurde unverändert mit 1,60 Euro gehandelt. Bis zum Dezember erwartet man am Terminmarkt dann (wie in der Vorwoche) einen Rückgang der Schweinepreise auf 1,54 Euro/kg.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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