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Analyse

Schwein: Europäischer Export nach Asien boomt

von , am
01.05.2015

Deutschland hat als größter Exporteur der Europäischen Union in den ersten beiden Monaten des neuen Kalenderjahres sogar 11 % mehr Schweinefleisch in Drittländer exportiert als 2014

© Mühlhausen/landpixel
 
Der Export von Schweinefleisch aus der Europäischen Union in Drittländer lag im Zeitraum Januar bis Februar 2015 rund 2 % über der Ausfuhrmenge des Vorjahres. Dabei hat Deutschland als größter Exporteur der Europäischen Union in den ersten beiden Monaten des neuen Kalenderjahres sogar 11 % mehr Schweinefleisch in Drittländer exportiert als 2014. Relativ stabil waren hingegen die Exportmengen bei den auch für die Entwicklung am deutschen Markt wichtigen Nachbarn Dänemark und Niederlande.
 
Dagegen exportierte Polen bislang nur halb so viel Schweinefleisch wie im Jahr zuvor. Die wichtigsten Abnehmer für europäisches Schweinefleisch waren China, Südkorea, Japan, Hongkong, die Philippinen und die USA. Die höchsten Zuwächse bei den Ausfuhren erzielten die Europäer in Australien, Südkorea, den USA, China und Philippinen. Dagegen sind die Ausfuhren Richtung Honkong und Japan (und vor allem auch nach Russland) kräftig geschrumpft.
 
Exportboom nach Südkorea, China und USA
Der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für Schweinefleisch war im Zeitraum Januar bis Februar 2015 China. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2015 haben die Ausfuhren nach China dabei nochmals um 21 % zugenommen. Im Jahr 2014 waren die europäischen Exporte nach China um 7 % gewachsen und 2013 nahmen die europäischen Ausfuhren nach China um 14 % zu. Der chinesische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren lag 2015 bei etwa 30 % und im gesamten Jahr 2014 bei etwa 24 (!!) %.
 
Die Nummer zwei unter den wichtigsten Abnehmern 2015 ist Südkorea, mit einem Zuwachs bei den Ausfuhren von 71 % und einem Anteil an den Gesamtausfuhren von knapp 11 %. Im Jahr 2014 lag der koreanische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren bei etwa 7 % und die Exportmenge der Europäer nach Korea hatte sich im Jahr 2014 mehr als verdoppelt.
 
Japan importiert weniger, die Philippinen mehr
Um rund 12 % zurückgegangen ist im Jahr 2015 der Export nach Japan. Auf die Japaner entfallen derzeit etwa 9 % der europäischen Ausfuhren. Im Jahr 2014 lag der japanische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren bei etwa 10 % und die Exportmenge der Europäer nach Japan war im Jahr 2014 um 32 % gewachsen.
 
Einen Zuwachs von 17 % verzeichnen die Europäer im Zeitraum Januar bis Februar 2015 bei den Exporten Richtung Philippinen. Im Jahr 2014 lag der Anteil der Philippinen an allen europäischen Schweinefleischausfuhren bei etwa 7 % und die Exportmenge der Europäer in das südostasiatischen Land war 2014 um 94 % gewachsen. Weitere Exportländer mit kräftigen Zuwächsen sind 2015 die USA mit 48 % (4 % aller Exporte) und Australien mit 91 % (3 % aller Exporte).
 
Deutscher Export wächst um 11 %, Dänemark stabil
Größter Schweinefleischexporteur der Europäischen Union war im Zeitraum Januar bis Februar 2015 (wie auch im Gesamtjahr 2014) Deutschland vor Dänemark. Dabei hat der deutsche Export 2015 gegenüber dem Vorjahr bislang um 11 % zugenommen, nachdem die Ausfuhren im Gesamtjahr 2014 trotz des russischen Importstopps nur um knapp 5 % zurückgegangen waren. Die dänischen Ausfuhren waren 2015 ähnlich hoch wie in den ersten beiden Monaten 2014, nach dem die dänischen Ausfuhren im Gesamtjahr 2014 um etwa 8 % zurückgegangen waren.
 
Die niederländische Exportmenge waren 2015 ebenfalls fast unverändert zum Vorjahr und die polnischen Ausfuhren haben sich mehr als halbiert. Der deutsche Anteil an den europäischen Gesamtexporten liegt im Zeitraum Januar bis Februar 2015 bei etwa 24 %. Der Anteil der Exporte Dänemarks an den Gesamtausfuhren lag bei knapp 20 %, Spanien kommt bei kräftig wachsenden Exporten auf 16 % der europäischen Gesamtausfuhren, die Niederlande auf 8 %, Frankreich auf 7 % und Polen liegt bei knapp 5 %. Im den letzten Jahren gingen etwa ein Viertel aller deutschen Schweinefleisch-Ausfuhren in Drittländer, während drei Viertel in andere EU-Staaten verkauft wurden.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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