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Analyse

Schwein: Exporte nach Asien sehr kräftig gewachsen

von , am
23.01.2015

Der Export von Schweinefleisch aus der Europäischen Union in Drittländer ist 2014 um 6,6 % zurückgegangen.

Vergangene Woche wurde für Schweine der Handelsklasse S 1,39 Euro je Kilo Schlachtgewicht gezahlt. Das sind vier Cent mehr als in der Vorwoche. © Mühlhausen/landpixel
 
Der Export von Schweinefleisch aus der Europäischen Union in Drittländer ist 2014 um 6,6 % zurückgegangen. Deutschland hat 8 % weniger Schweinefleisch in Drittländer exportiert. Damit ist der Einbruch der europäischen Exporte nicht ganz so dramatisch wie wegen des russischen Importstopps befürchtet. Grund ist eine sehr kräftige Expansion der Exporte nach Asien (Südkorea, Philippinen, Japan) und in die USA. Im Jahr 2014 waren China, Honkong, Japan, Südkorea und die Philippinen die wichtigsten Exportmärkte für Schweinefleisch aus der EU.
 
Teilweise Aufhebung des Importstopps möglich
Mittlerweile scheint eine teilweise Aufhebung des Importstopps für lebende Schweine nach Russland möglich bzw. wird für auswählte Länder (u. a. Frankreich) verhandelt. Allerdings machten die Lebendexporte der EU nach Russland 2013 nicht einmal 1 % aller Ausfuhren aus und hatten für den Gesamtmarkt kaum Bedeutung. In früheren Jahren hatten die Lebendexporte nach Russland allerdings auch schon einmal größere Bedeutung. In Russland selbst sind die Preise für Schweine und Schweinefleisch nach dem Ausbleiben der europäischen Lieferungen auf neue Rekordmarken geklettert. Russland importiert normalerweise 25 % bis 30 % der gesamten Verbrauchsmenge bei Schweinefleisch. Von diesen Importen kam in den letzten Jahren etwa die Hälfte aus der EU.
 
Ein Vierel der Exporte nach China
Der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für Schweinefleisch war wegen des russischen Einfuhrstopps China. Im Zeitraum Januar bis November 2014 haben die Ausfuhren nach China ganz um 5 % zugenommen. Im Jahr zuvor (2013) hatten die europäischen Exporte nach China allerdings um 13 % kräftig zugenommen. Der chinesische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren lag 2014 bei etwa 24 (!!) %. Die Nummer zwei unter den wichtigsten Abnehmern ist weiterhin Honkong, mit einem Zuwachs bei den Ausfuhren von 14 % und einem Anteil an den Gesamtausfuhren von 14 % und eine Zuwachs der Ausfuhren von 3 %.
 
Japan, Südkorea und USA kaufen mehr
Kräftig um 34 % gewachsen ist auch der Export nach Japan. Auf die Japaner entfallen 11 % der europäischen Ausfuhren Den stärksten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr verzeichnen mit 109 % Südkorea und mit 101 % die Philippinen, als weitere wichtige asiatische Absatzmärkte mit einem Exportanteil von jeweils etwa 7 %. Weitere Exportländer mit starken Zuwächsen waren die USA mit 41 % (3 % aller Exporte) und Serbien mit 117 %. Nach Australien haben die Europäer ebenfalls 32 % mehr Schweinefleisch exportiert und der Anteil der Australier an den Exporten liegt bei gut 2 %.
 
Starker Rückgang der Exporte in die Ukraine
Wegen des Einfuhrverbots dramatisch eingebrochen ist natürlich der europäische Export nach Russland, aber auch in die Ukraine und nach Weißrussland. Der russische Anteil an allen europäischen Schweinefleischausfuhren ging von 24 % (2013) auf 2,4 % (2014) zurück. Wegen der noch bis Januar möglichen Lieferungen gingen insgesamt noch 2,4 % der gesamten Ausfuhrmenge nach Russland. Deutlich um 15 % eingebrochen sind auch die Lieferungen in die Ukraine und der Rückgang der Exporte nach Weißrussland beträgt 91 %. Damit kommt die Ukraine auf einen Anteil an den Gesamtausfuhren von knapp 4 % und Weißrussland von weniger als 1 %
 
Deutscher Export geht um 8 % zurück
Größter Schweinefleischexporteur der Europäischen Union war auch 2014 Deutschland vor Dänemark. Dabei ging der deutsche Export gegenüber dem Vorjahr um 8 % zurück und damit bei weitem nicht so stark wie zunächst befürchtet, Die dänischen Ausfuhren gingen ebenfalls um 8 % zurück. Der deutsche Anteil an den europäischen Gesamtexporten lag dennoch bei 23 %. Der Anteil der Exporte Dänemarks an den Gesamtausfuhren lag bei knapp 20 %, Spanien kommt bei kräftig wachsenden Exporten auf 13 % der europäischen Gesamtausfuhren, die Niederlande auf 9 %, Frankreich auf 7 % und Polen liegt bei 6 %. Im letzten Jahr (2013) gingen etwa ein Viertel aller deutschen Schweinefleischausfuhren in Drittländer, während drei Viertel in andere EU-Staaten verkauft wurde. Auf Russland entfielen 2013 (vor dem Importstopp) etwa 4 % der deutschen Gesamtexporte und damit weniger als nach China (7 %) oder Honkong (4,3 %). Der Anteil Russlands an den deutschen Drittlandsexporten lag allerdings bei etwa 17 %.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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