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Analyse

Schwein: Großes Angebot lässt Preisen wenig Luft

von , am
05.09.2014

Die Zahl der geschlachteten Schweine bleibt auch zum Monatswechsel hoch. Diese Konstellation begrenzt auch den Spielraum der Preise nach oben.

© landpixel
Die Zahl der geschlachteten Schweine bleibt auch zum Monatswechsel hoch. Die vierte Woche in Folge übertreffen die Schlachtzahlen jetzt den sehr hohen Vorjahreswert. Auch in den nächsten Wochen wird das Angebot an Schweinen wohl nicht wirklich kleiner. Diese Konstellation begrenzt auch den Spielraum der Preise nach oben, auch wenn die Nachfrage mit dem Ender Sommerferien wieder etwas besser läuft. Anfang September haben sich die Schweinepreise in Deutschland jedenfalls nicht weiter verändert. Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) rechnet man derzeit für den September nicht mit einem Anstieg der Preise und danach sogar mit einem weiteren Rückgang.
 
Schweinepreise Anfang September unverändert
Am Mittwoch (03.09) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (10.09) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine unverändert bei 1,65 Euro/kg SG belassen. Es wurde keine Preispanne genannt. Am Dienstag (02.09) hatten die Schweinepreise auf der Internetversteigerung der ISN um einen 1 Ct auf 1,68 Euro zugelegt und bewegen sich damit 3 Ct über dem aktuellen VEZG-Preis. Die Preis-Spanne liegt zwischen 1,65 Euro/kg und 1,69 Euro/kg. Ebenfalls keine Preisveränderung gab es am Mittwoch (03.09.) beim VEZG -Preis für Schlachtsauen mit 1,28 Ct/kg SG. Die Preisspanne für Sauen lag zwischen 1,28 Euro und 1,31 Euro/kg SG.
 
Schlachtung (Angebot) weiter sehr hoch
Die Zahl der geschlachteten Schweine blieb in der Schlachtwoche bis 31. August fast unverändert hoch und hält sich damit auf dem den höchsten Stand seit Anfang Juni und damit seit 13 Wochen. Mit insgesamt 961.396 geschlachteten Schweinen wurden ähnlich viele Schweine abgerechnet wie in der Woche zuvor (958.455). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 5 % größer als in der vergleichbaren Vorjahreswoche. In der Summe der ersten 35 Wochen des aktuellen Kalenderjahres 2014 (Januar bis 31. August) ist die Zahl der bis dahin geschlachteten Schweine jetzt gerade noch 0,1 % kleiner als die Rekordschlachtung aus dem Jahr 2013. Die Zahl der geschlachteten Sauen nahm in der letzten Woche (bis 31. August) leicht um 1,3 % auf 18.439 Tiere zu.
 
Schweinepreise fast 30 Ct unter Vorjahr
Der von den Schlachtunternehmen in der Abrechnungswoche bis zum 31. August durchschnittlich ausgezahlte Preis für Schweine der Handelsklasse E lag bei 1,65 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse S wurden den Landwirten 1,69 Euro/kg SG gezahlt. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 24.08) waren die Auszahlungspreise für Schachtschweine 1 Ct höher. Gegenüber dem Vorjahr waren die Schweinepreise zum letzten Abrechnungstermin (31. August 2014) rund 28 Ct niedriger und das Niveau von 2012 wurde um 21 Ct verfehlt. Im letzten Jahr (2013) sind die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,93 Euro bis auf 1,95 Euro/kg gestiegen. Schlachtsauen (M) wurden in der aktuellen Schlachtwoche bis zum 31. August 2014 mit 1,32 Euro/kg SG abgerechnet und unverändert.
 
Terminmarkt erwartet Preisrückgang
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) die Kontraktpreise für Schlachtschweine im Vergleich zur Vorwoche nachgegeben. Am Donnerstag (04.09) wurde der Septemberkontrakt am Terminmarkt mit 1,63 notiert und damit 3 Ct niedriger als in der Vorwoche (1,66) und rund 2 Ct unter dem aktuellen VEZG-Preis. Der Oktobertermin beendete den Handel am Donnerstag bei 1,60 Euro/kg SG und damit 3 Ct unter dem Niveau der Vorwoche (1,63 Euro). Bis Dezember erwartet man am Terminmarkt einen Rückgang der Schweinepreise unter 1,54 Euro/kg. In der letzten Woche lag die Preiserwartung für den Dezember noch bei 1,60 Euro/kg SG und damit 6 Ct höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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