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Analyse

Schwein: Großes Angebot zieht Preise nach unten

von , am
23.09.2015

Das deutlich gewachsene Schweineangebot zieht die Preise nach unten.

© Vladimir Mucibabic/fotolia.de
 
Das deutlich gewachsene Schweineangebot zieht die Preise nach unten. Daran kann auch das Ferienende und der etwas verbesserte Absatz im Einzelhandel nichts ändern. Die Schlachtzahlen stiegen wieder auf über die Marke 1 Mio. Schweinen und damit auf den höchsten Stand seit Ende März. Diese große Menge kann der Markt offenbar nicht ohne Preiskorrekturen verkraften.
 
Zudem bestätigt sich die letzte Angebotsprognose der EU-Kommission für den europäischen Schweinemarkt. Diese geht für 2015 davon aus, dass in der europäischen Union mehr Schweine geschlachtet werden als zur letzten Produktionsspitze im Jahr 2011 und möglichweise wird auch der bisherige Produktionsrekord aus dem 2007 übertroffen. Die Produktion (Schlachtung) im dritten und vierten Quartal 2015 liegt nach dieser Prognose ebenfalls deutlich über den Vorjahreswerten. Dieses kräftige Produktionswachstum erklärt auch den enormen Druck auf die europäischen Schweinepreise.
 
VEZG-Preis fällt um 6 Cent
In der vierten Septemberwoche (23.09) wurde der bis zum nächsten Mittwoch (30.09) geltende VEZG-Preis für Schlachtschweine deutlich um 6 Cent auf bei 1,42 Euro je kg SG gesenkt. Die Preispanne war relativ groß und lag zwischen 1,42 Euro und 1,48 Euro. Bereits bei der ISN- Internet-Auktion am Dienstag (22.09) waren die Schweinepreise um 5 Cent auf 1,46 Cent zurückgegangen. Dabei konnten von den angebotenen 3555 Schweinen nur 35 % auch verkauft werden. Am vorigen Freitag (18.09) war der Preis auf der ISN-Auktion bereits um 1 Cent auf 1,51 Euro zurückgegangen.
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Höchste Schlachtung seit Ende März
Die Zahl der wöchentlich geschlachteten Schweine nahm in der letzten vom BLE gemeldeten Abrechnungswoche bis 20. September nochmals kräftig zu und stieg auf den höchsten Wert seit Ende März und zudem über die Marke 1 Mio. Schweinen. Mit 1.020.438 geschlachteten Schweinen wurden 3,9 % mehr Tiere abgerechnet als in der Woche zuvor (982.952). Gleichzeitig war die aktuelle Schlachtmenge 1,6 % größer als die keineswegs kleine Schlachtung der vergleichbaren Vorjahreswoche (1.006.910).
 
In den ersten 38 Wochen des Jahre bis Mitte September, war die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine etwa 1,9 % größer als im vorigen Jahr. Die Zahl der geschlachteten Sauen war in der aktuellen Woche bis 20. September mit 18.848 Tieren ähnlich groß wie als in der vorigen Woche (18.851) und 2,3 % größer als die Sauen-Schlachtung im vorigen Jahr (18.317) zu diesem Termin.
 
Schweinepreise nur noch 7 Cent unter Vorjahr
Der von den Schlachtunternehmen in der vorigen Abrechnungswoche bis zum 20. September durchschnittlich an die Landwirte ausgezahlten Preis für Schweine der Handelsklasse S lag bei 1,52 Euro/kg SG. Für Schweine der Handelsklasse E erhielten die Landwirten 1,49 Euro/kg SG. Im Vergleich zur Woche zuvor (bis 13.09) waren die Auszahlungspreise für S-Schweine in der vorigen Woche noch um 1 Cent gestiegen. Für E-Schweine wurden vorige Woche ebenfalls 1 Cent höhere Preise ausgezahlt.
 
Im Vergleich zum Vorjahr waren die Schweinepreise zum aktuellen Abrechnungstermin nur noch 7 Cent niedriger. Im letzten Jahr (2014) waren die Schweinepreise in der vergleichbaren Woche von 1,65 Euro je kg SG auf nur noch 1,51 Euro gefallen. Schlachtsauen (M) wurden in der Schlachtwoche bis zum 20. September mit 1,08 Euro/kg SG abgerechnet und damit zu 3 Cent höheren Preisen als vorige Woche (1,05). Im Vergleich zum letzten Jahr (1,29) sind die Preise für Schlachtsauen derzeit 21 Cent niedriger.
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Terminmarkt erwartet nachgebende Preise
Am Terminmarkt in Frankfurt (Eurex) lagen die Preiserwartungen für den Oktoberkontrakt am Mittwoch (13.09) bei 1,40 Euro. Das war das gleiche Niveau wie in der Vorwoche (1,40) sowie 2 Cent weniger als der aktuelle Kassapreis (VEZG). Der Novembertermin wurde mit 1,41 Euro gehandelt und damit unverändert zur vorigen Woche (1,41) und 1 Cent unter dem derzeitigen Kassapreis. Der Dezember wurde am Terminmarkt mit 1,38 Euro notiert und damit ebenso hoch wie vorige Woche (1,38).
 
Dr. Olaf Zinke
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