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Analyse

Schwein: Deutlich weniger Exporte in Drittländer

von , am
07.08.2014

Deutschland hat 2014 rund 16 % weniger Schweinefleisch in Drittländer exportiert.

© Mühlhausen/landpixel
Der Export von Schweinefleisch aus der Europäischen Union in Drittländer ist den ersten 5 Monaten (Januar bis Mai) des Jahres 2014 um 9 % zurückgegangen. Deutschland hat 2014 sogar 16 % weniger Schweinefleisch in Drittländer exportiert. Ursache für diesen Rückgang ist vor allem das Importverbot durch den bislang wichtigsten Importeur Russland. Auch Richtung Ukraine und Weißrussland haben die Europäer deutlich weniger Schweinefleisch verkauft als 2013. Hinzu kommt, dass die (auch für Deutschland) ausgesprochen wichtigen Ausfuhren nach China bis Mai 2014 ebenfalls leicht zurückgingen. Diese Rückgänge konnten bislang nicht durch die zum Teil kräftig wachsenden Exportmengen Richtung Japan, Korea, Philippinen und Honkong aufgefangen werden. Im letzten Jahr (2013) war Russland vor China, Honkong und Japan der wichtigste Exportmarkt für Schweinefleisch aus der EU. In diesem Jahr (2014) ging das meiste Schweinefleisch nach China, Honkong und Japan.
 
Etwas weniger Schweinefleisch nach China
Der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für Schweinefleisch war in den ersten 5 Monaten des Jahres 2014 China. Allerdings haben auch die Ausfuhren nach China moderat um 4 % abgenommen und sind damit nicht mehr gewachsen so wie in den 4 Jahren zuvor. Im letzten Jahr (2013) hatten die europäischen Exporte nach China um 13 % kräftig zugenommen und im Jahr davor (2012) betrug der Zuwachs bei den europäischen Chinaexporten sogar 50 %. Der chinesische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren lag im ersten fünf Monaten des Jahres 2014 bei etwa 24 (!!) %. Die Nummer zwei unter den wichtigsten europäischen Abnehmern ist 2014 weiterhin Honkong, mit einem Zuwachs bei den Ausfuhren gegenüber dem Vorjahr von 7 % und einem Anteil an den Gesamtausfuhren von 14 %.
 
Japan und Südkorea kaufen deutlich mehr
Sehr kräftig um 43 % gewachsen ist in den ersten 5 Monaten des laufenden Jahres der Export nach Japan. Auf die Japaner entfallen 12 % der europäischen Ausfuhren. Den stärksten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr verzeichnen mit 89 % Südkorea und mit 78 % die Philippinen, als weitere wichtige asiatischer Absatzmärkte mit einem Anteil an den Gesamtexporten der Europäer von jeweils etwa 7 %. Weitere wichtige Exportländer mit starken Zuwächsen bei Ausfuhren waren in den ersten 5 Monaten des aktuellen Jahres die USA mit 49 % und Angola mit 19 % und Australien mit 15 %. Hier liegen die Anteile an den Gesamtausfuhren z wischen 3 % (USA) und 2 % (Angola).
 
Einbruch nach Russland, in die Ukraine und Weißrussland
Dramatisch eingebrochen ist erwartungsgemäß der europäische Export nach Russland. Aber auch die Ukraine und Weißrussland importierten 2014 bisher deutlich weniger Schweinefleisch aus der EU als 2013. Der russische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren lag wegen der noch im Januar noch möglichen Lieferungen noch knapp 5 % der gesamten Ausfuhrmenge. Deutlich um 29 % eingebrochen sind auch die Lieferungen in Ukraine und der Rückgang der Exporte nach Weißrussland beträgt 86 %. Damit kommt die Ukraine auf einen Anteil an den Gesamtausfuhren von 3 % und Weißrussland von weniger als 1 %.
 
Deutscher Export in Drittländer bricht um 16 % ein
Größter Schweinefleischexporteur der Europäischen Union war im Zeitraum Januar bis Mai 2014 Deutschland, knapp vor Dänemark. Dabei ging der deutsche Export gegenüber dem Vorjahr jedoch drastisch um etwa 16 % zurück, während die dänischen Ausfuhren nur um knapp 3 % abnahmen und damit relativ stabil blieben. Der deutsche Anteil an den europäischen Gesamtexporten lag dennoch bei rund 23 % also fast bei einem Viertel. Der Anteil der Exporte Dänemarks an den Gesamtausfuhren der Europäer lag bei 20 %, Spanien kommt auf 12 %, die Niederlande auf 9 %, Frankreich auf 8 % und Polen liegt bei knapp 7 %. Im letzten Jahr (2013) gingen etwa ein Viertel aller deutschen Schweinefleischausfuhren in Drittländer, während drei Viertel der Menge in andere EU-Staaten verkauft wurde. Auf Russland entfielen 2013 etwa 4 % der deutschen Gesamtexporte und damit weniger als nach China (7 %) oder nach Honkong (4,3 %). Der Anteil Russlands an allen deutschen Drittlandsexporten lag 2013 allerdings bei etwa 17 %. In die 2014 stark wachsenden Märkte Japan, Korea und die Philippinen hat Deutschland bisher relativ wenig Schweinefleisch verkauft.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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