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Analyse

Schwein: Deutsche Erzeugung bleibt 2015 relativ stabil

von , am
13.03.2015

Für Deutschland erwartet die Europäische Kommission bei Schlachtschweinen für 2015 nur einen ganz moderaten Anstieg der Inlandsproduktion.

In Mecklenburg-Vorpommerm sollen konventionelle Mastschweine als Bioschweine verkauft worden sein. © Mühlhausen/landpixel

Für Deutschland erwartet die Europäische Kommission bei Schlachtschweinen für 2015 nur einen ganz moderaten Anstieg der Inlandsproduktion (Bruttoeigenerzeugung) um etwa 0,2 %. Die Produktionsmenge im ersten Quartal 2015 soll dabei 0,7 % größer sein als im Vorjahr. Im zweiten und dritten Quartal 2015 erreicht die heimische Produktion nach dieser Prognose dann fast genau den Vorjahreswert. Im letzten Quartal 2015 soll die deutsche Inlands-Erzeugung dann ganz leicht um 0,3 % zurückgehen.
 
Produktion kaum verändert
Derzeit wird diese Prognose von den Angebotszahlen und der Preisentwicklung am deutschen Markt bestätigt. Allerdings entsteht ein beträchtlicher Teil des (aktuellen) Angebotsdrucks am deutschen Markt durch die umfangreichen Zulieferungen  aus dem benachbarten Ausland. Insgesamt wird für 2015 eine deutsche Inlandsproduktion (Bruttoeigenerzeugung) von 46,1 Mio. Schweinen erwartet. Das wäre im Vergleich zum Jahr 2014 mit einer Produktion von knapp 46,0 Mio. t nur ein leichter Zuwachs von 0,2 % bzw. 0,1 Mio. Tiere.
 
Enge Verzahnung mit den Nachbarländern
Die Anzahl der insgesamt aus dem In- und Ausland in Deutschland geschlachteten Schweine wurde von der Kommission für das zurückliegende Jahr 2014 mit rund 58,6 Mio. Tieren angegeben. Das waren rund 0,4 Mio. Tiere mehr als im Jahr zuvor und 12,0 Mio. Schweine oder gut ein Viertel (!!) mehr als Schweine als die aktuelle deutsche Inlands-Erzeugung (46,0 Mio. Tiere). Die meisten der aus dem benachbarten Ausland an deutschen Schlachthöfen geschlachteten Mastschweine kommen aus den Niederlanden. Dazu kommen jedoch vor allem aus Dänemark und auch aus den Niederlanden importierte und dann in Deutschland gemästete Ferkel und Läufer.
 
Größere Produktion in Benelux und Dänemark
Zusätzlich exportieren Dänemark, Belgien und die Niederlanden reichlich Schweinefleisch nach Deutschland. Diese sehr enge Verzahnung mit den Märkten unserer unmittelbaren Nachbarländer verdeutlicht, welchen großen Einfluss die aktuelle Produktionsentwicklung in den Niederlanden (+0,6 %), in Dänemark (+2,5 %) sowie in Belgien (+2,4 %) und Polen (+3,3 %) auf die Angebotslage und die Preise in Deutschland hat (und umgekehrt).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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