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Analyse

Schwein: Exportboom nach China hält an

von , am
11.09.2015

Die Exportmenge von Schweinefleisch aus der Europäischen Union ist 2015 trotz des russischen Importstopps höher als im vorigen Jahr.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Exportmenge von Schweinefleisch aus der Europäischen Union ist 2015 trotz des russischen Importstopps höher als im vorigen Jahr. Hauptursache für das Exportwachstum sind deutlich größeren Ausfuhrmengen nach China und Südkorea. Auch in die USA und nach Australien  haben die Europäer mehr Schweinefleisch exportiert als 2014. Offenbar ist es den Europäern gelungen den Wegfall des bis dahin wichtigsten Exportmarkes Russland auszugleichen.
 
Allerdings ist dies nicht allen wichtigen europäischen Exporteuren gleichermaßen gelungen. Im ersten Halbjahr 2015 (Januar bis Juni) war die Exportmenge von Schweinefleisch aus der Europäischen Union rund 4,0 % größer als die Ausfuhrmenge des Vorjahres. Dabei hat Deutschland als größter Exporteur der Europäischen Union sogar 15 % mehr Schweinefleisch in Drittländer verkauft als 2014.
 
Exportboom nach China und Südkorea
Der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für Schweinefleisch aus der europäischen Union war im Zeitraum Januar bis Juni 2015 weiterhin China. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 haben die Ausfuhren nach China gegenüber dem Vorjahr um 38 % zugenommen.
 
Im gesamten Jahr 2014 waren die europäischen Exporte nach China um etwa 7 % auf einen neuen Rekordwert gewachsen und 2013 nahmen die europäischen Exporte nach China bereits um 14 % zu. Der chinesische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren lag im ersten Halbjahr 2015 bei etwa 33 %. Im gesamten Jahr 2014 gingen etwa 24 (!!) der europäischen Exporte nach China.
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Die Nummer zwei unter den wichtigsten Abnehmern ist im Jahr 2015 Südkorea, mit einem Zuwachs bei den Ausfuhren von 32 % gegenüber den Vorjahr und einem Anteil an den europäischen Gesamtausfuhren von etwa 9 %. Im Jahr 2014 lag der koreanische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren bei etwa 7 %, wobei sich die Exportmenge der Europäer nach Südkorea bereits im Jahr 2014 mehr als verdoppelt hatte.
 
Japan und Philippinen importieren weniger
Um rund 18 % zurückgegangen ist in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 der europäische Schweinefleischexport nach Japan. Auf die Japaner entfallen dennoch knapp 10 % aller europäischen Ausfuhren. Im Jahr 2014 lag der japanische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren ebenfalls bei gut 10 % und die Exportmenge der Europäer nach Japan war bereits im Jahr 2014 sehr kräftig um 32 % gewachsen.
 
Einen Rückgang der Exporte von 6 % verzeichnen die Europäer im Zeitraum Januar bis Juni 2015 bei den Exporten Richtung Philippinen. Im Jahr 2014 lag der Anteil der Philippinen an allen europäischen Schweinefleischausfuhren bei knapp 7 % und die Exportmenge der Europäer in das südostasiatischen Land war 2014 ebenfalls außerordentlich kräftig um 94 % gewachsen.
 
Weitere Exportländer mit starken Zuwächsen waren im bisherigen Jahresverlauf Australien mit einem Plus von 38 % und einem Anteil allen Exporten von knapp 3 %. In die USA nahmen die Ausfuhren um 5 % zu der Anteil der Amerikaner an den Gesamtexporten liegt bei gut 3 %.
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Deutschland exportiert 15 % mehr als 2014
Größter Schweinefleischexporteur der Europäischen Union ist auch im ersten Halbjahr 2015 (wie schon im 2014) Deutschland, deutlich vor Dänemark. Dabei hat der deutsche Export in den ersten 6 Monaten 2015 gegenüber dem Vorjahr um knapp 15 % zugenommen, nachdem die Ausfuhren im Jahr 2014 ,trotz des russischen Importstopps nur um knapp 5 % zurückgegangen waren.
 
Die dänischen Ausfuhren sind 2015 bisher 2 % kleiner als 2014, nachdem die dänischen Exporte bereits im Jahr 2014 um etwa 8 % zurückgegangen waren. Die niederländische Exportmenge ist 2015 etwa 1,0 % kleiner als im Vorjahr, während die polnischen Ausfuhren 2015 um 24 % geschrumpft sind. Der deutsche Anteil an den europäischen Gesamtexporten lag im Zeitraum Januar bis Juni 2015 bei etwa 25 %. Der Anteil der Exporte Dänemarks an den Gesamtausfuhren lag bei knapp 20 %.
 
Spanien kommt bei einem Ausbau seiner Exporte um ein Drittel auf einen Anteil an 16 % der europäischen Gesamtausfuhren, die Niederlande erreichen 8 %, Frankreich knapp 7 % und Polen 4 %. Im den letzten Jahren gingen etwa ein Viertel aller deutschen Schweinefleisch-Exporte in Drittländer, während drei Viertel in andere EU-Staaten verkauft wurden.
 
Dr. Olaf Zinke
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