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Analyse

Schwein: Größeres Angebot stoppt Preiserholung

von , am
17.09.2015

Die Schweinepreise steigen in dieser Woche nicht weiter. Grund dürfte das vor allem aus saisonalen Gründen wieder deutlich zunehmende Angebot an Schlachtschweinen sein.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Schweinepreise steigen in dieser Woche nicht weiter. Grund dürfte das vor allem aus saisonalen Gründen wieder deutlich zunehmende Angebot an Schlachtschweinen sein. Dieses erreicht üblicherweise zum Ende des Jahres und vor allem im vierten Quartal seinen höchsten Wert. Zwar hat auch die Nachfrage zuletzt weiter zugelegt, jedoch ist das Angebot zumindest ähnlich kräftig gewachsen und hat einen weiteren Preisanstieg ausgebremst.
 
Im Vergleich zur vorigen Woche nahm die Schlachtung um n knapp 5 % gestiegen und gleichzeitig war dies die höchste Schlachtzahl seit Ende Mai. Die sehr hohe Schlachtmenge aus dem Vorjahr wird allerdings verfehlt. Im vorigen Jahr haben die Schlachtzahlen (und das Angebot) ab zweiten Septemberhälfte und im Oktober sehr kräftig zugenommen und die Schweinepreise sind abgestürzt.
 
VEZG-Preis bleibt unverändert
In der dritten Septemberwoche (16.09) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (23.09) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert bei 1,48 Euro je kg SG belassen. Eine Preispanne gab es diesmal nicht und damit wohl auch keine weitere Luft der Schweinepreise nach oben. Bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (15.09) hatte man die Schweine ebenfalls unverändert zu einem Preis von 1,52 Cent gehandelt. Die Preisspanne lag zwischen 1,51 Euro/kg und 1,53 Euro/kg. Am vorigen Freitag (11.09) war der Preis auf der ISN-Auktion um 2 Cent auf 1,52 Euro zurückgegangen.
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Höchste Schlachtzahlen seit Ende Mai
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 13. September kräftig zu und stieg auf den höchsten Wert seit Ende Mai. Mit 982.952 geschlachteten Schweinen wurden 4,9 % mehr Tiere abgerechnet als in der Woche zuvor (937.923). Trotz dieses Anstiegs war die aktuelle Schlachtmenge noch 1,1 % kleiner als in der vergleichbaren Vorjahreswoche (995.551).
 
In den ersten 37 Wochen des Jahre bis Mitte September, war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine noch rund 1,0 % größer als im letzten Jahr. Die Zahl der geschlachteten Sauen war in der aktuellen Woche bis 13. September mit 18.851 Tieren 6,3 % größer als in der vorigen Woche (17.731) und 1,2 % größer als die Sauen-Schlachtung im vorigen Jahr (18.663) zu diesem Termin.
 
Schweinepreise 16 Cent niedriger als 2014
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 13. September durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,51 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,48 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 06.09) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine um 5 Cent gestiegen. Für E-Schweine wurden ebenfalls 5 Cent höhere Preise ausgezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin 16 Cent niedriger.
 
Im letzten Jahr (2014) lagen die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche unverändert bei 1,65 Euro je kg SG. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 13. September mit 1,5 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 5 Cent höheren Preisen. Im Vergleich zum letzten Jahr (1,32) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 27 Cent niedriger.
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Keine Bewegung am Terminmarkt
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Oktoberkontrakt am Mittwoch (16.09) bei 1,40 Euro. Das war das gleiche Niveau wie in der Vorwoche (1,40) sowie 8 Cent weniger als der aktuelle Kassapreis (VEZG). Der Novembertermin wurde mit 1,41 Euro gehandelt und unverändert zur vorigen Woche (1,41) und 7 Cent unter dem derzeitigen Kassapreis. Der Dezember wurde am Terminmarkt mit 1,38 Euro notiert und damit ebenso hoch wie vorige Woche (1,36).
 
Dr. Olaf Zinke
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